Fotos auf der Festplatte organisieren

Wie soll man bloß den Überblick behalten bei Tausenden von Familienfotos? Mit diesen Tipps sortieren Sie Bilder richtig

von Simon Feldmer, aktualisiert am 29.01.2016

Familienfotos ansehen macht Spaß – wenn man sie gut geordnet hat

F1online

Man muss nicht immer ­alles auf die moderne Technik schieben. Hätte man früher inner­halb weniger Jahre einfach mal meh­rere Tausend Fotos geschossen, wäre es auch kompliziert geworden, sich in dem Berg aus Bildern zurechtzufinden. Und viel teurer obendrein. Heute, im digitalen Zeitalter, kosten Schnappschüsse erst mal nichts. Und so drückt man gerne und ständig auf den Auslöser.

Das Smartphone mit eingebauter Kamera ist ständig dabei. Die ­kleine Digitalkamera oft auch, nicht nur, wenn es mit der ganzen Familie an die Adria oder in die Berge in den Urlaub geht. Eines der beliebtesten Motive sind: die eigenen Kinder. Ein Foto netter als das andere.


Ana Barzakova ist verantwortliche Redakteurin für Fotopraxis beim Fachmagazin DigitalPhoto in Köln

Lars Kreyßig

Schnappschüsse verstopfen den Speicher

Und so sammelt sich einiges an. Schöne Erinnerungen genauso wie Überflüssiges. Witzig gemeinte Fotos – von Freunden zugeschickt – kommen dazu. ­Schnappschüsse, die man früher nie und nimmer hätte entwickeln lassen, um sie ins Album zu kleben, verstopfen den Handyspeicher oder die Fest­platte auf dem Rechner. Wer keine Struktur in sein digitales Foto­archiv bekommt, findet schnell nichts mehr im wachsenden ­Datenchaos.

Dabei helfen hier schon einfache Regeln, um den Überblick zu behalten. Ana Barza­kova, verantwortliche Redakteurin für Foto­praxis beim Fachmagazin Digital­Photo, empfiehlt zuallererst: "Radikal ausmisten." Und das so konsequent wie möglich. "Man muss sich trauen, Bilder zu löschen, am bes­­ten immer sofort. Vieles wiederholt sich, vieles hat man mehrfach foto­­grafiert", so die Expertin.


André Kramer ist Redakteur für digitale Fotografie beim IT-Magazin c`t

W&B/Privat

Abspeichern mit System

Als Nächstes be­nötigt das ­Chaos ein System. Heißt: darauf achten, Bilder nicht einmal hier und einmal dort auf dem Rechner abzuspeichern. "Alle Fotos gehören an ­einen Ort, am besten alle in einen Ordner auf der Festplatte", sagt André Kramer, Ex­perte für digi­tale Fotografie des IT-Magazins c`t. Um diesen Ordner wiederum übersichtlich zu halten, gilt es, sich ein individuelles System zu erarbeiten. "Goldene Regeln gibt es keine",­ sagt André Kramer. "Für mich hat sich als praktisch ­herausgestellt, die Bilder in Ordnern abzuspeichern, die nach Jahres­­zahl, Monat und Ereignis benannt sind."

Sinnvoll ist es in jedem Fall, jeden Ordner nach demselben Prinzip zu benennen.­ Zum Beispiel so: 2015-01_Skifahren_Tirol_XXX. Die Zahl 01 steht für Januar. So bleibt das Archiv chronologisch geordnet. Mit einem speziellen Stichwort im Speichertext (Tirol_XXX) wird das Wiederfinden noch leichter. ­Alle Bilder der Skiwoche in Tirol dann in diesen Ordner speichern und diesen in den großen übergeordneten Foto-Ordner ­schieben.

Spezielle Software kann helfen

Auch spezielle Software zur Foto­verwaltung kann hilfreich sein. Kramer: "Wenn man das richtig macht, können einem ­­diese Dienste viel Arbeit abnehmen, aber man muss sich mit ihnen beschäftigen." Dazu kommen Lösungen wie Geo­tagging (Foto-Dateien werden mit Geokoordinaten versehen) oder Software-Programme mit einer Gesichtserkennung, die Bilder nach den hinterlegten Menschen ordnen.

Daten ausreichend sichern

Doch alle Ordnung nützt nichts, wenn der Foto-Supergau eintritt und die Daten verloren gehen. Von kleinerem Übel ist meist noch, wenn das Smartphone kaputtgeht – und mit ihm die Fotos darauf. Ein regelmäßiges Back-up der Handy-­Inhalte auf dem Rechner beugt hier vor. Das größere Problem ergibt sich, wenn die Festplatte den Geist aufgibt. "Man sollte nie darauf vertrauen, dass gerade die eigene Festplatte ewig hält. Leider erreichen uns viele Fragen zu Back-ups, wenn es schon zu spät ist", sagt ­c’t-Redakteur Kramer.

Dabei gibt es die verschiedensten Speichermöglichkeiten: von der externen Festplatte bis zur Cloud. Die meisten Experten empfehlen die externe Festplatte mit ausreichend Speicherplatz und täglicher Backup-Einstellung. "Man vergisst das sonst schnell mal", sagt Digital­foto-Expertin Ana Barzakova. Dabei sollte man lieber einmal zu oft sichern als einmal zu wenig. Denn nach dem Festplatten-Crash ist es meist zu spät: Was weg ist, ist weg. Und oft nicht zu retten. Gerade bei Baby- und Kinder­bildern ist das mehr als schmerzhaft.

Bei Cloud-Anbietern AGBs genau lesen

Wer absolut auf Nummer sicher gehen will, spiegelt seine externe Festplatte am besten noch mal auf einer zweiten. Und wer seine Daten in die Cloud schickt, sollte genau die AGBs des jeweiligen Anbieters lesen. Viele Anbieter haben zuletzt ihre Preise für Datenpakete gesenkt. Cloud-Dienstleister sind meist bekannte Web-Giganten. Doch sollte man sich sehr genau anschauen, wem man seine Daten anvertraut. Je nach Land, in dem der Server des Anbieters steht, gelten unterschiedliche Sicherheitsrichtlinien und Datenschutzgesetze. 

Die schönsten Familienfotos lohnt es übrigens auch, ganz klassisch zu sichern: im Foto­album mit echten Seiten aus Papier. Für die Kinder sind diese Alben zudem eine ganz besondere Erinnerung. Und wer die Fotos nicht selbst einkleben will, kann auch das bei Anbietern im Web erledigen lassen – digital.



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Bildnachweis: F1online, W&B/Privat, Lars Kreyßig
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