Eines der häufigsten Stillprobleme ist der so genannte Milchstau, der oft bereits in den ersten Wochen nach der Geburt auftritt. Der Name ist hierbei Programm: Im wahrsten Sinne des Wortes staut sich hier die Milch in den Milchkanälen. "Stress, Erschöpfung, aber auch Unsicherheit können einen gestörten Milchspendereflex verursachen und damit zu einem Milchstau führen", erklärt Dr. Lenka Vielreicher, Frauenärztin aus Straubing. Aber auch zu enge BHs oder falsch angelegte Tragetücher können eine Rolle spielen. Manchmal gibt es auch gar keinen ersichtlichen Grund dafür.
Symptome
Für die stillende Mutter ist der Druck, der sich durch die Verstopfung aufbaut, sehr schmerzhaft. "Das erste Anzeichen für einen Milchstau ist meistens das Erspüren eines oder mehrerer empfindlicher Knubbel in der Brust", weiß Vielreicher. Diese können bei Berührung richtig wehtun. Sollte nach einiger Zeit auch noch Fieber und ein allgemeines Krankheitsgefühl (ähnlich wie bei einer Grippe) dazukommen, kann man von einer Infektion der Milchkanäle ausgehen. In diesem Fall heißt es: Ab zum Arzt. Das rät auch die Gynäkologin: "Wenn man diese Schmerzen nicht abschätzen kann oder Angst hat, sollte die stillende Mutter unbedingt den Arzt aufsuchen bevor sie eigenmächtig herumdoktort oder am Ende sogar abstillt." Ebenfalls vom Arzt abklären lassen sollten Frauen Knoten oder Verhärtungen, die nach einigen Tagen nicht wieder verschwunden sind.
Behandlung
Der erste Gedanke, der Müttern bei Milchstau kommt, ist oftmals: Abstillen! Dabei ist genau das Gegenteil hilfreich. "Abstillen ist hier kontraproduktiv. Das beste und natürlichste Mittel gegen den Milchstau ist nämlich regelmäßiges und häufiges Anlegen", so die Frauenärztin. Stillen Sie so oft es geht (alle zwei Stunden oder öfter). Wenn das Kind mit dem Saugen nicht hinterherkommt, helfen Sie sich mit Abpumpen der Milch. Je öfter die Brust geleert wird, umso erleichterter werden Sie sich fühlen und umso schneller verabschiedet sich auch der Milchstau. Außerdem beugt das regelmäßige Stillen einer Entzündung vor.
Weitere Tipps bei einem Milchstau:
Sie müssen auch keine Angst um Ihr Neugeborenes haben. Für Ihr Baby hat der Milchstau keine negative Auswirkungen. Einziger Wehrmutstropfen: Es kann sein, dass das Neugeborene länger oder etwas intensiver saugen muss, um an genügend Milch zu kommen.
Nehmen die Beschwerden und Schmerzen jedoch zu oder halten sie länger als zwei Tage an, müssen Sie zum Arzt. Das gleiche gilt, wenn Sie Fieber haben. Denn wenn sich aus dem Milchstau eine Mastitis entwickelt hat, müssen Sie eventuell ein Antibiotikum nehmen, um die Infektion unter Kontrolle zu bringen. Mit dem Stillen aufzuhören ist aber auch selbst dann nicht immer erforderlich.
Sandra Schmid / www.baby-und-familie.de;
05.08.2005, aktualisiert am 26.04.2011
Bildnachweis: Digital Vision/RYF
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