Wegen der erhöhten Gefahr des Risses der Narbe der Gebärmutterwand (Uterusruptur) werden spätere, auf einen Kaiserschnitt folgende Geburten als Risikogeburten eingestuft. Das Risiko einer Uterusruptur ist jedoch durch eine Verbesserung der Operationstechnik in den letzten Jahrzehnten erfreulicherweise deutlich gesunken. Daher wird Schwangeren, die bereits eine Kaiserschnittgeburt hinter sich haben, bei unauffälligem Verlauf einer weiteren Schwangerschaft heute durchaus zu einer normalen Entbindung geraten, wenn das Kind nicht zu groß ist, das heißt nicht über 4 000 g wiegt (vgl. Frage: "Was sind die wichtigsten Gründe für einen Stillstand der Geburt?" aus der "Experten-Sprechstunde Schwangerschaft...", Übersicht siehe rechte Spalte).
Aufgrund des oben erwähnten Risikos empfehle ich jedoch ausdrücklich eine Entbindung in der Klinik und keine Hausgeburt (auch keine Geburt in einem Geburtshaus), denn wenn es tatsächlich zu einer Ruptur der Gebärmutter käme, dann wäre dies für die Mutter lebensbedrohlich, übrigens auch für das Kind, wenn es nicht schon geboren ist. Sofortige ärztliche Hilfe ist in dieser Situation absolut unerlässlich.
Prof. Dr. med. André Ahr, Experte der "Sprechstunde Schwangerschaft-Geburt-Stillen", in der Sie viele Fragen und Antworten rund um das Thema Schwangerschaft finden.
Diese Informationen enthalten nur allgemeine Hinweise und dürfen nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Sie können einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.
Prof. Dr. med. André Ahr / surfmed / www.baby-und-familie.de;
24.01.2008, aktualisiert am 06.04.2011
Bildnachweis: W&B/Bernhard Huber
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