Schnitzeljagd für Kinder: Eine Anleitung

Ein idyllisches Gelände, knifflige Hinweise und am Ende ein Finderlohn: So organisieren Eltern eine Schnitzeljagd für Kinder
von Sandra Schmid, Larissa Gaub, aktualisiert am 02.06.2017

„Wo ist nur der nächste Hinweis?" Kinder lieben eine abenteuerliche Schnitzeljagd

Jupiter Images GmbH/Goodshot

Eine Spur verfolgen, den versteckten Piratenschatz suchen oder einen Geheimagenten jagen? Manche Spiele sind einfach zeitlos spannend. Die Schnitzeljagd gehört definitiv dazu. Dabei führen mehrere Hinweise schließlich zu einem "Schatz". Kinder lieben es, unbekanntes Gelände zu erforschen, Rätsel und Aufgaben zu lösen. Vor allem auf Kindergeburtstagen zählt die Schnitzeljagd oder Schatzsuche zu den beliebtesten Höhepunkten. Mit unseren Tipps wird sie bestimmt nicht langweilig: Wie Eltern – dem jeweiligen Alter der Kinder entsprechend – so ein Abenteuer für kleine Detektive organisieren.

Das Gelände

Eigentlich kann eine Schnitzeljagd überall stattfinden – im Wald, im Hinterhof, selbst in einer kleinen Wohnung. "Nur Vorsicht bei einer Schnitzeljagd auf der Straße. Erfahrungsgemäß achten die Kinder nämlich nicht immer auf den Verkehr, wenn sie damit beschäftigt sind, Hinweise zu suchen", sagt Eva Hofmann, Spielpädagogin vom Fachverband Offene Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in Essen.

Wichtig: Gehen Sie die Strecke vorher schon einmal ab, um die Dauer abschätzen zu können und mögliche Gefahrenquellen (viel befahrene Straßen!) auszuschließen. Die Kinder nicht allein um die Häuser oder in den Park ziehen lassen.

Die Dauer

Je jünger die Teilnehmer, umso kürzer sollte eine Schnitzeljagd dauern. Für kleinere Kinder bis fünf Jahre sollte die Schnitzeljagd nicht länger als 30 bis 45 Minuten dauern. "In den Gruppen gibt es es meist Anführer, die besonders schnell sind und als erstes die Rätsel erraten. Langsamere oder kleinere Kinder laufen dann nur hinterher", so Hofmann. Tipp der Expertin: Damit alle kleinen Teilnehmer Spaß haben, sollten Sie lieber zwei kürzere Schnitzeljagden mit durchmischten Teams machen. Für Detektive, die schon lesen und schreiben können, kann die Jagd länger dauern, etwa 90 Minuten.

Die Vorbereitung

  • Eigentlich braucht man für eine Schnitzeljagd nicht viel, außer ein paar kreative Ideen. Um Pfeile an Bäumen oder auf dem Straßenboden zu markieren, eignet sich am besten weiße Kreide. Mit schweren Steinen können die Hinweiszettel fixiert werden. Tipp der Expertin: Erkunden Sie selbst vorher ganz genau das Gelände. Wo sind Gefahrenstellen, zum Beispiel Abhänge oder Bäche? Können die Hinweise auch aus der Perspektive der Kinder gut entdeckt werden? 
  • Für Kinder, die noch nicht lesen können, müssen Sie ganz besondere Instruktionen in Form von Bilder- oder Farbrätseln machen.
  • Je kleiner die Kinder sind, umso wichtiger ist es, dass pro Gruppe eine Begleitperson mitgeht, die natürlich auch gegebenenfalls die Hinweiszettel vorliest. "Im Wald ist es immer sinnvoll, wenn Kinder begleitet werden. Allerdings sollte sich der Erwachsene bei den Aufgaben zurückhalten", so Hofmann.
  • Die Erwachsenen sollten für den Notfall mit einem Handy ausgestattet sein. Wichtig: "Immer genau vorher absprechen, wo das Ziel ist und in welche Richtung die Teams geleitet werden sollen."
  • Für Kinder bis sieben Jahren ist die klassische Schnitzeljagd am besten geeignet: Die Kinder werden in zwei Gruppen aufgeteilt. Das erste Team fängt an und hat eine Viertelstunde Vorsprung. Dann startet das nächste. Die Zeiten der Kinder können auch gestoppt werden. Tipp der Spielpädagogin: Die Gruppengröße von fünf Kindern ist ideal.

Der Schatz

Ziel der Jagd: die Schatztruhe. Das kann ein alter Karton, in Silberpapier eingewickelt, eine Plastiktruhe oder Holzkiste sein, gefüllt mit Goldtalern, Flummis oder – beim Kindergeburtstag – mit den Mitgebsel-Tütchen.

