Da Neugeborene andere Nährstoffe brauchen als ältere Babys, bieten die Hersteller zwei Grundsortimente an: Säuglingsanfangsnahrungen für die ersten vier bis sechs Lebensmonate und Folgenahrungen für Babys ab dem fünften Monat. Für Problembabys mit Allergien oder Verdauungsbeschwerden sind Spezialmilchen auf dem Markt. Kuhmilch ist für Babys nicht geeignet.
Hier eine Übersicht:
Pre-Milch: Anfangsnahrung mit dem Zusatz „Pre“ auf der Verpackung kommt der Muttermilch am nächsten und ist deshalb für gesunde Neugeborene die erste Wahl. Sie enthält als einziges Kohlenhydrat Milchzucker (Laktose). „Da Pre-Milch genauso dünnflüssig ist wie Muttermilch, sollte sie mit einem Teesauger gefüttert werden“, empfiehlt Ute Christ-Sörger, Expertin bei der Milupa-Mütterberatung. „Das Baby soll sich genauso anstrengen wie an der Brust, damit es ein gutes Sättigungsgefühl entwickelt.“ Fünf bis sechs Fläschchen gelten als Leitmaß, das Baby darf jedoch so viel trinken, wie es möchte. Produkte mit „LCP“ oder „LC-PUFA“ enthalten Fettsäuren, die auch in der Muttermilch vorkommen. Diese sind wichtig für Gehirn, Nervensystem und Sehvermögen.
1-Milch: Anfangsnahrung mit der Ziffer „1“ im Namen enthält außer Milchzucker noch Stärke. Das macht sie sämiger und sättigender als Pre-Milch. Babys mit großem Hunger sind deshalb mit 1-Milchnahrung oft zufriedener. Darauf achten, dass ein adaptiertes Eiweiß enthalten ist – dadurch wird sie leichter verdaulich.
2-Milch: Folgenahrung mit dem Zusatz „2“ zeichnet sich durch einen erhöhten Anteil von Stärke aus. Sie enthält mehr Jod und Eisen. Wird Ihr Baby nach dem vierten Monat mit einer Anfangsnahrung nicht mehr satt, können Sie ihm diese Milch geben. Halten Sie jedoch die Mengenempfehlungen ein! Folgenahrung ist jetzt auch trinkfertig erhältlich.
3-Milch: Folgenahrung mit der Ziffer „3“ auf dem Etikett ist für Babys ab dem achten Monat gedacht, die mit einer 2-Milch nicht mehr satt werden. Sie liefert zusätzliche Vitamine und Mineralstoffe und ist auch nach dem Flaschenalter verwendbar.
HA-Milch: Sie wurde speziell für allergiegefährdete Babys entwickelt, die nicht oder nicht voll gestillt werden. In HA-Nahrungen ist das Kuhmilcheiweiß in kleinere Bruchstücke gespalten (teilhydrolysiert), die weniger stark allergieauslösend wirken. „Durch die Hydrolyse bekommt die Nahrung einen leicht bitteren Geschmack. Einem Baby macht das aber normalerweise nichts aus, weil der Geschmackssinn noch nicht so weit entwickelt ist wie bei Erwachsenen“, so Ute Christ-Sörger. „Da es verschiedene HA-Nahrungen für unterschiedliche Bedürfnisse gibt, sollten Eltern immer den Kinderarzt zu Rate ziehen.“
Baby und Familie
www.baby-und-familie.de; 05.08.2005, aktualisiert am 27.06.2010
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