Süß – das ist der erste Geschmack, den Babys wahrnehmen und den die meisten Menschen ihr Leben lang gut finden. Süß, das heißt für viele, sich etwas Gutes zu gönnen, sich zu belohnen. Und in Maßen genossen, ist Zucker für unsere Gesundheit auch kein Problem. Doch leider essen wir viel mehr davon, als uns bewusst ist.
Besonders in typischen Kinder-Lebensmitteln steckt jede Menge drin, kritisieren Verbraucherschützer. Wir entlarven für Sie die größten Zucker-Fallen auf dem Kinder-Speiseplan.
Frühstück
Knuspriger Hafer mit Honig verfeinert. Klingt gut. Bei den Nährwertangaben wird jedoch kräftig geschummelt. Auf der Packung steht „deckt 14 Prozent des Tagesbedarfs an Zucker“. Diesen „Tagesbedarf“ an Süßem gibt es aber gar nicht. Tatsächlich enthalten die Knusperflocken 43 Prozent Zucker. Bei einer kleinen Portion sind das acht Stückchen. Kommt noch ein Glas Orangensaft dazu, macht das insgesamt 14 Stück Würfelzucker
Unser Rat: Verzichten Sie ganz auf Frühstücksflocken. Mischen Sie das Müsli lieber selbst. Und verdünnen Sie den Orangensaft mit Wasser.
Mittagessen
Fischstäbchen mit Bratkartoffeln und Gemüse. Mmmh, ein echtes Kinder-Leibgericht und fast zuckerfrei. Richtig lecker wird das Ganze mit einem ordentlichen Klecks Ketchup (zwei Würfelzucker). Und zum Nachspülen gibt es Limonade. Genau hier steckt der meiste Zucker drin. Allein die Limo enthält etwa fünf Stückchen. Sie ist daher Süßigkeit und kein Durststiller. Die Bilanz 7 Stück Würfelzucker
Unser Rat: Statt Limo selbst gemischte Apfelschorle anbieten, zwei Teile Wasser auf einen Teil Saft.
Zwischen-Snack
Kinderquark-Speise enthält Kalzium und Vitamine, aber leider auch eine Menge Zucker: In 100 Gramm stecken rund 5 Stück Würfelzucker
Unser Rat: Die bessere Alternative für die tägliche Milchration ist Naturquark oder -joghurt mit einem Klecks Marmelade, Honig oder frischem Obst.
Süße Pause
Die Extraportion Milch zwischendurch – von wegen. Die enthaltene Menge ist in dem Milchriegel verschwindend gering, eher im Teelöffel-Bereich anzusiedeln. Dafür ist die Zuckerbilanz ganz ordentlich – nämlich 4 Stück Würfelzucker
Unser Rat: Ab und zu ein Stück Schokolade als Nascherei ist okay, aber nicht als Ersatz für eine Milchmahlzeit.
Abendessen
Nach dem fast zuckerfreien Abendbrot gibt es noch ein Glas Schokomilch als Betthupferl. Und da steckt eine Menge Süßes drin. Milch mit Schokopulver enthält pro Becher bis zu 7 Stück Würfelzucker
Unser Rat: Ein wenig Milch mit echtem Kakao anrühren, weitere kalte oder warme Milch zugeben und je nach Geschmack süßen. Das schmeckt viel schokoladiger.
Versteckte Süße
Wissen, was drin ist: Knusper-Müsli
Am Beispiel dieser Angaben eines Knusper-Müslis sehen Sie, wie die Verbraucher getäuscht werden. Der untere Teil der Tabelle ist präsent auf der Vorderseite. Dort steht die Zahl 11 Prozent Zucker. Auf den ersten Blick wirkt dies wie der tatsächliche Zuckergehalt. Stimmt aber nicht: Gemeint ist der angebliche Tagesbedarf. Den wahren Zuckergehalt finden Sie kleingedruckt hinten auf der Packung, siehe oberer Teil. Hier zeigt sich, dass 25,5 Prozent beziehungsweise Gramm Zucker in 100 Gramm Müsli stecken.
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Katja Töpfer / Baby und Familie;
12.08.2010, aktualisiert am 22.11.2011
Bildnachweis: W&B/Reiner Schmitz, Stockfood Munich GmbH/Eising, Fotolia/Markus Mainka/2010
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