Das Syndrom der polyzystischen Ovarien (PCOS) ist definiert als das Vorliegen eines polyzystischen Befundes der Eierstöcke. Polyzystisch heißt "viele Zysten". Diese "Zysten" der Eierstöcke sind jedoch keine echten Zysten, sondern vielmehr viele kleine Eibläschen (Follikel), die nicht heranreifen können und vorzeitig verkümmern. In einer Ultraschalluntersuchung kann das PCOS als Bildbefund dargestellt werden. Bei einer Laboruntersuchung wird meist eine Erhöhung zumindest eines der männlichen Geschlechtshormone, zum Beispiel Testosteron, im Blut festgestellt.
Anzeichen für die Erkrankung sind meist die Verlängerung des Zyklus (Oligomenorrhö), Ausbleiben des Eisprungs (Anovulation), unerfüllter Kinderwunsch, Haarausfall (Alopezie) vor allem am Scheitel, übermäßiger Haarwuchs (Hirsutismus) an typisch „männlichen“ Stellen wie im Gesicht, auf der Brust und auf den Schenkeln, ferner Akne oder übermäßige Talgproduktion der Haut (Seborrhö).
Bei 70 Prozent der Frauen mit dieser hormonellen Störung liegt auch Übergewicht vor. Zur Kinderwunschbehandlung werden Präparate eingesetzt, die den Hormonhaushalt wieder ins Gleichgewicht bringen: sogenannte antiöstrogene Substanzen oder das Follikel-stimulierende Hormon (FSH), das zur Bildung reifer Follikel und in der Folge zum Eisprung führt.
Priv.-Doz. Dr. med. Stefan Kissler, Experte der "Sprechstunde Schwangerschaft-Geburt-Stillen", in der Sie viele Fragen und Antworten rund um das Thema Schwangerschaft finden.
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Priv.-Doz. Dr. med. Stefan Kissler / surfmed / www.baby-und-familie.de;
17.01.2008, aktualisiert am 24.01.2012
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