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Kinder: SOS bei Hitze

Hohe Temperaturen und UV-Licht können Kindern schaden. Von Sonnenbrand bis Kollaps: So reagieren Eltern richtig


Kalte Kompressen kühlen kleine Hitzköpfe

Kinderhaut ist wunderbar zart, aber auch extrem empfindlich. Sie bildet nur wenig schützende Pigmente und ist fünfmal dünner als bei Erwachsenen. Deshalb bekommen die Kleinen schneller einen Sonnenbrand. Und: „Der Kopf von Kindern hat im Vergleich zu Erwachsenen einen größeren Anteil an der Körperoberfläche“, sagt Dr. Gilbert Heller, Landesarzt des Deutschen Roten Kreuzes Schleswig-Holstein. Dadurch kann proportional mehr Hitze aufgenommen werden. Das kann Folgen haben, etwa einen Sonnenstich. „Dabei lässt die Hitze die Hirnhäute und das Gehirn anschwellen“, so der Experte.


Wenn Kinder im Hochsommer lange Zeit draußen toben und wenig trinken, besteht die Gefahr, dass sie eine Hitzeerschöpfung oder einen Hitzschlag erleiden. „Es kommt zu einem Wärmestau, weil das Kind nicht schwitzen kann“, erklärt Judith Janßen, Lehrrettungsassistentin beim Deutschen Roten Kreuz in Kiel. Bei Sonnen- und Hitzeschäden ist es wichtig, dass Eltern sofort Erste Hilfe leisten. Wie das geht, lesen Sie hier:

Die Symptome

Wenn das Kind zu lange in der Sonne war, zeigt sich das zuerst an der geröteten Haut. Im schlimmsten Fall bilden sich bei einem Sonnenbrand Blasen, und die Haut beginnt nach ein paar Tagen zu schuppen. Klagt das Kind über Kopfschmerzen, Übelkeit, Brechreiz und Schwindel, sind das Zeichen für einen Sonnenstich. Der Kopf ist heiß und rot. Das Kleine kann fiebern, manchmal spürt es einen steifen Nacken. Diese Symptome können auch erst nach ein paar Stunden auftreten. Bei einer Hitzeerschöpfung sieht das Kind blass aus. Manchmal fröstelt es. Selten ist die Kreislaufbelastung so groß, dass das Kind das Bewusstsein verliert (Hitzekollaps). Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel können auf einen Hitzschlag hindeuten. Die Haut des Kindes ist sehr warm, anfangs ist sie rot, später blass-grau. Die Überhitzung kann zu einem Ohnmachts- oder Krampfanfall führen.



Judith Janßen ist Lehr - rettungsassistentin und -beauftragte beim Deutschen Roten Kreuz und Krankenschwester in der Notaufnahme im Städtischen Krankenhaus Kiel

Die Maßnahmen

■ Bringen Sie Ihr Kind sofort in den Schatten.

■ Rufen Sie einen Arzt, oder suchen Sie eine Klinik auf, wenn das Kind bei Bewusstsein ist und über Übelkeit und Schwäche klagt. Ihr Kleines hat eine Hitzeerschöpfung, einen Hitzschlag oder einen Sonnenstich. Jetzt darf es nichts trinken oder essen, das kann die Übelkeit fördern. Wird das Kind bewusstlos, muss man sofort die Atmung kontrollieren und möglicherweise Atem spenden. Atmet das Kind, bringen Sie es in die stabile Seitenlage. Dann immer den Notarzt unter 112 rufen.

■ Hat das Kind einen Sonnenbrand, aber keine Anzeichen für einen Sonnenstich oder eine Hitzeerschöpfung, legen Sie es mit erhöhtem Oberkörper hin. Geben Sie ihm etwas zu trinken.

■ Die Schmerzen eines Sonnenbrands lindern Sie mit kühlen Tüchern oder mit Cool-Packs. Legen Sie das Kältepack nicht direkt auf die Haut, sondern hüllen Sie es in ein Tuch. Tipp: Im Kühlschrank bleibt das Cool-Pack elastisch. Danach tragen Sie eine feuchtigkeitsspendende Lotion auf.

■ Nach einem Sonnenbrand oder -stich sollte Ihr Kind die Sonne für eine Woche meiden.



Unverzichtbar für unbeschwertes Spielen im Freien: Sonnencreme

Experten-Tipps für heiße Sommertage

Bleiben Sie mit Babys immer im Schatten. Ihre Haut ist zu empfindlich.

Vermeiden Sie den Aufenthalt in der prallen Mittagssonne. Achten Sie auch sonst darauf, dass Ihr Nachwuchs sich hauptsächlich an schattigen Plätzen aufhält.

Die Kinder sollten einen Sonnenhut mit breiter Krempe tragen, wenn sie im Freien spielen. Am besten sind Hüte und Mützen mit UV-Schutz. Benutzen Sie für die Kleinen eine Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor (mindestens LSF 30), und cremen Sie regelmäßig nach. Dermatologen empfehlen für Kinder Produkte mit mineralischen Filtern.

Wenn Ihre Kinder unter einer Strandmuschel oder einem Sonnenschirm spielen, sollte das Material einen hohen UV-Schutz besitzen. Als Kleidung eignen sich T-Shirts und Hosen mit Lichtschutzfaktor (am strengsten ist der UV-Standard 801).

Achten Sie darauf, dass Ihr Kind regelmäßig Flüssigkeit zu sich nimmt. Am besten eignen sich Wasser und ungesüßte Tees.

Lassen Sie Ihr Kind nie alleine im Auto. Der Innenraum kann sich schnell aufheizen, auch bei moderaten Außentemperaturen. Wenn Sie mit dem Auto unterwegs sind, dunkeln Sie die hinteren Fenster ab, um die Sonnenstrahlung zu minimieren.



Peggy Elfmann / Baby und Familie; 27.08.2010
Bildnachweis: W&B/Forster & Martin, W&B/Forster & Martin, W&B/Forster & Martin

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