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Welche „Pille“ ist mit dem Stillen vereinbar?

Ich stille mein Baby. Kann ich trotzdem die Pille nehmen? Welche Verhütungsalternativen gibt es bei noch nicht abgeschlossener Familienplanung? Aus der "Experten-Sprechstunde Schwangerschaft-Geburt-Stillen"


Auch in der Stillzeit gibt es zuverlässigen Empfängnisschutz

Zuverlässige Daten zur hormonellen Schwangerschaftsverhütung in der Stillzeit gibt es für die Minipille. Diese besteht aus nur einem Hormon (Gestagen = Gelbkörperhormon) und verhindert den Eisprung. Zusätzlich wird durch das Hormon der Schleimpfropf im Gebärmutterhals dichter und verhindert somit das Aufsteigen der Spermien in die Gebärmutter. Die niedrig dosierten Kombinationspräparate (sogenannte Mikropille) dürften eigentlich auch keine Nachteile für das gestillte Kind haben, aufgrund fehlender Studiendaten sollte auf die Einnahme in der Stillzeit allerdings verzichtet werden.

Alternativ zu der Minipille kommen noch das Kondom oder die Spirale in Frage. Der Vorteil des Kondoms liegt in der nichthormonellen Verhütung und dem Schutz vor Genitalinfektionen. Der Nachteil ist allerdings seine eingeschränkte Verhütungssicherheit.

Die Kupferspirale verhindert die Einnistung der befruchteten Eizelle und durch den Kupferanteil die Beweglichkeit der Spermien. Etwa sechs Wochen nach der Entbindung kann die Spirale einfach und relativ schmerzfrei in die Gebärmutter eingesetzt werden. Nachteile sind ein mögliches Verrutschen der Spirale, wodurch sie nicht mehr verhütend wirkt, ein leicht erhöhtes Risiko für Unterleibsinfektionen und eine verstärkte Monatsblutung. Insgesamt ist die Kupferspirale allerdings eine recht sichere und gut verträgliche nichthormonelle Verhütungsmaßnahme. Ob die Spirale noch richtig sitzt, wird der Frauenarzt regelmäßig kontrollieren.

Noch besser verträglich ist die Hormonspirale, welche ebenfalls in die Gebärmutterhöhle eingesetzt wird. Die Hormonspirale gibt kontinuierlich über höchstens fünf Jahre ein Gestagen (siehe oben) an die Gebärmutterschleimhaut ab, welches dazu führt, dass die Gebärmutterschleimhaut flach bleibt und dass sich – wie bei der Minipille – der Schleimpfropf des Gebärmutterhalses verdichtet. Ein Vorteil ist die örtliche Hormonwirkung, ohne dass der Körper verstärkt mit Hormonen belastet wird. Die Hormonspirale ist ihrerseits mit dem Stillen vereinbar.

 

Prof. Dr. med. André Ahr, Experte der "Sprechstunde Schwangerschaft-Geburt-Stillen", in der Sie viele Fragen und Antworten rund um das Thema Schwangerschaft finden.



Diese Informationen enthalten nur allgemeine Hinweise und dürfen nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Sie können einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.



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Prof. Dr. med. André Ahr / surfmed / www.baby-und-familie.de; 28.01.2008, aktualisiert am 14.04.2011
Bildnachweis: Stockbyte/RYF

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