Ziele der Behandlung der HIV-positiven Schwangeren sind, eine Ansteckung des Kindes zu verhindern, die Schwangere optimal zu betreuen sowie unerwünschte Wirkungen von Medikamenten auf Mutter und Kind möglichst zu vermeiden.
Ist eine HIV-Infektion der Mutter bekannt, sollte die Schwangerschaft engmaschig überwacht werden. Etwa alle vier Wochen sollten Untersuchungen beim Frauenarzt stattfinden. Zusätzlich erfolgt die Betreuung durch einen HIV-Spezialisten.
Eine gesunde Lebensweise ist in der Schwangerschaft wichtig, um das Immunsystem zu kräftigen und Infekte zu vermeiden. Dies gilt für jede Frau, in besonderem Maße aber für HIV-positive Schwangere. Hierzu zählen ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung, Schlaf und frische Luft und der Verzicht auf Zigaretten, Alkohol und andere Drogen. Leichtere Infekte können auftreten, da eine Schwangerschaft auch bei Gesunden das Immunsystem in gewissem Maße schwächt. Diese können in der Regel gut behandelt werden.
Die Einnahme der HIV-Medikamente sollte immer mit dem Arzt abgesprochen werden. Waren vor der Schwangerschaft keine Medikamente notwendig, wird spätestens ab der 32. Woche mit antiretroviralen Medikamenten behandelt, die die Viruslast senken und so einer Ansteckung des Kindes mit dem HI-Virus verhindern können. Wird eine HIV-positive Frau unter einer antiretroviralen Therapie schwanger, so ist umgehend zuprüfen, ob die Medikamente auch in der Schwangerschaft problemlos weiter eingenommen werden können. Auf keinen Fall sollte die HIV-Medikation eigenmächtig geändert oder abgesetzt werden.
Zusätzlich zu den Vorsorge-Untersuchungen empfehlen Fachgesellschaften folgende Untersuchungen im Verlauf der Schwangerschaft der HIV-positiven Frau:
• Untersuchungen auf sexuell übertragbare Krankheiten dreimal in der Schwangerschaft
• Genitale Infektionen beispielsweise mit Chlamydien oder Trichomonaden können vorzeitige Wehen auslösen und dadurch die Ansteckungsgefahr des Kindes mit dem HI-Virus erhöhen. Sie müssen zu Beginn der Schwangerschaft ausgeschlossen bzw. konsequent behandelt werden.
• Monatliche Kontrollen des Blutbilds und anderer Blutwerte
• Regelmäßige Kontrollen der HIV-Werte (CD4-Zellzahl und Viruslast) mindestens alle zwei Monate
• Zuckerbelastungstest zwischen der 23. und 27. Schwangerschaftswoche
• Krebsvorsorge mit HPV-Test und genauer Untersuchung des Muttermunds zu Beginn der Schwangerschaft
• Nackentranzparenz-Messung (Ultraschall-Untersuchung) in der 11. bis 14. Schwangerschaftswoche
• Spezial-Ultraschall an einem spezialisierten Zentrum in der Mitte der Schwangerschaft zum Ausschluss von Fehlbildungen des Kindes
Die Geburt des Kindes einer HIV-positiven Frau sollte in einer Schwerpunktklinik stattfinden. Sie kann per geplanten Kaiserschnitt in der 38. Schwangerschaftswoche erfolgen. Alternativ ist bei unauffälligem Schwangerschaftsverlauf und einer nicht nachweisbaren mütterlichen HI-Viruslast auch eine Spontangeburt möglich. Nach der Geburt wird das Neugeborene bis zu sechs Wochen medikamentös behandelt. Hierdurch werden Viren, die möglicherweise doch in den Körper des Kindes gelangt sind, sofort an ihrer Vermehrung behindert.
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25.03.2009, aktualisiert am 23.01.2012
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