Auch die Kleinsten streben bereits ins Netz. Wie die ersten Schritte sicher erfolgen und worauf Eltern bei der Wahl von geeigneten Angeboten achten müssen
Kleine Netzeinsteiger brauchen noch Hilfe, um alles zu verstehen
Ein Dreijähriger ersteigert bei einem Online-Auktionshaus ein rosafarbenes Auto. Spätenstens seit dieser Nachricht fragen sich Eltern, ob Internet ein geeignetes Medium für Kinder im Vorschulalter ist.
Professor Burkhard Fuhs, Erziehungswissenschaftler und Volkskundler an der Universität Erfurt, ist der Meinung, dass Internet heutzutage auch bei kleinen Kindern von Anfang an dazugehört: sie sehen es bei ihren Eltern und möchten die Maus selbst ausprobieren.
Professor Burkhard Fuhs, Erziehungswissenschaftler und Volkskundler an der Universität Erfurt
Herr Fuhs, ist es wirklich nötig, schon Vorschulkinder in die virtuelle Welt einzuführen?
In den letzten Jahren hat sich die frühe Kindheit verändert: Bildung spielt auch schon bei kleinen Kindern eine immer wichtigere Rolle. Ziel ist es, die Kleinen mit möglichst unterschiedlichen Bildungsangeboten kindgerecht zu konfrontieren. So können sie sich auf verschiedene Art und Weise ihre Welt erschließen. Und da gehört das Internet einfach dazu.
Aber ist nicht gerade das Internet bei vielen Eltern mit Ängsten und Voruteilen behaftet?
Doch. Aber diese Befürchtungen sind unbegründet. Denn die Kleinen können in diesem Alter noch nicht lesen und schreiben und haben somit nur zu den Seiten Zugang, die Mama oder Papa ihnen einstellen. Das schützt die Kleinen vor Inhalten, die nicht für sie bestimmt sind. Eltern sollten den Nachwuchs aber auf keinen Fall alleine vor dem Computer sitzen lassen, sondern sich die Seite gemeinsam anschauen. Das führt gleichzeitig zu einem sehr intensivem Miteinander von Eltern und Kind.
Wie lernen die Kleinen, dass es einen Unterschied zwischen realer und virtueller Welt, also dem Internet, gibt?
Kinder springen konstant zwischen Realität und Phantasiewelten hin und her – beim Spielen, wenn sie Bilderbücher anschauen, wenn sie ein Märchen hören oder eben im Internet. Je älter sie sind, desto wichtiger ist es, dass die Eltern ihnen den Unterschied erklären. Denn Kinder erfahren durch Erwachsene, was welche Bedeutung hat. Die meisten Kleinen können auch unterscheiden: Sie wissen zum Beispiel, dass man einen Kuchen aus Sand nicht essen kann.
Welche Seiten sind eigentlich für kleine Netzeinsteiger geeignet?
Entscheidend ist, ob eine Seite die Kleinen dazu animiert, selber aktiv zu werden. Ein gutes Beispiel ist da die Seite mit dem Elefanten, zu finden unter www.wdrmaus.de (GesundheitPro ist nicht verantwortlich und übernimmt keine Haftung für die Inhalte externer Internetseiten). Mit einem simplen Mausklick können die Kinder ihn am ganzen Körper kitzeln – und er wälzt sich dann vor Lachen am Boden. Das macht den Kleinen Spaß und fördert ihre Konzentrationsfähigkeit. Hektische Spielprogramme hingegen sind für Vorschulkinder gänzlich ungeeignet.
Wieviel Zeit dürfen die Kleinen vor dem Computer verbringen?
Die Bildschirmzeit sollte in diesem Alter maximal fünfzehn Minuten betragen. Wenn Eltern allerdings merken, dass das Internet ihr Kind überfordert: Finger weg. Versuchen Sie es in ein paar Monaten einfach noch einmal.
Vanessa von Blumenstein / GesundheitPro;
30.04.2009, aktualisiert am 12.07.2010
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