Hodenhochstand: Therapie

Eine Hormonbehandlung kann die Hoden dazu bringen, in den Hodensack zu wandern. Falls diese Therapie erfolglos bleibt, ist auch eine Operation möglich

26.06.2014

Hormontherapie oder Operation: Jedenfalls sollte der Hoden möglichst innerhalb des ersten Lebensjahrs an den ihm bestimmten Platz gelangen

Jupiter Images GmbH/Comstock Images

In vielen Fällen wandern die Hoden innerhalb der ersten Lebensmonate von allein in den Hodensack. Falls diese spontane Wanderung ausbleibt, sollte rechtzeitig eine Hormonbehandlung beginnen. Wenn diese keinen oder keinen dauerhaften Erfolg bringt, ist eine Operation notwendig. Das Behandlungsziel bei einem Hodenhochstand besteht darin, durch eine Verlagerung des Hodens in den Hodensack innerhalb des ersten Lebensjahres Schäden am Hoden zu verhindern.

Mit der Hormontherapie soll erreicht werden, dass die Hoden ihre Wanderung in den Hodensack antreten beziehungsweise fortsetzen. Dazu wird in der Hirnanhangdrüse die Ausschüttung des körpereigenen Hormons Gonadotropin angeregt, das seinerseits die Geschlechtsorgane beeinflusst.


Um die Ausschüttung von Gonadotropin anzustoßen, kommen zwei Medikamente in Frage:

  • Das Hormon GnRH (Gonadotropin-Releasing-Hormon) wird über die Schleimhaut aufgenommen. Es kann daher als Nasenspray verabreicht werden.
  • Das Hormon Humanes Chorion-Gonadotropin (HCG) wird in die Muskulatur gespritzt.

Der Erfolg einer Hormontherapie liegt abhängig vom Alter und den anatomischen Gegebenheiten bei etwa 20 Prozent. Bringt die Hormonbehandlung nicht das gewünschte Ergebnis, ist eine Operation notwendig. Der oder die Hoden werden dabei operativ in den Hodensack verlagert und dort festgenäht. Es ist auch möglich, dass eine Hormontherapie zunächst erfolgreich ist, der Hoden dann aber wieder nach oben gleitet und eine Operation trotzdem erforderlich macht.

Die Behandlung des Hodenhochstands sollte möglichst bis zum ersten Geburtstag abgeschlossen sein. Werden die Hoden erst später in den Hodensack verlagert, erhöht sich die Gefahr von Zeugungsunfähigkeit. In jedem Fall sind regelmäßige Nachkontrollen innerhalb des ersten Jahres nach der Therapie und ab dem 15. Lebensjahr wichtig.

Dabei geht es zunächst darum, zu überprüfen, ob die Behandlung erfolgreich war und sich die Hoden in der richtigen Lage befinden. Ab dem 15. Lebensjahr sollten die betroffenen Jungen ihre Hoden dann regelmäßig selbst abtasten. Wie das geht, kann der Kinder-, Hausarzt oder der Urologe erläutern. Die Buben müssen darüber aufgeklärt sein, dass Vergrößerung der Hoden oder Veränderungen ihrer Beschaffenheit unbedingt zum Arzt führen sollten. Ein kleiner Anteil der Jungen mit Hodenhochstand wird trotz einer Behandlung zeugungsunfähig.




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