Früher wurde der Damm zur Schonung des Beckenbodens, zur Beschleunigung der Geburt und wegen einer angeblich besseren Wundheilung sehr häufig geschnitten. Diese Begründungen sind nach systematischer Überprüfung der Daten heutzutage nicht haltbar. Daher ist die Häufigkeit von Dammschnitten in den Kreißsälen immer weiter rückläufig. Tatsächlich gibt es nur wenige Gründe, die für den Dammschnitt sprechen. Dazu gehören zum Beispiel ein zu großer Kopf des Kindes und Stillstand der Geburt, ein sehr langer Damm und damit eine Art Geburtshindernis. Auch vor Entbindungen mit der Geburtszange oder Saugglocke wird ein Dammschnitt vorgenommen, um dem kindlichen Köpfchen mehr Platz zu bieten.
Im Kennenlerngespräch der Schwangeren mit dem Kreißsaalteam ist es sinnvoll, über das Pro und Kontra eines Dammschnitts zu sprechen und gegebenenfalls den Wunsch zu dokumentieren, bei der Niederkunft auf den Dammschnitt zu verzichten beziehungsweise ihn nur dann vorzunehmen, wenn er dringend notwendig ist. In der Schwangerschaft kann durch eine Dehnung und Massage des Dammes eine höhere Flexibilität des Dammes erreicht werden, wodurch sich das Risiko eines Dammschnitts oder Dammrisses reduziert.
Prof. Dr. med. André Ahr, Experte der "Sprechstunde Schwangerschaft-Geburt-Stillen", in der Sie viele Fragen und Antworten rund um das Thema Schwangerschaft finden.
Diese Informationen enthalten nur allgemeine Hinweise und dürfen nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Sie können einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.
Prof. Dr. med. André Ahr / surfmed / www.baby-und-familie.de;
24.01.2008, aktualisiert am 26.01.2012
Bildnachweis: PhotoDisc/RYF
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