Die beste Lösung ist die natürliche: ein Baby, das trinkt. Was Sie sonst noch tun können, um schnell wieder gesund zu werden
Viel Ruhe und regelmäßiges Anlegen sind das A und O beim Stillen
Ein praktischer Trick der Natur: Wenn das Neugeborene an der Mutterbrust saugt, setzt es durch einen Reflex Prolaktin frei, das die Milchbildung ermöglicht, und Oxytocin, das die Milchdrüsen anregt, die Milchgänge zu füllen. Günstig ist, wenn das Kind die Brust in regelmäßigen Abständen leer trinkt. So wird es optimal versorgt, und Sie beugen einem Milchstau vor. Dessen Symptome sind nämlich unangenehm:
Der Anstau von Milch nach dem Milcheinschuss führt zu einer prallen, verhärteten und druckempfindlichen Brust.
Aus dem Milchstau kann sich eine Brustentzündung (Mastitis) entwickeln. Bakterien, die durch die Brustwarze oder kleine Hautrisse in die Milchgänge gelangen, sind die Auslöser. Die Brust rötet sich, die Körpertemperatur kann erhöht sein. Lassen Sie sich am besten gleich von einer Stillberaterin helfen. Frauen, die zu Milchstau neigen, sollten auf ausreichend Entspannung achten, empfehlen Stillberaterinnen:
Legen Sie sich mit dem Baby ins Bett, sagen Sie Besuch ab, suchen Sie sich Hilfe für den Haushalt, damit Sie sich in Ruhe um Ihr Baby kümmern können. Eine Untersuchung hat ergeben, dass Frauen, die mittags ein Nickerchen machen, seltener unter Brustentzündungen leiden. Auch diese Tipps helfen, einem Milchstau vorzubeugen: Tragen Sie keine zu engen BHs. Warme Umschläge oder eine Massage vor dem Anlegen fördern den Milchspendereflex. Haben Sie bereits Probleme, dann können nach dem Stillen kalte Umschläge oder Kältepacks (Apotheke), Schwellungen und Entzündungen lindern. Gegen wunde Brustwarzen und Hauteinrisse hilft sparsames Einreiben mit einer geeigneten paraffinfreien Salbe. Wichtig bei wunden Brustwarzen ist auch das richtige Anlegen. Lassen Sie Ihr Baby an der weniger wunden Seite zuerst trinken – es saugt zu Beginn des Stillens am heftigsten. Getrost vergessen können Sie das früher empfohlene Frottieren der Brustwarzen mit einem Handtuch. Auch Seife oder alkoholhaltige Produkte reizen die empfindlichen Brustwarzen zu stark. Kann das Kind die Brust nicht leer trinken, sollte die Milch mit der flachen Hand ausgestrichen und mit einer Stillschale aufgefangen werden. Oder Sie verwenden Milchpumpen aus der Apotheke. Es gibt Handpumpen und elektrische Modelle, die durch eine Intervallregelung das Saugen des Kindes nachahmen – das soll dazu führen, dass sich die Brust besser entleert. Ihre Apotheke führt noch weiteres Zubehör wie Brustwarzenschützer, Still- oder Brusthütchen und -warzenformer.
Grundsätzlich gilt: Nehmen die Beschwerden und Schmerzen zu, oder halten sie länger als zwei Tage an, müssen Sie zum Arzt. Das gleiche gilt, wenn Sie Fieber haben. Wenn sich aus dem Milchstau eine Mastitis entwickelt hat, kann es sein, dass Sie ein Antibiotikum nehmen müssen, um die Infektion unter Kontrolle zu bringen. Mit dem Stillen aufzuhören ist aber nicht unbedingt erforderlich.
Baby und Familie
www.baby-und-familie.de;
05.08.2005, aktualisiert am 27.06.2010
Digital Vision/Carrie Beecroft & Nick White
Anzeige