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Warum ist die Früherkennung der angeborenen Hüftdysplasie so wichtig?

Früherkennung der angeborenen Hüftgelenkfehlbildung (Dysplasie): Warum ist sie so wichtig? Was bedeutet Hüftdysplasie? Aus der "Experten-Sprechstunde Kinderkrankheiten"


Hüftscreening mit Ultraschall sind Bestandteile der Vorsorgeuntersuchungen zwischen dem dritten und zehnten Lebenstag (U2) und der vierten bis sechsten Lebenswoche (U3)

Hüftdysplasie bedeutet, dass die Hüftpfanne zu flach ausgebildet ist. Dann besteht die Gefahr, dass der Hüftkopf bei zunehmender Belastung und Bewegung keinen Halt mehr in der Gelenkpfanne findet und vollständig aus der Hüftgelenkpfanne herausgleiten, sich also eine Hüftluxation (Auskugelung) entwickeln kann (zu Hüftkopf und Gelenkpfanne vgl. Frage: "Wie kommt es zu einer angeborenen Fehlbildung des Hüftgelenks?" aus der Sprechstunde Kinderkrankheiten – Kindergesundheit", Themenübersicht rechte Spalte oben).

Die Folgen sind verspätetes Gehenlernen, Schmerzen im Hüftbereich und schließlich eine Art „Watschelgang“, weil das Becken beim Laufen nicht mehr durch die Muskulatur waagrecht gehalten werden kann. Bei rechtzeitiger Behandlung der Hüftdysplasie kann diese Komplikation in jedem Fall verhindert werden.

Außerdem ist die Hüftdysplasie ein Hochrisikofaktor für die Entwicklung einer Hüftgelenksarthrose: Die Gewichtsübertragung vom Oberschenkel auf das Becken ist (durch das „Nichtineinanderpassen“ der Gelenkpartner) fehlerhaft, es zeigen sich frühzeitig (unter Umständen schmerzhafte) Abnutzungserscheinungen, die sonst eher erst im Alter auftreten.

Wird eine Hüftdysplasie früh erkannt und mit „breitem Wickeln“ (dabei wird eine Stoffwindel etwa 15 Zentimeter breit gefaltet und zwischen Body und Strampelanzug eingelegt) oder bei stärkerer Ausprägung mit einer „Spreizhose“ behandelt, kann das Pfannendach nachreifen und das Hüftgelenk sich normal entwickeln.

Zur Früherkennung einer Hüftdysplasie wird jedes Neugeborene zweimal (im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen U2 und U3) mittels Ultraschall, also ohne Strahlenbelastung, an beiden Hüften untersucht. Die frühzeitige Diagnosestellung ist von überragender Bedeutung, weil das kindliche Hüftgelenk nur bis zum Ende des zweiten Lebensjahres nachreifen kann.

Dr. med. Christa Kappler,
Prof. Dr. med. Dr. h. c. Dietrich Reinhardt,
ehem. Direktor des Dr. von Haunerschen Kinderspitals, Universität München



Die Experten der "Sprechstunde Kinderkrankheiten" beantworten zahlreiche interessante Fragen rund um die Kindergesundheit.




Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.



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www.baby-und-familie.de; 16.12.2008, aktualisiert am 05.09.2011
Bildnachweis: Panthermedia/GunnarEden

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