Jodmangel ist die Hauptursache für einen Kropf. Und der muss auch in der Schwangerschaft ausreichend behandelt werden
Bei einer ausgewogenen, gesunden Ernährung ist das Risiko für einen Vitamin- und Mineralstoffmangel in der westlichen Welt nahezu ausgeschlossen. Daher ist eine zusätzliche Vitamin- und Mineralzufuhr bis auf bestimmte Ausnahmen nicht notwendig.
Anders sieht es zum Beispiel mit dem Spurenelement Jod aus. Deutschland ist ein Jodmangelgebiet mit erhöhten Risiko für eine Schilddrüsenunterfunktion. Jod ist unverzichtbarer Bestandteil der Schilddrüsenhormone. Eine normale Schilddrüsenfunktion ist für beide – Mutter und Kind – wichtig, insbesondere für das kindliche Wachstum und die Hirnentwicklung. Die Schilddrüse des ungeborenen Kindes benötigt bereits ab der 12. Woche Jod, um richtig zu arbeiten.
Der Jodbedarf kann durch Meeresfischgerichte, zweimal pro Woche, oder durch eine Jodeinnahme während der gesamten Schwangerschaft (ca. 100 Mikrogramm (µg) pro Tag) gedeckt werden. Am besten sprechen Sie darüber mit Ihrem Arzt. Der tägliche Jodbedarf schwangerer und stillender Frauen beträgt 230 bis 260 µg.
Manchmal kommt es im Verlauf der Schwangerschaft auch zu einem Eisenmangel. Dieser spiegelt sich im Abfall des Hämoglobins (roter Blutfarbstoff) wider, welcher im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge überprüft wird. In solchen Fällen sollte zusätzlich Eisen eingenommen werden, denn Eisen ist wichtig für die Blutbildung und die Sauerstoffversorgung des Kindes. Ansonsten ist keine Eiseneinnahme notwendig.
Anders verhält es sich mit der Folsäure. Sie gehört zur Gruppe der B-Vitamine und spielt eine wichtige Rolle bei der Zellentwicklung. Durch die Schwangerschaft erhöht sich der durchschnittliche Folsäurebedarf von 400 µg auf 800 µg/Tag. In Studien konnte belegt werden, dass durch Folsäureeinnahme vor Beginn einer Schwangerschaft das Risiko für kindliche Fehlbildungen, insbesondere einen „offenen Rücken“ (Spina bifida), um 75 Prozent gesenkt werden kann. Da der Verschluss des kindlichen Rückens bereits in der Zeit von der sechsten bis zur achten Schwangerschaftswoche abgeschlossen ist, ist es sehr wichtig, mit der zusätzlichen Folsäureeinnahme möglichst schon vor Beginn der Schwangerschaft anzufangen.
Prof. Dr. med. André Ahr, Experte der "Sprechstunde Schwangerschaft-Geburt-Stillen", in der Sie viele Fragen und Antworten zu diesem Thema finden.
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Prof. Dr. med. André Ahr / www.baby-und-familie.de;
18.12.2007, aktualisiert am 26.01.2012
Bildnachweis: W&B/Arbeitskreis Jodmangel
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