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HIV-Infektion und Schwangerschaft: Was ist HIV?

Mehr über die Infektion mit dem HI-Virus und die Ansteckungsgefahr für das Baby während der Schwangerschaft und der Geburt


Schematische Darstellung des HI-Virus

HIV steht für Humanes Immunschwäche Virus – ein Retrovirus, das die Krankheit AIDS verursachen kann. Unter AIDS versteht man das Acquired Immune Deficiency Syndrome, also ein erworbenes Immunschwäche-Syndrom. Menschen, bei denen das HI-Virus im Körper nachgewiesen wird, bezeichnet man als HIV-positiv – unabhängig davon, ob die Infektion Symptome verursacht. Das HI-Virus kann in die Zellen des menschlichen Körpers eindringen, sie zerstören und so eine allgemeine Abwehrschwäche mit einer Vielzahl von Symptomen hervorrufen. Das Vollbild der Krankheit wird als AIDS bezeichnet.

Das HI-Virus ist seit Beginn der 1980er Jahre bekannt und in der gesamten Welt verbreitet. Es wird über Blut, Sperma und Vaginalsekret vor allem beim Geschlechtsverkehr übertragen. Dank eingehender Vorsichtsmaßnahmen ist die Infektion durch Blutübertragungen sehr selten geworden.


Das ungeborene Kind kann über mütterliches Blut mit HIV infiziert werden. Das höchste Risiko hierfür besteht kurz vor beziehungsweise unter der Geburt. Nach der Geburt besteht die Gefahr einer Infektion des Kindes durch HI-Viren, die in der Muttermilch enthalten sind und über das Stillen übertragen werden können. Dieses Übertragungsrisiko schätzt man auf 15 Prozent. Erfolgt eine effektive Therapie während Schwangerschaft und Geburt, kann das Ansteckungsrisiko deutlich gesenkt werden.

Die Zahl der HIV-Infizierten weltweit nimmt vor allem in den Entwicklungsländern zu. Schätzungen zufolge sind weltweit etwa 33 Millionen Menschen HIV-positiv. 95 Prozent hiervon leben in  Hochprävalenzländern, vor allem in Afrika und Osteuropa, ohne Zugang zu adäquaten HIV-Therapien. In den Ländern der Subsahara steht AIDS an erster Stelle der Todesursachen.

Das Virus dringt in gesunde Körperzellen ein und bringt diese dazu, mehr HI-Viren zu bilden. Die Zelle wird durch diesen Vorgang zerstört, gleichzeitig werden immer mehr Viren gebildet, die sich im Körper des Betroffenen ausbreiten. Da das Virus vor allem auch Abwehrzellen des Körpers befällt, wird die Immunabwehr des Betroffenen immer schwächer. Er wird so anfällig für verschiedene Infektionen.

Die HIV-Infektion wird in die Stadien A1 bis C3 unterteilt. Stadium A entspricht der asymptomatischen HIV-Infektion, im Stadium B treten leichte Symptomen einer Abwehrschwäche und das Stadium C entspricht AIDS. Die Stadieneinteilung erfolgt außerdem anhand der Zahl der sogenannten Helferzellen (= CD4-Zellen) im Blut. Diese Abwehrzellen werden vom HI-Virus zerstört. Mehr als 500 T-Helferzellen pro Mikroliter Blut entsprechen dem Stadium 1, 200 bis 499 T-Helferzellen Stadium 2 und weniger als 200 Helferzellen Stadium 3. Die Virusmenge im Blut dient bei der Behandlung der HIV-Infektion zur Kontrolle des Therapieerfolges. Ziel ist es, die HI-Virusmenge im Blut unter die Nachweisgrenze des empfindlichsten Tests zu senken.

Durch eine antiretrovirale Therapie kann die HIV-Infektion über sehr lange Zeit beherrscht werden, ohne dass schwere Symptome auftreten. In den westlichen Ländern hat die Sterblichkeit an AIDS in den letzten Jahren drastisch abgenommen. In Ländern, in denen die teure und aufwändige HIV-Therapie nicht verfügbar ist, verläuft die Krankheit nach wie vor tödlich. Eine Heilung gibt es bislang nicht.




Bildnachweis: W&B/ Ulrike Möhle
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www.baby-und-familie.de; aktualisiert am 16.07.2014, erstellt am 25.03.2009
Bildnachweis: W&B/ Ulrike Möhle

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