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Kinder: Was tun bei Atemnot und Erstickungsgefahr?

Nüsse, Bonbons, Münzen: Verschluckt sich das Kleine daran, kann das lebensgefährlich werden. So handeln Eltern richtig


Kein Spielzeug für kleine Kinder: Münzen

Kleine Kinder sind neugierig und untersuchen alle Gegenstände, die sie finden – auch mit dem Mund. Mitunter ist das gefährlich: "Die Teile können in die Luftröhre gelangen und sie je nach Größe ganz oder teilweise blockieren", erklärt Dr. med. Gilbert Heller, Landesarzt des Deutschen Roten Kreuzes Schleswig-Holstein. Die Folge: Atemnot und Erstickungsgefahr.

Aber nicht nur Münzen, Perlen und Murmeln können dazu führen. Oft verschlucken sich Kinder auch, wenn sie beim Essen herumlaufen oder toben: Lebensmittel wie Karottenstücke gelangen in die Luft- statt in die Speiseröhre. "Das passiert bei Kindern leichter als bei Erwachsenen, weil der Kehlkopfdeckel der Kleinen etwas erhöht ist", so Judith Janßen, Lehrrettungsassistentin beim Deutschen Roten Kreuz in Kiel.



Luftnot: Da ist schnelle Hilfe gefragt

Außerdem haben die Kleinen oftmals noch keine Backenzähne, können Lebensmittel nicht ausreichend zerkauen. Und gerade Kleinkinder schlingen beim Essen häufig allzu große Bissen hinunter. Die beiden Notfall-Experten erklären, wie Mütter und Väter richtig Erste Hilfe leisten:

Die Symptome

Gelangt ein Fremdkörper die Luftröhre, verursacht das in der Regel einen Hustenreiz. Das Kind muss husten, manchmal würgt es. Das Atmen fällt ihm schwer und wird oft von einem pfeifenden Geräusch begleitet. Wenn akute Atemnot droht, läuft das Kind nach kurzer Zeit blau an. Es kann auch bewusstlos werden. Steckt ein Fremdkörper in der Speiseröhre, führt das ebenfalls zu Schluck- und Atembeschwerden. Der Nachwuchs spürt einen Brechreiz. Hat er darüber hinaus Atemnot, färben sich Lippen und Haut blau. Im schlimmsten Fall verliert das Kind sein Bewusstsein.

Die Maßnahmen

  • Fordern Sie Ihr Kind auf, kräftig zu husten. Fast immer kommt der Gegenstand so heraus.
  • Steckt der Fremdkörper fest, aber Sie sehen ihn, nehmen Sie ihn aus dem Mund. Ist er nicht sichtbar, bitte nicht blind danach fischen! Ein Arzt muss ihn entfernen.
  • Geben Sie Ihrem Kind bis zu fünf kräftige Schläge zwischen die Schulterblätter, damit sich der Gegenstand löst. Beugen Sie es dafür vornüber, und halten Sie den Oberkörper. Ist das Kind unter zwei Jahre, setzen Sie sich hin und legen es bäuchlings auf Ihr Bein. Stützen Sie den Kopf des Kleinen.
  • Alarmieren Sie den Rettungsdienst unter 112, wenn diese Maßnahme keinen Erfolg bringt. Und wenden Sie die Oberbauchkompression an, die Sie eigentlich in einem Erste-Hilfe-Kurs lernen sollten: Umfassen Sie Ihr Kind von hinten, verschränken die Hände unter dem Brustbein und ziehen fünfmal ruckartig. Diese Maßnahme ist umstritten. Sie kann zu Verletzungen führen. Deswegen sollten Sie sie nur als letzte Möglichkeit anwenden.
  • Atmet das Kind nicht, beginnen Sie mit den Sofortmaßnahmen (30 Herzdruckmassagen und 2 Atemspenden im Wechsel). Führen Sie diese fort, bis der Arzt eintrifft.

Unsere Experten:

Dr. med. Gilbert Heller ist Anästhesist im Universitätsklinikum Kiel (Schwerpunkt Notfallmedizin) und Landesarzt des Deutschen Roten Kreuzes Schleswig-Holstein

 


Judith Janßen ist Lehrrettungsassistentin und -beauftragte beim Deutschen Roten Kreuz und Krankenschwester in der Notaufnahme im Städtischen Krankenhaus Kiel



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Peggy Elfmann / Baby und Familie; 08.10.2010, aktualisiert am 10.08.2011
Bildnachweis: W&B/Forster & Martin, W&B/privat, W&B/Forster & Martin

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