Eine Periduralanästhesie, kurz PDA (rückenmarknahe Betäubung oder "Leitungsanästhesie", bei der ein Betäubungsmittel zwischen die innere Bindegewebsschicht des Wirbelkanals und die (äußere) Rückenmarkshaut gespritzt wird), kann zu jedem Zeitpunkt der Geburt angeboten werden. Anderslautende Aussagen, dass dies zum Beispiel nur zu Beginn der Geburt möglich sei, entsprechen nicht den Tatsachen. Allerdings sollte ein Zeitfenster zwischen Anlage der PDA und Wirkung von zirka 20 Minuten liegen. Das heißt, diese Zeit müssen Mutter und Kind noch ohne Schmerzbekämpfung bewältigen.
Auch eine weitere Form der Leitungsanästhesie, nämlich eine Spinalanästhesie (Einspritzen des Betäubungsmittels in den Rückenmarkskanal), etwa vor einem geplanten Kaiserschnitt wegen eines Geburtsstillstands, kann unmittelbar vor der Operation stattfinden. Gerade bei einem Kaiserschnitt ist eine regionale Leitungsanästhesie weitaus weniger belastend für Mutter und Kind als eine Vollnarkose.
Prof. Dr. med. André Ahr, Experte der "Sprechstunde Schwangerschaft-Geburt-Stillen", in der Sie viele Fragen und Antworten rund um das Thema Schwangerschaft finden.
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Prof. Dr. med. André Ahr / surfmed / www.baby-und-familie.de;
25.01.2008, aktualisiert am 26.01.2012
Bildnachweis: W&B/Swen Sallwey/Szczesny
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