Eine Schatzkarte basteln

  • Ein Stück Backpapier mehrmals vorsichtig zerknüllen und wieder glätten.
  • Die Ränder leicht mit einem Feuerzeug ansengen. Vorsicht: Das Papier soll nicht abbrennen!
  • Was muss alles auf die Schatzkarte? Kompass, wichtige Tipps: Ist ein Hinweis auf dem Spielplatz versteckt? Oder klebt er unter einer Parkbank? Diese Dinge dann unbedingt einzeichnen.
  • Mit Bleistift die Karte vorzeichnen, später mit Bunstiften ausmalen.

Schatzsuche 1 (für ca. 4-Jährige)

Diese Variante für die ganz Kleinen funktioniert im Haus genau so wie im Garten. In diesem Alter ist es am besten, wenn alle Kinder zusammen mit der Begleitperson losziehen. Zeichnen Sie im Vorfeld eine übersichtliche Schatzkarte mit großen plastischen Bildern von Bäumen oder Sträuchern und deutlichen Richtungsanzeichen. Für Kinder ab vier Jahren reichen fünf Stationen aus, die nicht zu weit auseinanderliegen sollten.

Der Spielleiter gibt Hinweise, die Stationen sind mit bunten Luftballons oder Schleifchen gekennzeichnet. Bei gutem Wetter können Sie die Tipps auch mit Kreide aufmalen. An jeder Station erwartet die Kinder eine Aufgabe: Topfschlagen, ein Lied singen oder auf einem Bein um den Baum hüpfen, danach gibt’s den nächsten Hinweis vom Spielleiter. Am Ende der Schatzsuche gibt es einen Schatz in Form von Schokoladentalern und Murmeln – am originellsten in einer Truhe.

Schnitzeljagd 2 (für ca. 5-Jährige)

Markieren Sie im Vorfeld die Route, am besten gut sichtbare Pfeile mit einer weißen Kreide auf Bäumen oder großen Steinen. Für diese Altersgruppe sollte es alle 20 bis 30 Schritte eine Kennzeichnung geben, die von den Kindern leicht entdeckt werden kann. An den jeweiligen Stationen (gekennzeichnet durch Luftballons oder bunte Tücher) finden die Kleinen ein Puzzleteil der Schatzkarte. Im Ziel angekommen können die Kinder den Schatz mithilfe der Karte suchen. Dieser kann eine "Schnitzeljagd-Geburtstagsmenü" oder eine kleine Belohnung sein.

Extraaufgabe: anfangs kleine Säckchen verteilen. Während der Schnitzeljagd müssen die Kinder Tannenzapfen, Steine und einen Zweig sammeln. Wer am Schluss alles beisammen hat, bekommt eine Sonderbelohnung.

Schnitzeljagd 3 (für 6-7-Jährige)

Gehen Sie vorher die vorbestimmte Route, beispielsweise im Wald, ab und hinterlassen neben den Richtungspfeilen an den Stationen Hinweise auf die nächste Station. Diese am besten unter einer Parkbank verstecken oder auf dem Spielplatz verbuddeln. Denn die Kinder wollen nicht nur suchen und rätseln, sondern auch toben. Die nächste Station sollte gut sichtbar vom jeweiligen Standort sein ("Rechts von euch seht ihr vier Bäume. Unter dem größten wartet der nächste Hinweis auf euch").

Beliebt sind auch Geschicklichkeits- und Denkaufgaben, etwa über einen Baumstamm balancieren oder kleine Rechenaufgaben lösen. Die Ergebnisse aneinandergereiht ergeben zum Beispiel eine Telefonnummer (Vorwahl oder ersten Teil schon vorgeben!), unter der die Kinder den nächsten Hinweis bekommen. Bei jedem Hinweis liegt auch ein ausgeschnittener Buchstabe, den die Kinder mitnehmen müssen. Wenn sie das Ziel erreicht haben, gibt es den letzten Buchstaben. Daraus müssen sie nun das Lösungswort bilden. Dann erst wird die Zeit gestoppt.

Wieso heißt die Schnitzeljagd so?

Woher kommt eigentlich der Name Schnitzeljagd? Oder heißt es doch Schnipseljagd? Beides ist richtig! Obwohl wir keine echten Wiener Schnitzel jagen. In Bayern oder auch Österreich spricht man nicht nur bei Fleisch von Schnitzeln, sondern auch bei kleinen Papierschnipseln. Deswegen heißt es dort Schnitzel- und nicht Schnipseljagd.

Viel Spaß beim Spielen!


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