Wenn sich aus Babys Nabel eine kleine Beule wölbt, bekommen viele Eltern einen Schreck. Hinter dem kleinen Huckel steckt aber meist nur ein harmloser Nabelbruch. Der entsteht, wenn die Bauchmuskeln noch schwach sind oder eine Lücke aufweisen. Durch diese Zwischenräume drücken sich Gewebeschichten oder Flüssigkeit – und verursachen die typische Beule.
Das kommt ziemlich oft vor: Bei bis zu zehn Prozent der Säuglinge entsteht ein solcher Nabelbruch. Er tritt häufig in den Wochen kurz nach der Geburt auf. Obwohl Nabelbrüche nur in seltenen Fällen zu Komplikationen führen, empfiehlt Cornelia Katzorke, Ärztin für Neugeborene im Erzgebirgsklinikum in Annaberg-Buchholz, zum Arzt zu gehen. In den meisten Fällen verursachen die Brüche keine Schmerzen, das Gewebe ist weich und lässt sich zurückdrücken.
„Es kann aber passieren, dass Teile des Darms durch die Lücke im Gewebe gedrückt werden und schlimmstenfalls absterben. Deshalb sollte ein Kinderarzt kontrollieren, ob wirklich alles harmlos ist“, so Katzorke. Habe das Kind Schmerzen oder verfärbe sich die Schwellung, müsse sofort ein Arzt konsultiert werden.
Ein Nabelbruch verheilt meist binnen des ersten Lebensjahres von selbst. Bildet er sich nicht zurück, ist ein spontaner Verschluss unwahrscheinlich. Eine Operation sollte dennoch erwogen werden. Der Eingriff wird in der Regel erst vor dem Schuleintritt gemacht. Dabei setzt der Chirurg einen kleinen Schnitt und drückt die Ausbeulung durch die Bauchdecke nach innen. Anschließend näht er den Bauchmuskel zusammen. Dabei ist zwar eine Vollnarkose nötig, die Kinder können aber meist noch am selben Tag wieder heim.
Werden Neugeborene mit einem Nabelbruch vom Arzt wieder nach Hause geschickt, müssen sich die Eltern keine Sorgen machen. Besonderheiten bei der Pflege gibt es nicht zu beachten, weiß Hebamme Anett Boxberger aus Dresden. „Die Babys kann man normal waschen und wickeln, spezielle Nabelpflaster sind nicht notwendig“, erklärt sie. „Lange Schreiphasen sollte man versuchen zu vermeiden. Durch die Anspannung wird manchmal nur noch mehr Gewebe durch den Bruch gedrückt.“
Unsere Expertinnen:
Cornelia Katzorke ist Kinderärztin am Erzgebirgsklinikum in Annaberg-Buchholz.
Anett Boxberger ist Hebamme in Dresden.
Susanne Kailitz / Baby und Familie;
21.02.2011
Bildnachweis: W&B/Privat, W&B/Susanne Kailitz, Thinkstock/iStockphoto
Apotheken Umschau mit den Themen Krankheiten von A-Z>, Symptome, Medikamentencheck, Laborwerte, Heilpflanzen, Hausapotheke, Abnehmen, Gesundheitsvideos, Arzt- Apothekensuche, Gehirn-Jogging und Sport
Senioren Ratgeber mit Informationen rund um Krankheiten, Medikamente, gesund alt werden, altersgerechtes Wohnen, Pflege und Finanzen
Diabetes Ratgeber mit den Schwerpunkten Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2: Symptome, Behandlung und Ernährung bei Zuckerkrankheit