Pflänzchen ziehen auf der Fensterbank

Draußen hat es nachts noch Frost, Hobbygärtnern ­kribbelt es aber längst in den Fingern. Warum nicht die grüne Saison im Wohnzimmer eröffnen?

von Marian Schäfer, aktualisiert am 26.02.2016

Kinder lieben es, Pflanzen anzubauen und sie wachsen zu sehen

plainpicture GmbH & Co KG/Rachel Frank

Kinder lieben es, im Garten zu helfen. Was tun also, wenn es bis zum Frühling noch lange hin ist? Eltern können schon viele Wochen früher mit dem Vorziehen der ersten Pflanzen loslegen – und ihren Kleinen damit eine große Freude machen. Das geht ganz bequem auf der Fensterbank. Töpfe bemalen, mit Erde arbeiten, Samen einsäen und ihre eigenen Pflänzchen schließlich sprießen und wachsen sehen macht Kindern viel Spaß. Thomas Wagner vom Bundesverband Deutscher Gartenfreunde in Berlin erklärt, welche Pflanzen sich für Familien ungefähr ab März schon lohnen – und später auch ins Kinderbeet oder in einen größeren Topf auf den Balkon überführt werden können.


Gemüse-Pflänzchen ziehen: So geht's

"Für kleine Gemüsegärtner bieten sich Paprika, Tomaten und Auberginen an", sagt Thomas Wagner. Am besten immer ein Samenkorn pro Topf in eine kleine Erdkuhle legen und mit Erde bedecken – zumindest, wenn es sich um Dunkelkeimer handelt. "Informationen dazu findet man auf den Samentütchen. Lichtkeimer (wie zum Beispiel Gartenkresse) dürfen nicht mit Erde bedeckt werden", betont Wagner. Sind die Samen gesetzt, muss die ­­Erde befeuchtet werden. Gut ist manchmal ein Verdunstungsschutz – dazu einen Gefrierbeutel wie eine Mütze über den Topf stecken. Wichtig: Die Tüten abnehmen, sobald die ersten Blättchen deutlich zu sehen sind (bei Tomaten kommen die ersten schon nach etwa zehn Tagen).

Die Töpfe an einem hellen und gut geheizten Platz stellen: 20 bis 24 Grad sollten es opti­malerweise sein. Ab Mitte Mai können Paprika-, Tomaten- und Auberginen­pflänzchen dann ins Gartenbeet. "In ­einen Kübel auf dem Balkon dürfen sie bereits einen Monat früher. Das hat auch den Vorteil, dass man sie bei einem überraschenden Nachtfrost noch einmal reinstellen kann", sagt Thomas Wagner.

Küchen-Kräuter drinnen anbauen

Kräuter auf der Fensterbank lohnen sich eigentlich immer – und können das ­­ganze Jahr lang gezogen werden. "Man spart Geld und hat meist auch einen besseren Geschmack", meint der Experte. Er empfiehlt Petersilie, Schnittlauch und insbesondere Gartenkresse: "Sie ist äußerst einfach anzubauen und in der kalten Jahres­zeit ein echter Fitmacher", findet Wagner. Mit ihrer Kombination aus Vitamin C, Vitamin B 6, Eisen, Kal­zium und Folsäure rege die Kresse nicht nur den Stoffwechsel an, sondern ­könne auch gegen Frühjahrsmüdigkeit helfen.

Vor allem aber: Wird sie regelmäßig (aber sparsam!) gegossen, kann die erste Kresse schon nach einer Woche mit der Küchen­schere geschnitten werden. "Kräuter nie zu viel gießen. Durch Staunässe fangen sie schnell an zu faulen", sagt ­Thomas Wagner. Während Kressesamen nur auf die Erde gestreut werden, gehören Petersilie und Schnittlauch zu den Dunkel­keimern. Ihre Samen kommen daher in die Erde. Alle drei Kräuter lieben es hell und eher kühl. Das Fensterbrett in der Küche ist für sie also ideal. 

Exotisch: Knoblauch aus der eigenen Wohnung

Wem Kresse und Schnittlauch zu langweilig sind, kann es mal mit Zimmerknoblauch probieren. Der kommt ursprünglich aus Südafrika und wird auch als Kap­lilie bezeichnet. "Er ist noch ein Neuling im Kräutersortiment. Aber er könnte ein echter Hit werden", meint Wagner. Auf der Fensterbank gezogen, zeigt diese Knollen­pflanze nämlich viele Monate im Jahr ­einen schönen violetten Blütenflor.

Die Blätter des Zimmerknoblauchs lassen sich wie Schnittlauch nutzen, die Knollen wie normaler Knoblauch. "Als echter Kapbewohner ist er an gemütliche Zimmertemperaturen angepasst", so Wagner. Um die 20 Grad freuen ihn. Die Erde sollte stets leicht feucht sein. "Wer noch einmal im Monat etwas Flüssigdünner zugibt, darf sich über einen ordentlichen Vorrat Knoblauch freuen."



Haushalt: Genau wie Mama und Papa

Kinder spülen gemeinsam ab

Zuhause mithelfen: Was können Kinder wann? »

Schon kleine Kinder möchten gerne im Haushalt mithelfen. Anfangs produzieren sie nichts als Chaos. Warum es sich trotzdem lohnt, den Nachwuchs mitmachen zu lassen  »

Bildnachweis: plainpicture GmbH & Co KG/Rachel Frank
Mutter mit Kleinkind auf dem Schoß am Laptop

Newsletter abonnieren

Hier können Sie unseren kostenlosen Newsletter abonnieren »

Mutter mit Kind arbeitet vor dem Laptop

Entwicklungsnewsletter

Erhalten Sie alle zwei Wochen Infos zum ersten Lebensjahr Ihres Kindes »

Finden Sie Fremdsprachen im Kindergarten wichtig?

© Wort & Bild Verlag Konradshöhe GmbH & Co. KG

Weitere Online-Angebote des Wort & Bild Verlages