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Mit Kindern in die Berge

Wandertouren mit der ganzen Familie machen einen Riesenspaß. Damit Sie und Ihre Kinder die Gipfel auch wirklich sicher und entspannt stürmen können, hier einige praktische Tipps


Wer mit Kindern in den Bergen unterwegs ist, sollte ein paar Regeln beachten

Das Wandern ist des Müllers Lust. Und auch für Kinder kann ein Ausflug in die Bergwelt ein spannendes Abenteuer sein. Im Gebirge gibt es gerade für die Kleinen phantastische Dinge zu entdecken: verwunschene Wege, seltene Pflanzen, geheimnisvolle Steinformationen. Umso wichtiger ist es für die Eltern im Vorfeld den Ausflug in die Berge kindgerecht zu planen und die Tour dem Alter und Können der Kinder anzupassen.

Ab welchem Alter in die Berge?

Solange die Kinder noch nicht alleine über längere Strecken laufen können, empfiehlt sich eine so genannte Kraxe (Tragegestell für den Rücken). „Für die Kraxe müssen die Kinder aber auf jeden Fall schon alleine stabil sitzen können,“ sagt Caroline Challiè vom Deutschen Alpenverein.

Weitere Tipps für "Kraxen-Eltern":

  • Sonnenschutz sowie Wind- und Kälteschutz für die Kleinen nicht vergessen!
  • „Immer wieder Pausen einlegen, am besten stündlich,“ rät Challié. Dabei die Kleinen stets aus der Kraxe nehmen, damit sie sich bewegen können.
  • Erwachsene mit Kraxe sollten sichere Bergwanderer sein. Für die Balance und die Trageerleichterung sind Stöcke empfehlenswert.

Ab einem Alter von etwa drei Jahren wollen die meisten Kinder schon zu Fuß die Bergwelt entdecken. Je nach Neugier, Kondition und körperlicher Entwicklung können die kleinen Wanderer – manchmal auch nur streckenweise – kleine Touren bewältigen. Planen Sie trotzdem bei Kindern bis zu sechs Jahren keine zu langen Wanderungen (maximal vier Stunden). Überfordern Sie Ihre Kinder nicht.

Legen Sie immer wieder längere Pausen ein. Wundern Sie sich dabei nicht, wenn Ihr Kind während der Rastzeit lieber herum läuft anstatt sich – wie Sie – gemütlich auszuruhen. „Das ist bei Kindern ganz normal,“ sagt auch Caroline Challié. „Kinder erholen sich nicht unbedingt beim Stillsitzen.“

Denken Sie daran: Eine schöne Bergtour für einen Erwachsenen bedeutet nicht gleichzeitig eine tolle Tour für einen Sechsjährigen. Wählen Sie also Bergtouren, die mit kleinen „Attraktionen“ für Kinder bedacht sind – Bäche, Tiere auf der Alm oder Spielgelände kommen immer gut an.

Ausrüstung: Die Schuhe sind besonders wichtig

Mit Turnschuhen auf den Berg? Bitte nicht! Geeignete Schuhe und ganz allgemein die richtige Ausrüstung für Kinder wird oft unterschätzt. Zum Equipment gehören:

  • passende Wander- oder Bergschuhe, die über die Knöchel gehen
  • Wind-, Kälte- und Regenschutz
  • eventuell auch Ersatzwäsche (zum Beispiel Socken zum Wechseln, frisches T-Shirt)
  • Sonnenschutz (Creme und Hut)
  • kleine Rucksackapotheke (Pflaster, Wundsalbe und Taschenmesser)
  • Handy für den Notfall

Wenn Ihr Kind selbst einen kleinen Rucksack tragen will, achten Sie darauf, dass dieser nicht zu schwer ist. „Die Grundregel ist: nicht mehr als zehn Prozent des Körpergewichts,“ so Challié.

Gefahrenvermeidung: Sicherheit geht vor

Der Faktor Sicherheit muss bei einer Familienwanderung an erster Stelle stehen. Um diese zu gewährleisten, gibt es in den Bergen einige Regeln zu beachten. Nicht vergessen: Kinder nehmen Gefahren anders wahr als Erwachsene.

  • Eine gut geplante und durchdachte Tour (inklusive detaillierte Karte) ist das A und O einer sicheren Bergtour. Sie sollte unbedingt kindgerecht sein, also keine gefährlichen, steilen Passagen enthalten.
  • Weisen Sie Ihre Kinder mehr als nur einmal auf die möglichen Gefahren hin. Kinder vergessen Anweisungen wie „Nicht vom Weg abkommen!“ schnell, wenn das für sie keine direkte Gefahrensituation darstellt.
  • Kinder nie aus Sichtweite voraus- oder hinterher gehen lassen. Am besten bleibt (vor allem beim Aufstieg) ein Erwachsener immer dicht hinter dem Kind, um es bei möglichem Ausrutschen abfangen zu können.
  • Nie bei Gewitter oder durch Gefahrengebiete (zum Beispiel durch Steinschlagareale) wandern.

Proviant: Erlaubt ist, was schmeckt

Am praktischsten hat sich die klassische Brotzeit erwiesen: Wurst- und Käsebrote, Obst, hartgekochte Eier, geschnittenes Gemüse (zum Beispiel Karotten oder Gurken), Nüsse. Müsliriegel oder Süßigkeiten bitte nur in Maßen während der Wanderung.

Noch viel wichtiger als eine deftige Brotzeit ist das Trinken auf längeren Bergtouren (planen Sie mindestens einen Liter pro Person ein). Sie sollten Ihre Kinder immer wieder zum Trinken animieren, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen.

Motivation: Am besten mit anderen Kindern wandern

Trotz toller Planung und brillanter Ausrüstung kann die Stimmung einer Bergtour mit Kindern schnell kippen, wenn die Motivation plötzlich flöten geht. Dann ist alles ganz schnell „viel zu anstrengend“. Um den Kleinen über diese Durchhänger zu helfen, hat Caroline Challié ein paar Tipps: „Die beste Motivation für Kinder ist es, wenn andere Kinder dabei sind.“ Die lenken sich gegenseitig ab und dabei bemerken die Kleinen oft kaum, welche Strecken sie zurücklegen. Weitere Tipps:

  • Finden Sie ein Motto für die Bergtour (zum Beispiel „Wir entdecken das Tierreich in den Alpen“).
  • Erzählen Sie eine Geschichte oder eine Sage, die zur Landschaft passt. Dabei können Sie Pflanzen am Wegesrand oder Tiere mit in die Geschichte einarbeiten.
  • Beobachtungsspiele helfen ebenfalls über kleine Tiefs hinweg (etwa bis zur nächsten Pause alle Schnecken auf dem Weg zählen).



Bildnachweis: Glow Images/Radius

Sandra Schmid / www.baby-und-familie.de; 27.07.2012
Bildnachweis: Glow Images/Radius

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