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Der Geburtsvorbereitungskurs – aus Männersicht

Der Geburtsvorbereitungskurs: An diesem Termin kommt kaum ein Mann vorbei, der zum ersten Mal Papa wird. Muss das wirklich sein?


Übung in jedem Geburtsvorbereitungskurs: Wie der werdende Vater der werdenden Mutter helfen kann, bei einer Geburt die Wehen besser zu ertragen

Die Argumente sind nicht von der Hand zu weisen: Im Geburtsvorbereitungskurs lernen Männer vor allem, dass sie bei der Geburt eigentlich kaum etwas anderes tun können, als daneben zu stehen und zuzuschauen. Wozu dann soll ich den Kurs besuchen, wird sich der ein oder andere fragen? Im schlimmsten Fall ist ein komplettes Wochenende weg, und Geld kostet es oft auch noch (zwischen 50 und 100 Euro bei Kompaktkursen).

 

So scharf analytisch zu denken ist typisch Mann. Das hat ja oft auch seine Vorteile, ist in diesem Fall aber unangebracht. Denn die Geburt eines Babys ist Frauensache, der Vorbereitungskurs ein Teil davon – und der Mann ein Teil des Kurses. Fertig. Stellen Sie sich die Situation vor: Zehn Paare finden sich ein am Samstagvormittag zum Vorbereitungskurs, die Frauen alle in einer sichtbar fortgeschrittenen Schwangerschaft, alle strahlen vor Glück. Nur Ihre Partnerin nicht, weil sie die einzige ist ohne dem werdenden Vater an ihrer Seite. Ein denkbar schlechter Beitrag, den Sie in Sachen Geburt durch Ihre Abwesenheit an dieser Stelle leisten.

 


Also, Sie müssen mitgehen, es hilft nichts. Viele machen das ja auch tatsächlich gerne. Andere nicht. Wenn Sie Glück haben, hat sich Ihre Partnerin für eine Variante des Kurses entschieden, der einmal die Woche stattfindet (das Ganze über einen längeren Zeitraum). Hier sind die Männer meist nur an einem Abend vorgesehen. Bei einem Wochenend ist das Wochende ausgebucht. Gewöhnen Sie sich am besten an verplante Wochenenden. Es wird nicht mehr lange dauern, dann ist das der Normalzustand in Ihrem Leben.

 

Was erwartet Sie im Kurs? Neben den anderen Teilnehmern zunächst einmal eine meist sehr freundliche Hebamme, mit entspannter Stimme, die viel Ruhe ausstrahlt. Das ist auch gut so. Der Kurs ist ja sozusagen nur eine Trockenübung. Jetzt schon zu demonstrieren, dass eine Geburt in echt – vor allem gegen Ende – laut, aufgeregt und anstregend ist, würde vielleicht mehr abschreckend wirken als der Sache dienend.

 

Fester Bestandteil des Kurses ist den Ablauf einer Geburt zu besprechen. Meist demonstrieren das die Hebammen recht anschaulich mit einer Baby-Puppe und einem Modellbecken. Für den interessierten Mann eine durchaus spannende Lehrstunde. Für alle anderen nochmals eine deutliche Vorführung, welche unglaubliche Leistung Frauen erbringen, wenn sie den Nachwuchs auf die Welt pressen.

 

Weiterer Punkt auf dem Lehrplan: Die Wehen einigermaßen gut überstehen. Zwar erfährt Mann hier, dass er hier und da Hilfestellung leisten kann – zum Beispiel durch Massageeinheiten, Stützen, etc. Allzu oft ist das aber reine Theorie. Die Praxis sind meist anders aus. In der frühen Phase einer Geburt mag solch Hilfestellung denkbar sein. Aber da kommt die Frau üblicherweise noch ganz gut alleine klar. In der Endphase hingegen, wenn die Wehen richtig unangenehm werden, berichten Frauen häufig, dass sie ihren Partner garnicht mehr richtig wahrnehmen. Ob Sie da sind oder nicht, spielt keine Rolle. Wie hat es mir einmal eine Mutter von zwei Kindern beschrieben: „Es war mir vollkommen egal, wen ich in dem Moment zusammenschreie und die Hände zerdrücke“. Aber vielleicht es ja bei Ihnen ganz anders, und Sie können Ihrer Partnerin tatsächlich etwas helfen. Hoffentlich erinnern Sie sich in der ganzen Aufregung dann noch an die Übungen aus dem Vorbereitungskurs.

 

Sie werden im Kurs viele Begriffe kennen lernen, von denen Sie bisher nichts wussten, die aber demnächst zum ganz alltäglichen Wortschatz gehören. Zum Beispiel das „Wochenbett“. Soviel schon mal vorab: Es hat nichts mit einer Woche zu tun und auch nichts mit einem Bett.

 

Und vor allem wird Ihnen nach dem Kurs so richtig bewusst werden: „Huch! So langsam wird es richtig ernst“. Vielleicht zum ersten Mal seit Bekanntwerden der Schwangerschaft ging es stundenlang nur um diesen einen neuen Menschen, der in Kürze zu Ihrem Leben gehören wird wie das Atmen und Schlafen. Und das ist doch schön. Mit diesem Gedanken im Kopf überstehen hoffentlich auch Abgeneigte einen Geburtsvorbereitungskurs.




Bildnachweis: iStock/OSTILL

Burkhardt Röper / www.baby-und-familie.de; 20.09.2010, aktualisiert am 19.09.2013
Bildnachweis: iStock/OSTILL

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