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Welches Getreide ist gut für Babys?

Mal mit Obst, mal mit Milch – Getreide spielt in Babys Ernährung eine wichtige Rolle. Doch welche Sorte nimmt man am besten?


Ein Erlebnis: Babys erster Brei

Hirse, Dinkel, Hafer, Weizen, Reis – die Auswahl an Getreidesorten für Babys Brei ist groß. „Grundsätzlich kann man einem Kind alles geben“, sagt Ernährungswissenschaftlerin Claudia Thienel aus Bonn. „Am besten in der Vollkornversion.“ Doch wo liegt eigentlich der Unterschied?

Hafer: „Er ist die Standardempfehlung für den Baby-Getreidebrei“, sagt Claudia Thienel. „Haferflocken enthalten sehr viel Eisen, das der Körper für die Blutbildung braucht.“ Außerdem kann der Körper die Inhaltsstoffe des Getreides prima verwerten. Und: „Hafer gehört zu den preisgünstigen Getreiden, was für viele Eltern ein Kriterium ist“, so die Expertin.



Hirse

Hirse: „Sie zählt heute zu den exotischen Getreidesorten“, meint Claudia Thienel. „In die Babyernährung kam Hirse ursprünglich als Allergieprävention.“ Das Korn war als eine Alternative für Kinder gedacht, die ein Risiko für Weizenallergie oder Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) hatten. „Heute weiß man aber: Es ist besser, wenn Risikokinder früh mit den potenziellen Auslösern in Kontakt kommen und sich ihr Immunsystem so an sie gewöhnt“, erklärt Thienel. Die glutenfreie Hirse enthält – wie alle anderen Getreidesorten – viele wichtige Nährstoffe. Sie gilt als besonders mineralstoffreich, enthält zum Beispiel viel Kieselsäure. Und die tut Knochen, Knorpel und Bindegewebe gut. Auch reichlich Eisen steckt in Hirse.


Weizen: Der Klassiker unter den Getreidesorten. In der Babyernährung kommt er unter anderem als Weizengrieß vor. „Auch Kinder mit Allergierisiko dürfen ihn bekommen“, sagt Claudia Thienel. „Am besten ist, wenn bei Risikokindern Weizen bereits ab dem fünften Monat in kleinen Mengen eingeführt wird und die Mutter gleichzeitig noch stillt.“ Die Ernährungsexpertin rät: Da Babys als ersten Brei den Kartoffel-Gemüse-Fleisch-Brei bekommen, sollten Eltern die Kartoffeln ab und zu durch Nudeln aus Hartweizengrieß ersetzen, bevor sie die nächsten Breie einführen.

Dinkel:
„Der leicht nussige Geschmack kommt bei vielen Babys gut an“, beobachtet Ernährungswissenschaftlerin Thienel. Dinkel enthält mehr Mineralstoffe und Vitamine als Weizen. Er gilt als das Urgetreide. Und es gibt Hinweise, dass er auch von einigen Weizenallergikern vertragen wird.



Reis

Reis: Auch er zählt wie Hirse zu den glutenfreien Sorten. In Reis steckt viel Stärke, aber wenig Fett und Eiweiß. Er enthält in der Vollkornvariante reichlich B-Vitamine, außerdem bringt er jede Menge Energie, da er hochwertige Kohlenhydrate liefert.


Das sollten Eltern wissen:

  • Getreide wird mit der zweiten Breimahlzeit eingeführt. Zunächst etwa ab dem sechsten bis achten Monat als Milch-Getreide-Brei. Einen Monat später kommt der Getreide-Obst-Brei hinzu.
  • Der Milch-Getreide-Brei wird mit Säuglingsmilch oder Vollmilch (3,5 % Fett) zubereitet, man kann auch Muttermilch nehmen. Manchmal ist der Milchanteil schon in den Fertigpackungen enthalten. Dann wird der Brei nur noch mit Wasser angerührt. Rezepte zum Selbermachen gibt es auf der Internetseite des Bonner Forschungsinstituts für Kinderernährung (FKE)
  • Fertigmilchbreie sollten mit Jod angereichert sein, empfiehlt das FKE.
  • Wenn Sie Getreide-Obst-Gläschen verwenden, achten Sie auf die Zutatenliste. „Manchmal enthalten die Produkte zu wenig Getreide“, sagt Ernährungsexpertin Thienel. 20 Gramm sollten drin sein.
  • Falls weniger als 4 Gramm Öl im Getreide-Obst-Gläschen enthalten sind, geben Sie am besten noch einen Teelöffel Öl hinzu, zum Beispiel Rapsöl.
  • Ein Getreide oder Mehrkorn? „Beides ist möglich, Mehrkorn ist aber nicht unbedingt nötig“, sagt Thienel. Wenn Sie Mehrkorn-Brei geben möchten, sollten Sie die einzelnen Getreidesorten vorab schon mal solo gefüttert haben – über mehrere Tage. So gehen Sie sicher, dass Ihr Kind auch alles verträgt. Reagiert es zum Beispiel mit Durchfall, Bauchweh oder Hautreaktionen auf eine Sorte, sollten Sie auf diese lieber verzichten.
  • Zusätzlicher Zucker und Aromastoffe haben in den Getreidebreien nichts zu suchen. Was im Fertigbrei steckt, sehen Sie auf der Zutatenliste.

Unsere Expertin:


Claudia Thienel ist Ernährungswissenschaftlerin in Bonn.



Stefanie Becker / Baby und Familie; 15.07.2011
Bildnachweis: Stockfood Municht GmbH/Marc O. Finley, Stockfood Municht GmbH/Jan-Peter Westermann, W&B/Privat, Superbild/Option Photo

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