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Eine Wunde richtig verbinden

Meist weniger dramatisch, als es aussieht: eine Wunde. Wie Eltern jetzt richtig reagieren, erklären unsere Erste-Hilfe-Experten

Zuerst ein Rumms, dann ein Schrei. Wenn Kinder sich verletzt haben, äußern sie sich meist in voller Lautstärke. Und die Eltern bekommen einen Riesenschreck und geraten in Panik. Aber: „Das Weinen ist eigentlich ein gutes Zeichen“, sagt Judith Janßen, Lehrrettungsassistentin beim Deutschen Roten Kreuz in Kiel. „Es zeigt, dass das Kind bei Bewusstsein ist und gut reagieren kann.“

Häufig sieht eine Wunde viel schlimmer aus, als sie tatsächlich ist. „Das Weinen kommt weniger durch den Schmerz, sondern eher durch den Schreck“, so Dr. med. Gilbert Heller, Landesarzt des Deutschen Roten Kreuzes Schleswig-Holstein. Und auch, wenn es gefährlich aussieht: Wenn Blut aus der Wunde austritt, ist das eigentlich positiv. „Es reinigt die verletzte Stelle auf natürliche Weise“, erklärt Gilbert Heller. Wie Eltern eine kleine Verletzung richtig versorgen, erklären unsere Erste-Hilfe-Experten hier:


Die Symptome

Wunden tun weh, denn Haut- und Nervengewebe sind geschädigt. Großflächige und tiefer gehende Verletzungen schmerzen oft mehr als kleine oberflächliche. Bei Schürfwunden ist die Haut meist nur oberflächlich beschädigt, die Wundränder sind unregelmäßig. Es nässt und blutet wenig. Schnittwunden haben glatte Ränder, dafür tritt mehr Blut aus. Auch Platzwunden bluten stark. Quetschwunden schwellen an, und es bildet sich ein Bluterguss.


Die Maßnahmen

  • Versuchen Sie ruhig zu bleiben, und schauen Sie sich die Verletzung genau an. Bei großen (mehr als zwei Zentimeter) oder tiefen Hautverletzungen sollten Sie mit Ihrem Kind sofort zum Arzt oder in die Klinik fahren. Die Wunde muss genäht oder geklebt werden. Verletzungen durch Tierbisse gehören ebenfalls in ärztliche Behandlung. Lässt sich eine Blutung nicht stoppen, sollten Sie den Rettungsdienst rufen. Kleine Verletzungen können Sie selbst versorgen.
  • Achten Sie darauf, dass die Wunde sauber bleibt. Deshalb sollten Sie sie möglichst nicht berühren. Reinigen Sie vor der weiteren Versorgung gründlich Ihre Hände oder benutzen Sie Einmalhandschuhe.
  • Um eine starke Blutung zu stoppen, legen Sie einen Druckverband an: Eine sterile Kompresse auf die Haut drücken, Druckpolster auflegen und mit einer Mullbinde befestigen. Auf kleine Verletzungen kleben Sie ein Pflaster.
  • Eine kleine verschmutzte Wunde (Schürfwunde) säubern Sie am besten, indem Sie sie mit Leitungswasser ausspülen. Falls Sie unterwegs sind, können Sie stilles Mineralwasser verwenden. Der Dreck muss entfernt werden, damit sich die Wunde nicht entzündet. Stecken Fremdkörper darin, zum Beispiel ein Stöckchen, bitte nicht entfernen. Denn Sie könnten dabei umliegendes Gewebe beschädigen. Fremdkörper und groben Dreck muss der Arzt beseitigen. Eine Schnitt- oder Kopfplatzwunde sollten Ersthelfer ebenfalls nicht alleine säubern.
  • Wunddesinfektionsmittel verringern die Zahl der Erreger, die in die Haut gelangt sind. In der Apotheke bekommen Sie für Kinder geeignete Präparate (mit Octenidin).
  • Mit jeder Wunde besteht die Gefahr, dass das Kind an Tetanus (Wundstarrkrampf) erkrankt, wenn es nicht dagegen geimpft ist. Falls Sie sich unsicher sind, ob Ihr Kleines geschützt ist, wenden Sie sich an den Arzt.
  • Ein Bluterguss (Quetschwunde) sollte zunächst gekühlt werden. In der Regel verschwindet er von alleine. Kann das Kind aber etwa den Finger, den es sich eingequetscht hat, nicht mehr bewegen, sollte es zum Arzt.
  • Bis die Wunde verheilt ist, können ein paar Wochen vergehen. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind sie nicht aufkratzt. Wenn die Verletzung nach einigen Tagen noch nässt, sich rötet oder die Haut überwärmt und zunehmend schmerzt, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Unsere Experten:


Dr. med. Gilbert Heller ist Anästhesist im Universitätsklinikum Kiel (Schwerpunkt Notfallmedizin) und Landesarzt des Deutschen Roten Kreuzes Schleswig-Holstein


Judith Janßen ist Lehrrettungsassistentin und -beauftragte beim Deutschen Roten Kreuz und Krankenschwester in der Notaufnahme im Städtischen Krankenhaus Kiel



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Peggy Elfmann / Baby und Familie; 16.09.2010, aktualisiert am 15.05.2012
Bildnachweis: W&B/privat, W&B/Forster & Martin, Thinkstock/Creatas Images

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