Kaiserschnitt: letzte Lösung bei stagnierender Geburt und einzige Wahl, wenn der natürliche Weg ausscheidet
Auf diese Frage gibt es keine allgemein gültige Antwort. Grob orientierend wird ein Kaiserschnitt empfohlen, wenn über zwei Stunden kein wesentlicher Geburtsfortschritt stattfindet.
Tatsächlich ist die Geburt ein sehr dynamischer Prozess mit verschiedenen Phasen. Sollte sich bei einer Erstgebärenden die Eröffnung des Muttermundes nur sehr langsam entwickeln, aber immerhin voranschreiten, zum Beispiel von zwei auf vier Zentimeter über vier Stunden, kann man weiter abwarten, vorausgesetzt Mutter und Kind geht es gut.
Kommt es tatsächlich zu einem Geburtsstillstand, zum Beispiel infolge zu starker Verspannungen der Mutter aufgrund des Wehenschmerzes, kann eine rückenmarknahe Betäubung (Periduralanästhesie, vgl. Frage: “Ist eine Rückenmarkbetäubung bei Geburtsstillstand noch möglich?“ aus der "Experten-Sprechstunde Schwangerschaft...", Übersicht siehe rechte Spalte oben) eine Alternative zum Kaiserschnitt sein. Durch die Schmerzerleichterung entspannt sich die Gebärende, und der Kopf des Kindes tritt tiefer ins Becken, die Geburt macht wieder Fortschritte, und der Kaiserschnitt kann vermieden werden.
Prof. Dr. med. André Ahr, Experte der "Sprechstunde Schwangerschaft-Geburt-Stillen", in der Sie viele Fragen und Antworten rund um das Thema Schwangerschaft finden.
Diese Informationen enthalten nur allgemeine Hinweise und dürfen nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Sie können einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.
Prof. Dr. med. André Ahr / surfmed / www.baby-und-familie.de;
25.01.2008, aktualisiert am 26.01.2012
Bildnachweis: PhotoDisc/ RYF
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