Die häufigste Ursache ist ein Missverhältnis zwischen kindlichem Kopf und mütterlichem Beckeneingang: Entweder ist der Kopf ist zu groß oder der Eingang des mütterlichen Beckens zu klein und/oder es hat eher eine männliche Form. Bei diesen Variationen kommt es dann zwangsläufig zu einem Geburtsstillstand im Beckeneingang, das heißt der kindliche Kopf ist noch nicht ins Becken gerutscht und der Muttermund bleibt meistens geschlossen oder nur wenig geöffnet.
Anders ist es beim Geburtsstillstand mit vollständig geöffnetem Muttermund und tief auf den Beckenboden getretenem kindlichen Köpfchen. Auch hierbei kann ein Missverhältnis bestehen, diesmal zwischen Kopf und Beckenausgang, oder es kann, was häufiger der Fall ist, eine Wehenschwäche bei der Gebärenden auftreten.
Bei einem Missverhältnis wie eingangs beschrieben kann die Ultraschalluntersuchung wichtige Hinweise geben. Wird beim Kind ein Geburtsgewicht von über 4 000 Gramm festgestellt, zum Beispiel durch Geburtsgewichtsschätzung mittels Ultraschallmessung, dann ist das Risiko für einen Geburtsstillstand deutlich erhöht. Das mütterliche Becken kann durch Beckenvermessungen von außen oder seltener noch durch Kernspintomografien eingeschätzt werden. In der täglichen Routine haben sich diese Vermessungen allerdings nicht durchgesetzt, da die Geburt ein sehr dynamischer Prozess ist und sich der kindliche Kopf beziehungsweise das Gefüge der mütterlichen Beckenknochen währenddessen ausgesprochen verformen und dehnen können.
Eine Wehenschwäche in der letzten Phase der Geburt lässt sich kaum vorhersagen und wird dann durch Medikamente behoben.
Prof. Dr. med. André Ahr, Experte der "Sprechstunde Schwangerschaft-Geburt-Stillen", in der Sie viele Fragen und Antworten rund um das Thema Schwangerschaft finden.
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Prof. Dr. med. André Ahr / surfmed / www.baby-und-familie.de;
24.01.2008, aktualisiert am 24.01.2012
Bildnachweis: Strandperle/itstockfree
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