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Der richtige Sonnenschutz für Kinder

Wenn Sie ein paar Regeln beachten, steht einem Sommertag im Freien nichts im Weg. Wir beantworten die zehn wichtigsten Fragen zum Thema UV-Schutz


Immer gut eincremen: Sonnencreme wappnet die Haut gegen UV-Strahlen

1. Warum ist die Haut von Babys besonders lichtempfindlich?

Je jünger die Haut, desto weniger ist sie gegen gefährliche Einflüsse von außen geschützt. Dazu zählen auch Sonnenstrahlen. Sie greifen die Zellen in der Haut an und schädigen sie – manchmal dauerhaft. "Babys können, im Gegensatz zu Erwachsenen, nicht so viel vom Schutzpigment Melanin bilden. Es hält die Sonnenstrahlen wie ein Schirm ab", erklärt Kinderdermatologin Dr. Natalie Garcia Bartels von der Berliner Charité. Bis diese natürliche Barriere aufgebaut ist, dauert es einige Jahre. Kinder sollten deshalb bis zum ersten Geburtstag gar nicht in die pralle Sonne. Auch für ältere Kinder gilt: Vorsicht beim Spielen im Freien. Melanin bewahrt auch Erwachsene nicht vor Sonnenschäden, die im schlimmsten Fall zu Hautkrebs führen können. Deshalb muss jeder seine Haut zusätzlich vor der Sonne schützen.

2. Welche Sonnenschutzmittel eignen sich besonders für Babys und Kleinkinder?

Ein gutes Produkt bewahrt Kinderhaut nicht nur vor UV-B-, sondern auch vor UV-A-Strahlen. Letztere erhöhen ebenfalls das Hautkrebsrisiko. Der auf der Packung angegebene Lichtschutzfaktor (LSF) bezieht sich auf UV-B-Strahlen. Kinder brauchen mindestens einen LSF von 30. Ein ausreichender UV-A-Schutz hat im Vergleich dazu den Faktor 10. Bisher geben nur wenige Hersteller an, ob und wie stark ihre Produkte beide Strahlenarten abhalten. Fragen Sie Ihren Apotheker, welches Mittel sich am besten für Ihr Kind eignet. Die Konsistenz hat übrigens keinen Einfluss auf den Schutz. Kinder mögen es aber meist nicht, wenn sie mit zäher Creme eingeschmiert werden. Lotion, Milch, Gel oder Spray sind ihnen angenehmer.


3. Braucht das Kind auch im Schatten Sonnenschutz?

Ja, betont die Kölner Dermatologin Dr. Nadja Hympendahl. "Unter Bäumen, Wolken oder Sonnenschirmen sind die UV-Strahlen zwar nicht so intensiv, trotzdem können sie Schaden anrichten", sagt die Expertin. Deshalb sind Sonnenschutzmittel auch im Schatten Pflicht.

4. Was ist beim Eincremen zu beachten?

"Bevor Kinder ins Freie gehen, sollten sie ordentlich eingecremt werden", erläutert Dermatologin Hympendahl. Denn der Sonnenschutz braucht ungefähr 30 Minuten, bis er wirkt. Je nach Aktivität der Kleinen, ob sie viel baden oder toben und schwitzen, muss regelmäßig neu eingecremt werden. Achtung: beim Einschmieren nicht Ohren, Hände, Füße, Stirn und Nacken vergessen. "Auch wenn Kinder beim Eincremen zappeln, sollten Eltern darauf achten, wirklich alle Körperpartien zu erreichen", sagt Hautärztin Garcia Bartels. Beim Baden haben die Kleinen häufig keinen Hut auf. Solange sie kein dichtes Haar haben, sollten deshalb auch ihre Köpfe mit einem Spray geschützt werden.

5. Wie funktionieren Sonnenschutzmittel?

Sie enthalten Filter, die das schädliche Licht  nicht an die Haut lassen. Physikalische, auch oft als mineralische Filter bezeichnet, reflektieren die UV-Strahlen. Die Wirkstoffe dringen nicht in die Haut ein und lösen so seltener Allergien aus. Für Kinder sind sie auch deswegen am besten geeignet. Anders als die physikalischen nehmen chemische Filter die gefährlichen Strahlen auf und machen sie unschädlich. "Ihre Bestandteile dringen in die Haut ein. Was sie dort anstellen, ist noch nicht genau erforscht, deshalb sollten Kinder mit diesen Mitteln nicht in Kontakt kommen", erklärt Garcia Bartels.

