Kopfschmerzen bei Kindern: Was hilft?

Untersuchungen zeigen: Immer mehr Kinder leiden unter Kopfschmerzen. Was vorbeugt, welche Medikamente helfen und wann Eltern mit dem Kleinen zum Arzt müssen

von Beatrice Sobeck, aktualisiert am 28.03.2017

Schon in der Grundschule klagen Kinder über Kopfweh

ddp Images GmbH/Lev Dolgachov

Es brummt, hämmert und pocht immer öfter in den Köpfen deutscher Kinder. Zwei von zehn trifft es schon vor der Einschulung, bis zum ­Ende der Grundschule hat die Hälfte schon mal Kopfschmerzen gehabt. Immer mehr Kinder müssen wegen Kopfschmerzen zum Arzt. Die meisten leiden unter Spannungskopfschmerzen, aber auch Migräne tritt zunehmend auf.

Daher kommt's

Äußere Auslöser können Lärm, schlechte Luft, grelles Licht oder Hitze sein. Typische innere Faktoren sind Stress, Ängste oder Sorgen. Auch körperliche Reize wie Schlafmangel, Überanstrengung, falsche Körperhaltung ­sowie Flüssigkeitsmangel lösen häufig Kopfschmerzen aus.


Dr. Thomas Kauth ist Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin in Ludwigsburg

/Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin

Wo tut's denn weh?

Der Kopf spannt, es drückt an den ­Schläfen und am ­Hinterkopf, Ärzte sprechen von Spannungs­kopfschmerz, die häufigste Form von Kopfschmerzen. Klagt das Kind regelmäßig darüber, rät Dr. Thomas Kauth, Kinder- und Jugendarzt aus Ludwigsburg, ­einen Kopfschmerz-Kalender zu führen.

"­Eltern erhalten ihn beim Kinderarzt. Anhand der Aufzeichnungen erkennt er gut Zusammen­hänge und kann dem Patien­ten angemessen helfen", sagt er. Kopfschmerz-Tagebücher gibt es auch Online zum Herunterladen.


Das hilft und beugt Kopfschmerzen vor

  • für Ruhe sorgen und Zuwendung schenken
  • ein kühles Tuch auf die Stirn legen
  • Schläfen, Scheitel und Nacken sanft massieren – zum Beispiel mit Pfefferminzöl, ist aber erst ab sechs Jahren geeignet
  • gezielte Entspannungsübungen machen
  • viel trinken
  • TV, Computer, Handy abschalten
  • Frischluft tanken

Wann mit Kopfschmerzen zum Arzt?

  • Das Kind hat einen grippalen ­Infekt. Die Kopfschmerzen werden stärker, beim Husten etwa tut es vor allem hinter der Stirn oder an den Wangenknochen weh. Das lässt auf eine Entzündung der Stirn- oder Kieferhöhlen schließen.
  • Plötzlich einsetzende und starke Kopfschmerzen mit Fieber, heftige Nacken­schmerzen sowie eine Licht- und Ge­räuschempfindlichkeit – sie sind Alarm­zeichen für eine mögliche Hirnhaut­entzündung.
  • Starke, sich ständig verschlimmernde Kopfschmerzen und Beschwerden, die länger als drei Tage anhalten.
  • Kopfschmerzen, die mit Schwindel oder Sehstörungen auftreten. Hier muss eine Erkrankung des Nerven­systems ausgeschlossen werden. 
  • Nach einem heftigen Sturz, Schlag oder Stoß auf den Kopf auftretende Kopfschmerzen. In diesem Fall kann ­­eine Gehirn­erschütterung vorliegen.
  • Mindestens ein Elternteil hat Mi­gräne? Dann könnte auch das Kind von der Erkrankung betroffen sein. Regelmäßig wiederkehrende Kopfschmerzen, die in ausgeprägten Fällen auch mit Übelkeit und Erbrechen einhergehen, deuten darauf hin.

Sanfte Strategien gegen Kopfschmerzen

Elke Wanie ist Apothekerin in Bad Aibling und Vorstandsmitglied der Landes­apo­thekerkammer Bayern

W&B/Simon Katzer

Das verschreibt der Arzt

Lassen die Kopfschmerzen nach gut einer Stunde nicht nach, darf ein Kinder-Schmerzmittel (Ibuprofen oder Paracetamol), alters­gerecht dosiert, verabreicht werden. Kopfschmerzmittel mit dem Wirkstoff Acetylsalicyl­säure sind absolut tabu! "­Diese Medi­kamente eignen sich nicht für ­Kinder und Jugend­liche bis 16 Jahre", so Elke Wanie, Apothekerin in Bad Aibling.

Migräneattacken werden dage­gen frühzeitig medikamentös be­handelt. Bei einer leichten Ausprägung verschreibt der Kinderarzt Ibuprofen oder Paracetamol. Für schwere Fälle gibt es spezielle Mittel (ab 12 Jahre) in Form von Nasensprays oder als Spritze.



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