Eltern als Ersthelfer: In mehreren Folgen erklären Experten die wichtigsten Handgriffe, um Kinder im Notfall zu retten. Teil 1: Die Sofortmaßnahmen
Möglichkeiten, sich zu verletzen lauern überall
Mehr als 42 Prozent aller Kinderunfälle ereignen sich zu Hause und im eigenen Garten, das sind mehr als im Straßenverkehr. Fast zwei Drittel der häuslichen Unfälle betreffen Kinder unter sechs Jahren.
Das bedeutet: Eltern sind in der Regel die Ersten am Ort des Geschehens. Daher ist es umso wichtiger, dass sie wissen, was im Notfall zu tun ist. Zumal im Durchschnitt acht Minuten vergehen, bis ein Rettungswagen kommt.
In unserer neuen Serie erläutern Fachleute, wie Eltern bei einem Unfall richtig reagieren. Die Experten sind Dr. med. Gilbert Heller, Anästhesist im Universitätsklinikum Kiel und Landesarzt des Deutschen Roten Kreuzes Schleswig-Holstein, und Judith Janßen, Lehrrettungssanitäterin und -beauftragte beim Deutschen Roten Kreuz und Krankenschwester in Kiel.
Trotzdem können die Informationen nur Gedächtnisstütze sein. „Die Praxis sollte man in speziellen Erste-Hilfe-am-Kind-Kursen lernen“, sagt Judith Janßen. Alle Hilfsorganisationen, viele Familienzentren und Kliniken bieten solche an.
Grundsätzlich gilt: „Das Wichtigste bei einem Unfall ist, Ruhe bewahren“, sagt Gilbert Heller. Denn wer in Panik verfällt, kann nicht überlegt handeln. „Den einzigen Fehler, den man machen kann, ist nichts zu machen“, sagt er. Gerade bei kleinen Kindern ist es wichtig, unverzüglich die lebenswichtigen Sofortmaßnahmen anzuwenden.
Notruf 112
Unter dieser Nummer erreichen Sie in ganz Deutschland den Rettungsdienst. Wenn Sie anrufen, sagen Sie wo der Unfall passiert ist (Anfahrtshinweise) und was geschehen ist. Erklären Sie, wer betroffen ist (wie viele Personen? Alter des Kindes) und welche Verletzungen vorliegen. Warten Sie Rückfragen ab, und geben Sie eine Rückrufnummer an!
Peggy Elfmann / Baby und Familie;
07.05.2010, aktualisiert am 18.06.2010
istock/Thomas Vogel
Anzeige