Mama, warum feiern wir Ostern?

Ostern ist das höchste Fest des Christentums. Aber was wird eigentlich genau gefeiert? Die Ostergeschichte zum Vorlesen und die wichtigsten Bräuche zum Osterfest

von Daniela Frank, 24.03.2016

Häschen und bunt gefärbte Eier gehören zu den bekanntesten Ostersymbolen

Panthermedia/Andreas Giessler

Ostern ist das wichtigste und höchste Fest des Christentums. Die Christen feiern die Auferstehung von Jesus Christus, dem Sohn Gottes. "Im Frühling gibt es in allen Kulturen ähnliche Feste, bei denen das Erwachen der Natur und damit das Leben gefeiert wird", erklärt Ludwig Mödl, emeritierter Professor für Pastoraltheologie der LMU München. "Ostern hat zwei Wurzeln: Zum einen ein heidnisches Frühlingsfest namens Ostara und zum anderen das jüdische Pascha-Fest, bei dem die Juden ihre Befreiung aus der ägyptischen Sklaverei feiern." Zu Ostern gehört die Karwoche, die am Palmsonntag, dem Sonntag vor Ostern beginnt. Einige Tage später folgt das eigentliche Osterfest mit Gründonnerstag, Karfreitag, Karsamstag und Ostersonntag.


Die Ostergeschichte zum Vorlesen

Zu der Zeit, als Jesus lebte, kamen jedes Jahr viele Menschen zum jüdischen Pascha-Fest nach Jerusalem. Das Fest dauerte mehrere Tage und die Familien opferten ein Lamm, brieten und aßen es gemeinsam. Auch Jesus war Jude und hat diesen Brauch gepflegt. Er kam, so sagt die Ostergeschichte, am Palmsonntag nach Jerusalem und ritt auf einem Esel in die Stadt ein. Die Leute jubelten ihm zu und legten Palmzweige auf den Boden, damit der Esel nicht direkt auf dem staubigen Boden gehen musste. Die Juden hofften, dass Jesus sie befreien würde, denn Jerusalem war zu der Zeit von den Römern besetzt. Aber dass Jesus so beliebt war, gefiel den Römern nicht. Sie hatten Angst, dass er zu viel Macht bekommt.

Am Gründonnerstag feiert man heute das letzte Abendmahl – genau wie damals Jesus. Beim Abendmahl des Pascha-Festes trank er zusammen mit seinen zwölf Aposteln Wein, brach Brot und aß es. Der Geschichte nach wusste er, dass ihn einer der zwölf Apostel an die Römer verraten würde. Als Zeichen, dass er sie trotzdem liebte und nicht über ihnen stand, wusch er ihnen die Füße. Nach dem Mahl ging er zum Ölberg und betete bis spät in die Nacht. Er hatte Angst, weil er wusste, dass er sterben würde. Während des Gebets kamen römische Soldaten und verhafteten ihn. Er hatte recht gehabt – einer seiner Jünger, Judas, hatte ihn verraten. Jesus wurde vor Pilatus geführt, den römischen Statthalter. Pilatus fragte ihn, ob er der König der Juden ist. Jesus antwortete mit Ja. Daraufhin verurteilte ihn Pilatus zum Tod am Kreuz. Die Römer lachten ihn aus und setzen ihm eine Krone aus Dornenzweigen auf. Sein schweres Kreuz musste er selbst auf einen Berg tragen. Dort wurde er gekreuzigt und starb. Später holten ihn seine Freunde und seine Mutter vom Kreuz, wickelten ihn in Tücher und legten ihn in eine Höhle. Vor den Eingang rollten sie einen großen Fels, um das Grab zu verschließen.

Am Ostersonntag schauten einige Frauen nach dem Grab und sahen, dass der Fels zur Seite gerollt und das Grab leer war. Sie waren verwirrt und wunderten sich, wie jemand den großen Fels vor dem Eingang wegrollen konnte. Da erschien ihnen ein Engel und sagte ihnen, dass Jesus von den Toten auferstanden ist. Am Abend versammelten sich die Apostel in einem Haus. Plötzlich erschien Jesus unter ihnen. Er sagte, dass er auferstanden ist und von Gott in den Himmel geholt wurde.


Die Bräuche an Ostern und ihre Bedeutung

Ostereier
"Das Ei ist in den meisten Kulturen ein Symbol für das Leben", sagt Ludwig Mödl. Von außen sieht ein Ei leblos aus, fast wie ein Stein. Aber in seinem Inneren wächst etwas heran. Irgendwann sprengt es die harte Schale. "Heraus kommt ein niedliches Küken. Das symbolisiert unser Empfinden, dass im Frühling die Natur wieder erwacht und neu auflebt, am eindrucksvollsten."

Ostereier färben
Zur Feier des Frühlings verzierten die Menschen früher die Eier. "Sie banden ein Blatt darauf und färbten sie mit einem Zwiebelsud ein", erklärt Ludwig Mödl. Nach dem Kochen war auf dem Ei eine weiße Stelle in Form des Blattes zu sehen. Später war es während der vierzigtägigen Fastenzeit vor Ostern verboten, Fleisch und Eier zu essen. Da die Hühner aber trotzdem weiter Eier legten, kochten sie die Leute, um sie länger haltbar zu machen. Um sie von den rohen Eiern zu unterscheiden, färbten sie sie ein – meist in Rot. Diese Farbe symbolisiert das Leiden und das vergossene Blut Christi. "Aber Blut steht nicht nur für den Tod", erklärt Ludwig Mödl. "Es ist auch schon immer ein Zeichen des Lebens."

Ostereier suchen
Zum heidnischen Frühlingsfest Ostara schenkten die Menschen sich früher verzierte und gefärbte Eier. Als sich das Christentum als Religion durchsetzte, verboten einige Bischöfe diese Tradition. Weil sich die Leute aber weiterhin Eier schenken wollten, versteckten sie sie auf einem Feld und ließen Freunde und Verwandte danach suchen. "Das ist die wahrscheinlichste Erklärung dafür, dass wir heute Ostereier verstecken", sagt Ludwig Mödl. "Ganz sicher sein kann man da aber nicht."

Osterhase
Der Hase ist seit jeher ein Symbol für Fruchtbarkeit, weil er zu den Tieren gehört, die besonders viel Nachwuchs haben. Er war auch das Zeichen der heidnischen Fruchtbarkeitsgöttin Eostre, ihr zu Ehren fand das Ostara-Fest statt. Die Christen integrierten dieses heidnische Symbol dann in ihr Osterfest. Das passte gut: Der Hase war auch als Zeichen für Leben und Wiedergeburt bekannt – und darum geht es beim christlichen Osterfest.

Osterlamm
Der Brauch des Osterlamms geht auf das jüdische Pascha-Fest zurück. "Bei dem Fest feiern die Juden ihre Befreiung aus der ägyptischen Sklaverei", sagt Ludwig Mödl. "Zur Ehre Gottes opfern sie ein Lamm und bereiten es nach strengen Regeln mit bestimmten Kräutern zu." Auch Jesus war Jude und feierte das Pascha-Fest. Beim letzten Abendmahl wusste er schon, dass er sterben würde. Er bezeichnete sich selbst als Opferlamm, als das "Lamm Gottes".



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Bildnachweis: Panthermedia/Andreas Giessler
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