Sie befinden sich auf Augenhöhe von Krabbelkindern und haben eine magische Anziehungskraft auf sie: Steckdosen und Kabel. "Wenn ein Kind direkt mit Strom in Kontakt kommt, wird der Körper selbst zum Leiter", erklärt Dr. med. Gilbert Heller, Landesarzt des Deutschen Roten Kreuzes Schleswig-Holstein in Kiel. Und das kann lebensgefährlich sein. Im schlimmsten Fall hört das Herz auf zu schlagen. "Besonders tückisch sind Unfälle mit Strom, wenn Wasser mit im Spiel ist", ergänzt Judith Janßen, Lehrrettungsassistentin beim Deutschen Roten Kreuz in Kiel. Hier erklären die beiden Notfall-Experten, wie Eltern richtig reagieren:
Die Symptome
Je stärker der Strom und je länger er einwirkt, umso schwerer die Folgen. Der Schlag kann zu Atemnot, Krampfgefühlen in der Brust, Angstzuständen, Unruhe und Schwitzen führen. Diese Beschwerden hören nach dem Unfall wieder auf. Bei größeren Stromstärken (etwa im Hobbyraum oder auf Baustellen) kommt es an den Ein- und Austrittsstellen auf der Haut zu Verbrennungen. Oft verkrampfen sich die Muskeln, das Kind kann sich nicht mehr von der Quelle lösen. Fließt Strom durch das Herz, kann es zu Herzrhythmusstörungen bis zum Kammerflimmern kommen – auch noch Stunden nach dem Schlag. Ist das Gehirn betroffen, sind Bewusstlosigkeit, Krämpfe und Atemstillstand die Folge.
Die Maßnahmen
Zuerst müssen Sie an Ihre eigene Sicherheit denken. Um helfen zu können, dürfen Sie nicht mit dem Strom in Kontakt geraten.
Unsere Experten:
Dr. med. Gilbert Heller ist Anästhesist im Universitätsklinikum Kiel (Schwerpunkt Notfallmedizin) und Landesarzt des Deutschen Roten Kreuzes Schleswig-Holstein
Judith Janßen ist Lehrrettungsassistentin und -beauftragte beim Deutschen Roten Kreuz und Krankenschwester in der Notaufnahme im Städtischen Krankenhaus Kiel
Peggy Elfmann / Baby und Familie;
29.11.2010, aktualisiert am 10.08.2011
Bildnachweis: W&B/privat, W&B/Forster & Martin, W&B/Forster & Martin
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