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Was hilft Kindern bei Heuschnupfen?

Stimmt es, dass Heuschnupfen hauptsächlich zu einer bestimmten Jahreszeit (saisonal) auftritt? Was hilft gegen diese Allergie? Aus der „Experten-Sprechstunde Kinderkrankheiten“


Auch bei Kindern kann eine Immuntherapie ("Allergieimpfung") gegen Heuschnupfen helfen

Ja, Heuschnupfen ist immer zeitlich auf die Blütezeit der jeweiligen Pflanze begrenzt und tritt daher nur saisonal beginnend mit der Vorfrühlingszeit auf. In Mitteleuropa sind das im Februar die Pollen der Erle, im März die der Haselnuss. Am stärksten ist der Pollenflug zur Hauptblütezeit zwischen April (Birke) und Juni (Gräser). Im Hoch- und Spätsommer kommen Wegerich und Beifuß hinzu. Pollen, die eine Allergie auslösen, sind meist Windbestäuber, Sonne, Windstärke, Regen und Luftfeuchtigkeit beeinflussen die Pollenkonzentration in der Luft. Blumen kommen als Ursache für eine Pollenallergie äußerst selten infrage. In sehr milden Wintern beginnt der Pollenflug bisweilen schon im Januar.

Treten die Beschwerden das ganze Jahr über auf, handelt es sich nicht um Heuschnupfen, sondern um einen ganzjährigen allergischen Schnupfen, der meist mit Hausstaubmilben, Tierhaaren und -schuppen oder Schimmelpilzsporen zusammenhängt.

Die Therapie fußt auf drei Säulen:

  • Vermeiden des Allergens; dabei helfen Pollenkalender und Pollenwarndienste
  • Spezielle antiallergische Medikamente:

    - Antihistaminika blockieren die Andockstellen von Histamin; dieser bei einer allergischen Reaktion des Körpers freigesetzte Stoff löst letztlich die allergischen Symptome aus.
    - Antiallergika hemmen die Freisetzung der Botenstoffe aus Abwehrzellen, sogenannten Mastzellen (“Mastzellstabilisatoren” wie zum Beispiel Cromoglicinsäure)
  • Immuntherapie: eine Art Impfkur mit dem Ziel der Schwächung oder Aufhebung der Überempfindlichkeit gegenüber dem Allergen (Hyposensibilisierung).

Das Behandlungsschema richtet sich nach dem Ausmaß der Beschwerden und dem Befund der ärztlichen Untersuchung, nicht aber nach dem Ergebnis eines Allergietests. Die medikamentöse Behandlung kann örtlich beispielweise mit Augen- und Nasentropfen oder auch innerlich durch Einnehmen von Tropfen, Saft oder Tabletten erfolgen. Zur Behandlung sehr starker allergischer Reaktionen können manchmal auch Kortisonpräparate (Steroide) notwendig sein.


Prof. Dr. med. Dr. h. c. Dietrich Reinhardt,
Dr. von Haunersches Kinderspital, Universität München


Die Experten der „Sprechstunde Kinderkrankheiten“ beantworten zahlreiche interessante Fragen rund um die Kindergesundheit.


Diese Informationen enthalten nur allgemeine Hinweise und dürfen nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Sie können einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.



www.apotheken-umschau.de; 07.06.2010, aktualisiert am 16.08.2011
Bildnachweis: Image Source/ RYF

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