6. Hält wasserfeste Creme wirklich im Wasser?

Die Bezeichnung "wasserfest" sagt nur, dass der Sonnenschutz auch beim Baden gewährt ist. Absolut wasserfest ist keine Creme. "Durch die Feuchtigkeit verliert der Schutz nach und nach seine Wirkung, und spätestens nach dem Abtrocknen muss unbedingt nachgecremt werden", so Kinderdermatologin Garcia Bartels.

7. Warum darf der Begriff "Sunblocker" nicht mehr verwendet werden?

Produkte mit einem Lichtschutzfaktor ab 30 wurden früher häufig als "Sunblocker" bezeichnet. Seit 2007 ist das nicht mehr erlaubt. Die damals zuständige EU-Kommission betonte, dass diese Mittel nicht hundertprozentig vor der Sonnenstrahlung schützten, wie der Name es vorgab. In Deutschland wird die höchste Schutzkategorie mit "sehr hoher Schutz, LSF 50+" bezeichnet. Doch auch das garantiert keine hundertprozentige Sicherheit.

8. Wie sieht der optimale Schutz für Babys und Kleinkinder aus?

Sonnencreme allein kann nicht ausreichend vor Sonnenbrand schützen. "Kinder sollten die Mittagssonne meiden und sich möglichst im Schatten aufhalten", empfiehlt Natalie Garcia Bartels. Denn zwischen elf und 15 Uhr hat das Sonnenlicht seine höchste Intensität und ist deshalb besonders aggressiv. Zusätzlich zur Creme sollte der Nachwuchs luftige Kleidung tragen. "Auch, wenn es sehr heiß ist: Kleine Kinder dürfen nicht nackt und ohne Schutz in die Sonne", warnt Garcia Bartels. Oberkörper und Oberschenkel müssen immer bedeckt sein. "Es gibt mittlerweile spezielle Textilien, die mit einem Lichtschutzfaktor, dem sogenannten UPF oder UV-Protection-Factor, ausgewiesen sind", weiß Hympendahl. Diese Sonnenschutzkleidung besteht meist aus Nylon oder anderen synthetischen Materialien und ist besonders dicht gewebt. Auch Kinderhüte sind zum Teil aus diesen besonderen Stoffen gefertigt. Mit einem zusätzlichen Nackenschutz bewahren sie Hals und zart behaarte Kopfhaut vor Sonnenbrand. Und die Augen mögen ebenfalls keine direkte Sonne: "Eine Sonnenbrille darf aber nicht nur einfach getönte Gläser haben", warnt Hympendahl. "Deshalb beim Kauf auf den ausgewiesenen UV-Schutz achten."

9. Wie pflegt man Kinderhaut nach einem heißen Sommertag?

Mit einer ordentlichen Portion Feuchtigkeit. Meist reicht die Creme, die das Kind das ganze Jahr über bekommt. Ist die Haut leicht gereizt, können After-Sun-Produkte sie kühlen und beruhigen. "Bei empfindlichen Kindern sollten Eltern darauf achten, dass sich in der Creme keine Duft- oder Konservierungsstoffe befinden", rät Expertin Hympendahl.

10. Was tun bei leichtem Sonnenbrand und wann zum Arzt?

Färbt sich die Haut rot, ist das ein Zeichen für einen Sonnenbrand. Das Kind muss sofort aus der Sonne. Der Nachwuchs sollte viel trinken. Kühlen Sie die verbrannten Stellen mit feuchten Umschlägen. Lotionen oder spezielle Emulsionen aus der Apotheke helfen bei der Heilung. Ein Arzt sollte die Verbrennungen versorgen, wenn die Haut sehr stark gerötet ist, sich Blasen bilden, das Kleine geschwächt oder verwirrt wirkt.



Julia Lüneburg, Baby und Familie; 21.06.2011
Bildnachweis: Jupiter Images GmbH/Goodshot

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