Erste Hilfe bei Kindern

Eltern als Ersthelfer: In mehreren Folgen erklären Experten die wichtigsten Handgriffe, um Kinder im Notfall zu retten

von Peggy Elfmann, aktualisiert am 25.09.2014

Gefahren für das Kind, sich zu verletzen, lauern überall

istock/Thomas Vogel

Mehr als 42 Prozent aller Kinderunfälle ereignen sich zu Hause und im eigenen Garten, das sind mehr als im Straßenverkehr. Fast zwei Drittel der häuslichen Unfälle betreffen Kinder unter sechs Jahren.

Das bedeutet: Eltern sind in der Regel die Ersten am Ort des Geschehens. Daher ist es umso wichtiger, dass sie wissen, was im Notfall zu tun ist. Zumal im Durchschnitt acht Minuten vergehen, bis ein Rettungswagen kommt.


Dr. med. Gilbert Heller

W&B/privat

Erste-Hilfe-Kurs für Eltern

In unserer Serie erläutern Fachleute, wie Eltern bei einem Unfall richtig reagieren:

Dr. med. Gilbert Heller ist Anästhesist im Universitätsklinikum Kiel und Landesarzt des Deutschen Roten Kreuzes Schleswig-Holstein. 

Und Judith Janßen ist Lehrrettungssanitäterin und -beauftragte beim Deutschen Roten Kreuz und Krankenschwester in Kiel.


Judith Janßen

W&B/Forster & Martin

Trotzdem können die Informationen nur Gedächtnisstütze sein. „Die Praxis sollte man in speziellen Erste-Hilfe-am-Kind-Kursen lernen“, sagt Judith Janßen. Alle Hilfsorganisationen, viele Familienzentren und Kliniken bieten solche an.

Grundsätzlich gilt: „Das Wichtigste bei einem Unfall ist, Ruhe bewahren“, sagt Gilbert Heller. Denn wer in Panik verfällt, kann nicht überlegt handeln.

„Den einzigen Fehler, den man machen kann, ist nichts zu machen“, sagt er. Gerade bei kleinen Kindern ist es wichtig, unverzüglich die lebenswichtigen Sofortmaßnahmen anzuwenden.

 


Für den Notfall alles bereit

Zur Ersten Hilfe gehört ein gut ausgerüsteter Verbandkasten. Das sollte hinein:

  • elastische Mullbinden sowie sterile Wundkompressen und Verbandpäckchen, jeweils in verschiedenen Größen, Verbandtuch
  • eine Rolle Heftpflaster und eine Packung Pflasterstrips
  • Einmalhandschuhe (Größe M und L),
  • Verbandschere, Dreiecktuch, Rettungsdecke
  • Kalt-/Warmkompresse (im Kühlschrank lagern)


Zusätzlich für den Medikamentenschrank:

  • Schmerzmittel und Fieberzäpfchen
  • Mittel gegen Insektenstich, Sonnenbrand
  • Hustensaft, Nasentropfen oder -spray
  • Mittel gegen Verdauungsbeschwerden und Durchfall
  • Wund- und Heilsalbe

Bewahren Sie den Verbandkasten unabhängig auf (etwa im Flur, wo auch Kinder herankommen) und tauschen Sie abgelaufenes Material aus.




Bildnachweis: W&B/Forster & Martin, W&B/privat, istock/Thomas Vogel

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