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Schule ohne Stress: Das können Eltern tun

Um die täglichen Anforderungen in der Schule gelassen überstehen zu können, brauchen die Kleinen meist ein wenig Hilfe von Mama und Papa. Worauf es dabei ankommt


Unkonzentriert bei den Hausaufgaben? Kein Wunder, wenn der Kopf mit tausend anderen Dingen voll ist!

Mit der Einschulung beginnt für die Kinder ein völlig neuer Lebensabschnitt. Statt Spielen, Singen und Kastanienmännchen basteln stehen plötzlich Lesen, Schreiben und Rechnen auf dem Stundenplan. So mancher Schulanfänger tut sich mit der Fülle an neuen Aufgaben schwer, die Schule wird zum Stressfaktor.

Wir haben Dr. Fabienne Becker-Stoll, Diplom-Psychologin und Leiterin des Staatsinstituts für Frühpädagogik in München, gefragt, was den Schulalltag erleichtert.



Dr. Fabienne Becker-Stoll

Frau Becker-Stoll, wie gelingt ein möglichst stressfreier Schulalltag?

Eltern sollten ihre Kinder bei der Vorbereitung auf den nächsten Tag unterstützen. Die organisatorischen Dinge überfordern die Kleinen. Allein auf den Material-Listen, die zu Beginn des Schuljahres ausgeteilt werden, stehen hundert verschiedene Dinge. Da kann ein Kind überhaupt keinen Überblick haben! Deshalb sollten Sie am Abend gemeinsam mit Ihrem Kind durchgehen, was es an Hausaufgaben gemacht hat und was es für den morgigen Schultag braucht. Das gemeinschaftliche Ranzenpacken ist ein prima Ritual.

In vielen Familien geht es gerade in der Früh hektisch zu, Kinder und Eltern verlassen schon entnervt das Haus. Wie lässt sich das vermeiden?

Legen Sie bereits am Vorabend die Kleidung Ihres Kleinen für den nächsten Tag bereit. Bevor Sie den Wocheneinkauf erledigen, fragen Sie Ihr Kind, was es gerne essen möchte – so gibt es nicht schon in der Früh Diskussionen ums richtige Pausenbrot. Und: Wenn Sie wissen, dass Ihr Sprössling in der Früh ewig braucht, um aus dem Bett zu kommen und fertig zu werden, stehen Sie lieber eine halbe Stunde früher auf. So haben Sie nicht jeden Morgen Ärger und Stress und es bleibt genügend Zeit fürs gemeinsame Frühstück.

Nach der Schule geht es dann oft noch jeden Tag zum Klavierunterricht, in die Ballettstunde oder zum Fußball. Ist das denn gut?

Viele Kinder brauchen sportliche Aktivitäten als Ausgleich zur Schule. Wenn die Kleinen das von sich aus wollen, ist das auch gut so. Aber ein- bis zweimal pro Woche sind genug. Das Kind sollte nicht jeden Nachmittag mit einer anderen Aktivität verplant sein. Eine solche Informationsflut fördert die Kleinen nicht, sondern stresst sie. Oft sind die Kinder von Schule und Hausaufgaben auch schlichtweg zu müde, um überhaupt noch etwas aufzunehmen.

Und wie sieht es mit Freunde treffen aus?

Das ist für die Kleinen extrem wichtig – und viel wichtiger als irgendwelche Förderkurse. Beim gemeinsamen Spiel können sie sich austoben, ihrer Fantasie freien Lauf lassen und somit schulischen Stress wunderbar abbauen. Selbst Langeweile tut manchmal gut, denn sie macht den Kopf frei.

Können Eltern ihr Kind auf die Schule vorbereiten?

Vorschulkinder können Selbstständigkeit und Ordnung lernen. Besprechen Sie mit Ihrem Kind beispielsweise, wie es sein Spielzeug oder seine Klamotten geordnet haben möchte und lassen Sie es seine Sachen in Zukunft selbst ins Regal oder in den Schrank räumen. Fünfjährige können auch ganz prima lernen, sich beim Frühstück selbst das Brot zu schmieren und sich selbst anzuziehen. Das ist wichtig, denn in der Schule sind sie ganz auf sich selbst gestellt. Und: Eltern sollten nicht so viel Druck machen und nicht so viel von ihrem Nachwuchs erwarten. Sonst vermiesen sie ihren Kindern gleich am Anfang den Spaß an der Schule.




Bildnachweis: W&B/Forster & Martin, W&B/Privat

Vanessa von Blumenstein / www.baby-und-familie.de; aktualisiert am 27.12.2013,
Bildnachweis: W&B/Forster & Martin, W&B/Privat

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