Kinderwunsch trotz HIV? Dann sollten Therapie und Schwangerschaft gut geplant und sorgfältig ärztlich überwacht werden
Während in den Ländern der Dritten Welt HIV eine häufige Infektions-Krankheit ist und täglich etwa 1000 Kinder mit HIV geboren werden, ist die Erkrankung in Deutschland selten. Hierzulande kommen jährlich etwa 250 bis 300 Kinder von HIV-positiven Müttern zur Welt, wovon bei nur etwa ein bis zwei Prozent HIV von der Mutter auf das Kind übertragen wird. Diese niedrige Ansteckungsrate ist vor allem der medikamentösen Therapie der Schwangeren und der kurzzeitigen Behandlung des Neugeborenen zu verdanken. Ohne entsprechende Maßnahmen liegt die Mutter-Kind-Übertragung für HIV bei circa 25 Prozent.
Zusätzliche Sicherheit kann durch einen geplanten Kaiserschnitt vor Einsetzen der Wehentätigkeit erreicht werden. HIV-infizierte Mütter sollten nicht stillen, da das HI-Virus auch über die Muttermilch auf das Kind übertragen werden kann.
Frauenarzt und HIV-Behandler sind Ansprechpartner für HIV-positive Frauen, die schwanger werden möchten oder es bereits sind. Die Experten übernehmen die Betreuung während der Schwangerschaft und arbeiten mit anderen Ärzten zusammen, beispielsweise spezialisierten HIV-Zentren oder Kinderärzten.
Neben dem behandelnden Frauenarzt finden HIV-positive Schwangere außerdem Beratung und Unterstützung beispielsweise bei:
• Frauengruppen der AIDS-Selbsthilfegruppen
• Beratungsstellen der Deutschen AIDS-Hilfe e.V.
• Beratungsstellen von ProFamilia
www.baby-und-familie.de;
25.03.2009, aktualisiert am 23.01.2012
Bildnachweis: Strandperle/itstockfree, ImageSource/RYF
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