Die Haut von kleinen Kindern braucht viel Schutz – vor allem vor der Sonne
Der Sommer ist die Lieblingsjahreszeit von Kinderhaut. Keine trockene Heizungsluft mehr, kein ständiger Wechsel zwischen kalt und warm, der die schützende Hülle austrocknet. „Bei vielen Kindern mit trockener Haut bessert sich deshalb jetzt das Problem“, erklärt die Kölner Dermatologin Dr. med. Nadja Hympendahl.
Grundsätzlich gilt aber: „Kinderhaut ist immer noch sehr dünn, deshalb leicht irritierbar“, erklärt die Hautärztin. Sie empfiehlt, Kinder nicht mit Seife, sondern mit milden Syndets zu waschen. Und nicht jeden Tag unter die Dusche zu stellen, sondern die Kleinen jeden zweiten Tag mit einem Waschlappen zu säubern. „Wenn Kinder jeden Tag baden, kann das die Haut zu sehr austrocknen“, erklärt Hympendahl.
Dr. med. Nadja Hympendahl arbeitet als Hausärztin an der Klinik am Ring in Köln. Viele ihrer Patienten sind Kinder.
Das ist auch der Fall, wenn sie sich ständig im Schwimmbad tummeln. Manchmal reagiert die Haut dann mit Rötungen, schuppt sich unter Umständen und juckt. Ob es sich dabei um Neurodermitis oder eine Hautreizung handelt, muss der Dermatologe klären. In jedem Fall sollten Kinder mit Hautproblemen besonders gepflegt werden – mit einer Lotion, am besten ohne Duftstoffe. Ein Kind, das unproblematische Haut hat, muss man nicht zwingend eincremen. Es sei denn, es will in die Sonne.
Sonnenschutz ist nämlich ein extrem wichtiges Thema. Viele Studien zeigen: Gerade Sonnenbrände im Kindesalter steigern in späteren Jahren das Hautkrebsrisiko gewaltig. Zudem bildet die Haut der Kleinen nicht genug schützende Pigmente. Bis zum Alter von etwa 15 Jahren fehlen ihr sogenannte Sonnenschwielen. Besonders kleinere Kinder, die draußen spielen und toben, „müssen unbedingt gut vor der Sonne geschützt sein“, sagt Hautärztin Hympendahl. „Ohne Sonnencreme, Hut, Sonnenbrille und schützende Kleidung lasse ich jedenfalls meine beiden Kinder nicht raus.“ Spezielle Sonnenschutzkleidung wehrt die UV-Strahlen besonders effektiv ab.
Bei der Sonnencreme sollten Eltern darauf achten, dass sie einen hohen UV-A- und einen UV-BSchutz enthält. Dermatologin Hympendahl empfiehlt Produkte mit mineralischen statt chemischen Lichtfiltern, „weil mineralische Filter sofort nach dem Auftragen wirken. Chemische Filter irritieren die Haut häufiger und benötigen etwa 20 Minuten, bis sie wirken.“
Eltern sollten kleine Wasserfanatiker mit einem wasserfesten Produkt einschmieren – und dies nach dem Baden wiederholen. Generell sollten Sie öfter nachcremen, auch Stellen wie die Ohren oder den Fußrücken. Wie hoch der Sonnenschutz sein soll, hängt vom Hauttyp, der Jahreszeit und dem Ort ab. Ihre Apotheke berät Sie gerne. Und: Kinder sollten möglichst wenig in die Sonne, in den Mittagsstunden gar nicht.
So dünnhäutig!
Kinderhaut ist extrem empfindlich. Denn im Verhältnis zum Gewicht ist die Körperoberfläche bei Babys und Kindern viel größer als bei Erwachsenen. Umwelteinflüsse und Wasserverluste machen sich deshalb viel stärker bemerkbar.
Und noch etwas ist anders als bei den Großen. Bestimmte Wirkstoffe können bei den Kleinen leichter zu Hautreizungen führen. Deshalb ist es ganz besonders wichtig, gut verträgliche Produkte zu verwenden. Auch beim Sonnenschutz sollten Sie darauf achten. Am besten fragen Sie in Ihrer Apotheke nach geeigneten Cremes und Lotionen.
Anne-Bärbel Köhle, Baby und Familie / GesundheitPro;
12.08.2009, aktualisiert am 25.06.2010
W&B/Privat, Fotolia/Sven Bähren/2009, iStock/Rapid eye
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