Anmelden | Registrieren
Drucken

So kommt Ihr Kind sicher zur Schule

Kinder im Straßenverkehr: Mit dem richtigen Schulweg-Training werden die Kleinen zu echten Verkehrsprofis


Erstklässler müssen vieles lernen – auch, wie man sich im Straßenverkehr richtig verhält

Viele Eltern sind unsicher: Ab wann kann ich mein Kind alleine in die Schule schicken? „Eine pauschale Antwort gibt es nicht, denn das hängt vom Schulweg und dem Entwicklungsstand des Kindes ab“, sagt Björn Frauendienst, Geograf und Forscher im Projekt „Selbstständige Mobilität von Grundschülern“. Im Laufe der Grundschulzeit sollten Kinder lernen, sich selbstständig im Straßenverkehr zurechtfinden – zumindest auf bekannten Routen. Kontraproduktiv ist es dagegen, das Kind trotz eines kurzen Schulwegs zur Sicherheit mit dem Auto zu fahren. „Wenn Kinder am Verkehr teilnehmen, werden ihre motorischen Fähigkeiten trainiert und sie lernen ihr Wohnumfeld besser kennen“, so Frauendienst. Haben sie schon morgens ihren Bewegungsdrang etwas gedeckt, sind sie außerdem in der Schule viel ruhiger.

Mit dem richtigen Schulweg-Training können Sie Ihr Kind optimal auf den Verkehr vorbereiten. Und so geht’s:

Gefahrenquellen umgehen

Wählen Sie den Schulweg ihres Kindes sorgfältig aus. „Die kürzeste Route ist nicht immer die sicherste“, sagt Frauendienst. Gefahren wie stark befahrene Straßen, unübersichtliche Kreuzungen oder Baustellen sollten sich möglichst nicht auf dem Schulweg befinden. „Wichtig ist, dass das Kind die gesamte Strecke auf dem Bürgersteig zurücklegen kann und nicht auf der Straße gehen muss“, sagt der Verkehrsexperte. „Am günstigsten ist es, wenn alle Kreuzungen durch Ampeln geregelt sind.“ Das Signal durch das rote oder grüne Licht sei für Kinder am verlässlichsten.

Begeben Sie sich mit dem Kleinen auf Augenhöhe, wenn Sie die Route festlegen. Dann wird schnell klar: Gefährlich beim Überqueren der Straße sind beispielsweise parkende Autos. Bringen Sie Ihrem Kind bei, die Straße ein paar Meter weiter zu kreuzen, an einer übersichtlicheren Stelle. Berücksichtigen Sie außerdem, dass Kinder nicht nur kleiner, sondern auch motorisch noch nicht so fit sind wie Erwachsene. Ihr Sichtfeld ist eingeschränkt und sie können Geschwindigkeiten nicht gut abschätzen.


Gemeinsames Schulweg-Training

Um Ihr Kind für den Schulweg fit zu machen, üben Sie mit ihm die Route gut ein. Dieses Training können Sie auch schon während der Zeit im Kindergarten oder einige Wochen vor Schulbeginn starten. Gehen Sie die Strecke immer wieder gemeinsam ab – am besten jeweils zur passenden Tageszeit, also morgens und mittags. „Das Wichtigste ist, dass Mütter und Väter sich ihrer Vorbildfunktion immer bewusst sind und sich, auch in anderen Situationen, entsprechend verhalten“, sagt Frauendienst. Erst als Zweites kommt das aktive Üben hinzu.

Erläutern Sie dem Kleinen beim Abgehen des Weges Verhaltens- und Verkehrsregeln möglichst anschaulich. „Eltern sollten ihrem Kind zunächst den Unterschied erklären zwischen dem Bürgersteig, also dort, wo man gehen kann, und der Straße, dort, wo die Autos fahren“, sagt Frauendienst. Der erste große Schritt ist es dann, dem Kind verständlich zu machen, dass es an der Bordsteinkante stehen bleiben muss. Dazu kann man ein deutliches "Halt!" einbauen oder das Kind die Bordsteinkante schon mal anfassen lassen. Beim Straßeüberqueren, ist es wichtig, nicht auf das Kind einzureden oder sich zu unterhalten. Auch hier ist die Vorbildfunktion der Eltern gefragt: Nebentätigkeiten werden eingestellt, alle konzentrieren sich auf den Verkehr.

Meist nicht geeignet in der frühen Verkehrserziehung ist beispielsweise die Links-rechts-links-Regel. Sie besagt, dass man vor dem Überqueren einer Straße erst nach links, dann nach rechts und dann wieder nach links schauen soll. „Wenn das Kind den Unterschied zwischen rechts und links noch gar nicht kennt, ist die Regel sinnlos“, erklärt Frauendienst. Trotzdem sollten die Eltern diese Regel immer befolgen, um dem Kind das richtige Verhalten vorzuleben.

Prüfung durch Rollentausch

Nach einigen Wochen oder Monaten gemeinsamen Schulweg-Training können Sie überprüfen, ob Ihr Kind die Verkehrsregeln verstanden hat. Lassen Sie das Kleine voran gehen und die Regie übernehmen. Fordern Sie es auf, Ihnen den Schulweg zu erklären und greifen Sie nur bei Fehlern ein. Kinder tendieren dazu, in alte Verhaltensweisen zurückzufallen, selbst wenn sie eine Regel einmal verstanden haben. Studien haben gezeigt, dass 50 Prozent der Acht- bis Neunjährigen in mehr als jeder vierten Situation die Regeln nicht korrekt anwenden. Da hilft nur: Üben, üben, üben. Sie können am besten selbst beurteilen, wann Ihr Kind die Verkehrsregeln verstanden hat.

Kontrolliert von der Leine lassen

Kann das Kind den Schulweg alleine bewältigen, sollten Sie es morgens rechtzeitig losschicken, damit es nicht in der Eile Fehler macht. Achten Sie darauf, dass es – vor allem bei schlechten Sichtverhältnissen – leuchtende Farben trägt. So ist es für andere Verkehrsteilnehmer besser sichtbar. Günstig ist, wenn das Kind mit einem Freund oder einer Freundin zusammen geht. Hin und wieder sollten Sie auch später noch die Verkehrssicherheit Ihres Nachwuchses kontrollieren, indem Sie ihn auf dem Schulweg begleiten. „Vorleben, üben, kontrollieren – das ist eigentlich alles, was Eltern tun können“, so Frauendienst.



Daniela Frank / www.baby-und-familie.de; 05.08.2005, aktualisiert am 24.08.2011
Bildnachweis: Thinkstock/iStockphoto

© Wort & Bild Verlag GmbH & Co KG

Weitere Online-Angebote des Wort & Bild Verlages

Senioren Ratgeber mit Informationen rund um Krankheiten, Medikamente, gesund alt werden, altersgerechtes Wohnen, Pflege und Finanzen
Diabetes Ratgeber mit den Schwerpunkten Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2: Symptome, Behandlung und Ernährung bei Zuckerkrankheit
Baby und Familie mit Themen rund um Schwangerschaft, Geburt, Vorsorge, Kinderkrankheiten, Homöopathie und Erziehung