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Wann sollte ich wegen eines Stimmungstiefs nach der Geburt zum Arzt gehen?

Ganz normaler Baby-Blues oder schon eine Depression: Wann sollte eine Stimmungskrise nach der Entbindung vom Arzt behandelt werden? Aus der "Experten-Sprechstunde Schwangerschaft-Geburt-Stillen"


Die sogenannten Heultage nach der Geburt betreffen viele frisch gebackene Mütter

Hält eine depressive Phase nach der Entbindung länger als zwei Wochen an, sollte die professionelle Hilfe eines Psychotherapeuten oder eines Psychiaters in Anspruch genommen werden. Als Hintergrundinformation dazu Folgendes: Bei fast der Hälfte der Wöchnerinnen kommt es, vermutlich durch hormonelle Umstellungen, für ein paar Tage zum sogenannten „Wochenbett-Blues“. Die betroffenen Frauen sind erschöpft, niedergeschlagen und weinen viel.

Wenn diese depressive Phase sehr ausgeprägt ist oder länger anhält, könnte es sich auch um eine Wochenbettdepression handeln. Das hat dann mit dem „Wochenbett-Blues“ nichts mehr zu tun. Eine Wochenbettdepression kann noch Monate nach der Entbindung auftreten und bedarf fachkundiger Hilfe, manchmal auch einer Klinikbehandlung, denn es gilt nicht nur die offensichtlich depressive Gemütslage, sondern auch oft damit verbundene Symptome wie Antriebslosigkeit, Versagensängste oder sogar Selbstmordgedanken abzuwenden. Neben der ärztlichen Gesprächstherapie werden für einen begrenzten Zeitraum auch Medikamente, in erster Linie Antidepressiva, verordnet. Eine Wochenbettdepression im eigentlichen Sinne tritt allerdings nur sehr selten – etwa bei einer von tausend Frauen – auf, und nicht jede Verstimmung oder körperliche und seelische Erschöpfung muss als Depression interpretiert werden. Meistens lässt sich das Stimmungstief hinreichend mit der Umstellung auf die neue Lebenssituation erklären, die nun ganz im Zeichen der Verantwortung für das Kind steht, und es legt sich auch bald wieder.

 

 

Prof. Dr. med. André Ahr, Experte der "Sprechstunde Schwangerschaft-Geburt-Stillen", in der Sie viele Fragen und Antworten rund um das Thema Schwangerschaft finden.



Diese Informationen enthalten nur allgemeine Hinweise und dürfen nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Sie können einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.



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Prof. Dr. med. André Ahr / surfmed / www.baby-und-familie.de; 25.01.2008, aktualisiert am 26.01.2012
Bildnachweis: iStock/lightkeeper

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