Freunde finden: So helfen Sie ihrem Kind

Ihr Kind ist schüchtern und traut sich nicht, mit anderen zu spielen? Der Psychologe Wilfried Griebel gibt sechs Tipps, wie Eltern ihm helfen können, Freunde zu finden
von Larissa Gaub, Beatrice Sobeck, aktualisiert am 21.04.2017

Beim Spielen finden Kinder leicht Freunde – zum Beispiel auf dem Spielplatz

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Gehen Sie auf den Spielplatz oder zum Kinderturnen

Ihr Kind will immer nur mit Ihnen im eigenen Garten spielen? Trauen Sie sich ruhig mal auf den Spielplatz. So kommen Sie mit anderen Eltern ins Gespräch, und Ihr Kleines lernt andere Kinder kennen. Selbst wenn es erst einmal allein im Sandkasten spielt. Es wird garantiert nicht lange dauern, bis sich ein anderes Kind dazugesellt. Sicher gibt es auch einen Sportverein in Ihrer Nähe, der Kinderturnen anbietet. Anrufen, anmelden, hingehen: Beim Klettern, Rennen, Springen, Hangeln oder Rutschen vergisst Ihr Kind ganz schnell, dass es sich eigentlich gar nicht viel traut. 


Laden Sie ein paar Kinder zu sich nach Hause ein

Manche Kinder haben einfach ein ruhigeres Gemüt, sie spielen lieber alleine, malen am Tisch oder schauen sich ein Buch an. Manchmal werden die ruhigen Kinder von den anderen in der Gruppe übersehen. Damit Ihr Kind trotzdem Kontakte knüpfen kann, laden Sie einfach Kindergartenkinder zu sich nach Hause ein. In gewohnter Umgebung tauen Schüchterne oft schneller auf. Ihr Kleines mag ein Kind aus der Gruppe ganz besonders? Eine tolle Gelegenheit, sich mal zu verabreden, etwa für einen Ausflug an den See oder zum Eisessen. Wer weiß, vielleicht verstehen Sie sich mit den Eltern des anderen Kindes auch richtig gut und finden selbst neue Freunde. 

Seien Sie Vorbild und pflegen Sie Ihre Freundschaften

Eltern, die selbst ein gutes Netzwerk haben und sich regelmäßig mit Freunden treffen, können darauf hoffen, dass ihr Kind ganz automatisch offener für andere Menschen wird. Laden Sie häufiger Freunde, Nachbarn oder Verwandte zu sich ein – im Idealfall ist auch immer ein Spielkamerad für Ihr Kind dabei. Je natürlicher der Umgang mit Menschen in Ihrer Familie ist, desto einfacher fällt es auch Ihrem Kind, sich auf andere einzulassen. 

Akzeptieren Sie die Freunde Ihres Kindes

Ausgerechnet mit dem schlimmsten Raufbold versteht sich Ihr Kind am besten? Mischen Sie sich nicht ein, solange sich der Kontakt nicht negativ auswirkt. Es ist wichtig, dass Kinder ihre Freunde selbst auswählen, um eigene Erfahrungen zu sammeln. Fragen Sie Ihr Kind, warum es seinen Freund so cool findet. Vielleicht profitieren die beiden gegenseitig voneinander, weil sie voneinander lernen. Ihr Kind wird etwas mutiger, und der kleine Raufbold hat in Ihrem Kind einen Ruhepol gefunden. 

Lassen Sie Ihr Kind auch mal alleine spielen

Sie selbst haben viele Freunde und Sie können gar nicht verstehen, warum Ihr Kind so zurückhaltend ist? Dabei ist es völlig in Ordnung, wenn Kinder auch mal alleine spielen wollen. Und oft zeigt sich Erziehern und Lehrern ein ganz anderes Kind. Suchen Sie das Gespräch im Kindergarten oder in der Schule, und fragen Sie nach, wie Ihr Nachwuchs in der Gruppe integriert ist. Häufig gibt es gar keinen Handlungsbedarf. 

Liefern Sie Ideen fürs gemeinsame Spielen und Basteln

Die Kinder werden nicht so richtig warm miteinander? Dann können Sie ein bisschen nachhelfen und Anreize schaffen. Etwa, indem Sie mit den Kleinen zusammen einen Turm bauen, Lieder singen oder sie in ein Rollenspiel verwickeln. Vielleicht haben Sie auch ein paar Bastelutensilien, Buntpapier, Stifte und eine Kinderschere? Legen Sie alles auf einen Tisch in die Mitte und lassen Sie die Kinder gemeinsam schnippeln, kritzeln und falten.



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