Durch die Routine-Ultraschalluntersuchung der Hüften des Neugeborenen (siehe Beitrag „Von der U1 bis zur U3“) wird die Diagnose „angeborene Hüftdysplasie“ heutzutage in aller Regel frühzeitig gestellt, so dass auch die Therapie rechtzeitig einsetzt. In diesen Fällen genügt eine Behandlung mit der Spreizhose von wenigen Wochen. Dies gilt auch bei einseitiger Fehlbildung. Der Arzt wird anhand einer Ultraschallkontrolle der Hüften den Erfolg der Behandlung überprüfen beziehungsweise bestätigen.
Die Spreizhose wird individuell angepasst und sollte mit ihrer Breitseite knapp beide Kniegelenke erreichen. Sie darf nicht zu breit gewählt werden, da ein zu großer Zug auf die Muskeln und ein allzu rasches Abspreizen eine gefürchtete Komplikation, die Hüftkopfnekrose (Nekrose bedeutet Gewebeuntergang), nach sich ziehen kann.
Schwere Veränderungen oder eine erst später einsetzende Therapie können eine längere Behandlung notwendig machen. Diese sollte einen Zeitraum von sechs Monaten jedoch nicht überschreiten, weil sonst die Bewegungsfreiheit zu sehr eingeschränkt wird.
Im Falle einer angeborenen Hüftluxation muss der Hüftkopf durch Extension, also schonende Überstreckung mittels Bandagen, in die richtige Position gebracht (reponiert) und anschließend etwa sechs Monate lang durch eine Gipsschiene in der Gelenkpfanne gehalten werden.
Dr. med. Christa Kappler,
Prof. Dr. med. Dr. h. c. Dietrich Reinhardt,
ehem. Direktor des Dr. von Haunerschen Kinderspitals, Universität München
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16.12.2008, aktualisiert am 05.09.2011
Bildnachweis: Panthermedia/GunnarEden
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