Taschengeld: Wie viel ist richtig?

Regelmäßig Taschengeld zu bekommen macht Kinder selbstständiger. Wie viel Geld in welchem Alter angemessen ist

von Peggy Elfmann, aktualisiert am 10.02.2015

Wer in jungen Jahren lernt mit Geld umzugehen, hat es später meistens leichter

W&B/Fotolia

Ein Euro oder zehn? Wie viel Geld sollten Eltern ihrem Nachwuchs geben – und wie oft? Antwort gibt eine neue Expertise des Deutschen Jugendinstituts. Im Interview sagt Dr. Alexandra Langmeyer, was Familien wissen sollten.


Dr. Alexandra Langmeyer leitet die Fachgruppe 'Lebenslagen und Lebenswelten von Kindern' am Deutschen Jugendinstitut in München

W&B/Privat

Brauchen Kinder überhaupt Taschengeld?  

Ja, unbedingt! Zum einen lernen sie dadurch den Umgang mit Geld. Zum an­­deren stärkt Taschengeld stärkt auch die Selbstständigkeit. ­Kinder lernen, für etwas verantwortlich zu sein. Und es fördert die soziale­ Teil­habe, weil fast ­­alle Kinder Taschengeld bekommen.

Ab welchem Alter sollte man dem Nachwuchs Taschengeld zahlen?

Spätestens ab der Grundschule sollten Eltern Taschen­geld geben. Man kann auch früher an­fangen, aber die Kinder sollten ein Verständnis für Zahlen haben. Wir raten dazu, mit 50 Cent bis ein Euro an­zufangen und den Betrag wöchentlich zu geben.

Warum wöchentlich?  

Die Kleinen können das Geld noch nicht so gut verwalten. Zudem ist ein Monat für einen Sechsjährigen noch sehr lang, gerade wenn man sich mal etwas kaufen möchte. Ab zehn Jahren empfehlen wir, das Taschengeld monatlich zu geben.


Ein pinkes Einhorn, das hun­dertste Spielzeug­auto, Süßig­keiten – Kinder geben in den Augen der Eltern ihr Geld oft für sinnlose ­Dinge aus. Darf man eingreifen?

Taschengeld ist zur ­freien Verfügung. Kinder ­sollen sich damit ihre eigenen Wünsche erfüllen. ­Eltern können ihre Meinung ­dazu sagen, aber sie sollten ­­ihren Kindern auf keinen Fall ­etwas verbieten. Davon mal abgesehen, ist es ja nicht so viel Geld, dass die Kinder so etwas täglich kaufen.

Wann sollte man den Betrag erhöhen?  

Wir raten, das Taschen­geld jährlich zu ­erhöhen. Das hängt aber auch vom finanziellen Rahmen der ­Familie ab und davon, wie gut das Kind mit dem Geld auskommt. Wichtig ist, dass das Kind überhaupt regelmäßig Taschengeld erhält und es kein Druck- oder Erziehungsmittel ist.


Quelle: Taschengeldempfehlung des Deutschen Jugendinstitutes

W&B/Astrid Zacharias

Der Taschengeldparagraph

Ab dem siebten Lebensjahr sind Kinder beschränkt geschäftsfähig. Laut "Taschengeldparagraph" (§110 BGB) sieht der Gesetzgeber vor, dass Kinder ab diesem Zeitpunkt mit ihrem Taschengeld Dinge kaufen können, auch ohne Zustimmung ihrer Eltern.



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