Kaiserschnittnarbe richtig pflegen

Ein Kaiserschnitt verursacht eine größere Wunde. Was Frauen für die Heilung und eine schöne Narbe tun können

von Daniela Frank, aktualisiert am 19.02.2016

Kaiserschnittnarbe: Die Rötung vergeht, dann bleibt nur ein unauffälliger Strich

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Ein Kaiserschnitt ist zwar ein Routineeingriff – manche Frauen ziehen ihn sogar einer natürlichen Geburt vor. Trotzdem ist er eine größere Bauchoperation, die eine Narbe zur Folge hat. In der Regel befindet sich diese an einer unauffälligen Stelle: Der Arzt setzt einen etwa zehn Zentimeter langen Schnitt knapp oberhalb des Schambeins. Das hat vor allem kosmetische Gründe.

Bei gesunden Kindern ist es zudem besser, wenn die Geburtshelfer sie durch einen kurzen Schnitt und eine relativ kleine Öffnung herausdrücken: Das presst das Fruchtwasser weitgehend aus der Lunge, ähnlich wie eine natürliche Geburt. "Manchmal muss der Schnitt aber etwas länger sein", sagt Dr. Babett Ramsauer, Gynäkologin und leitende Oberärztin der Klinik für Geburtsmedizin am Vivantes-Klinikum Neukölln in Berlin. "Zum einen, wenn das Kind besonders groß ist – zum anderen bei Babys, die man vorsichtig aus dem Bauch holen möchte, zum Beispiel Frühgeburten."


Kaiserschnitt-Wunde verklebt schnell

Nach der Operation verschließt der Arzt den Schnitt mit einer Naht oder Klammern. Normalerweise verklebt die Wunde innerhalb einiger Stunden. Sie wässert oder blutet dann nicht. Gegen Schmerzen stehen effektive Medikamente zur Verfügung. "Auch für Stillende gibt es geeignete Schmerzmittel", sagt Ramsauer. "Sie sollten auf jeden Fall welche nehmen, denn es ist wichtig, dass sich Mütter nach der Geburt entspannen und gut schlafen."

Schon am Folgetag kann die Frau wieder duschen – baden sollte sie in den ersten drei Wochen allerdings nicht. Das weicht die Haut zu sehr auf. Spezielle Duschprodukte sind nicht nötig. Nach der Brause die Wunde einfach trockentupfen. "Dazu braucht man kein extra Handtuch nehmen", sagt Ramsauer. "Falls es sich unangenehm anfühlt, kann die Frau die Stelle auch trockenföhnen." Am besten sollte sie aber in der ersten Zeit weite Kleidung tragen und darauf achten, dass der Hosenbund nicht an der Narbe scheuert. "Hier in der Klinik polstern wir sie oft einfach mit Wochenbett-Vorlagen", sagt Ramsauer.

Stelle möglichst wenig belasten

Außerdem sollte kein Druck oder Zug auf der Narbe lasten. "Mütter mit älteren Kindern sollten darauf achten, dass sie keinen Fußtritt oder Ähnliches abbekommen", sagt Ramsauer. "Ansonsten brauchen sich Frauen nach einem Kaiserschnitt nicht intensiver schonen als andere." Die Faszie, die den Bauchmuskel hält, werde bei der Operation durchgeschnitten. "Sie muss sehr sorgfältig genäht werden", so die Expertin. Dann gelte aber wie auch bei anderen Schwangeren: In den ersten vier bis sechs Wochen kein Bauchmuskeltraining, zum Aufstehen aus dem Bett am besten über die Seite rollen, aus den Beinen heraus heben – und keinesfalls schwer.

Nach fünf Tagen ist der Schnitt in der Regel so weit verheilt, dass die Fäden gezogen oder die Klammern entfernt werden können. Ungefähr bis zu diesem Zeitpunkt sind Mütter nach einem Kaiserschnitt ohnehin im Krankenhaus und werden dort unterstützt. Danach übernimmt die Hebamme. Anfangs sieht die Narbe noch frisch, oft etwas rot und geschwollen aus. Im Laufe der Zeit wird sie blasser, nach etwa drei Wochen ist sie in der Regel gut verheilt. Aber auch dann verändert sie sich noch. "Bis sie ihren endgültigen Zustand erreicht hat, dauert es fast ein Jahr" sagt Ramsauer. 

Kaiserschnittnarbe nach dem Duschen massieren

Etwa zwei Wochen nach dem Kaiserschnitt kann die Frau damit beginnen, die Narbe nach dem Duschen kurz mit etwas Bodylotion zu massieren. "Das macht sie weicher", sagt Ramsauer. Dazu seien keine speziellen Narbencremes nötig. "Auf das Massieren kommt es an", so die Expertin. Nur bei einer krankhaften Narbenbildung, die sich in seltenen Fällen nach drei bis vier Wochen entwickeln kann, behandle der Arzt mit entsprechenden Präparaten.

Während des Heilungsprozesses kann die Narbe jucken. "Das ist ein Zeichen dafür, dass die Wundheilung ihren normalen Weg geht", sagt Ramsauer. "Die durchtrennten Nerven fangen an, wieder zu reagieren." Die Gegend ein paar Zentimeter um die Narbe herum ist anfangs noch taub. Bis die Nerven wieder vollständig nachgewachsen sind, dauert es mindestens ein halbes Jahr.

Bei anhaltenden Schmerzen zum Arzt

Falls die Wunde beginnt, unangenehm zu pochen oder wenn sie nach vorheriger Besserung plötzlich wieder wehtut, sollte die Frau zum Arzt gehen. Dies gilt auch, wenn die Schmerzen nach vier bis fünf Tagen immer noch stark sind sowie wenn die Stelle rot, heiß oder dick ist, Wundflüssigkeit, Blut oder Eiter austritt. "In der Regel heilen Kaiserschnittnarben aber gut", sagt Ramsauer.

Wird später ein weiterer Kaiserschnitt gemacht, liegt der Schnitt an der gleichen Stelle. Der Arzt entfernt die alte Narbe soweit wie möglich, damit die neue Wunde besser heilt. Denn ehemaliges Narbengewebe ist nicht so gut durchblutet, und das wirkt sich auf den Heilungsprozess aus. "Heutzutage ist aber eine natürliche Geburt nach einem Kaiserschnitt immer öfter möglich", sagt Ramsauer.



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