Baby-Basics – Ernährung (1):
Fläschchen, bitte!

Wenn es mit dem Stillen nicht klappt, ist Fertigmilch eine sinnvolle Alternative

Mutter füttert Baby
Guten Appetit!

Die Natur stellt für Babys die ideale Nahrung bereit: Muttermilch. Deshalb ist es am besten, Säuglinge mindestens sechs Monate ausschließlich zu stillen. Dennoch gibt es Situationen, in denen Mütter dies nicht können oder wollen. Eltern müssen sich dann keine Sorgen machen, dass es ihrem Kind an wichtigen Nährstoffen fehlt.

 

Schon für Neugeborene eignet sich sogenannte Pre-Nahrung. "Die Pre-Milch ist sehr dünnflüssig und kann wie Muttermilch nach Bedarf gegeben werden." Eltern können ihr Kleines also nicht überfüttern. Manchen Nahrungen sind LCP/LC-PUFA zugesetzt, die auch in der Muttermilch vorkommen. Hinter der Buchstabenkombination verbergen sich bestimmte langkettige Fettsäuren. "Sie begünstigen nachgewiesenermaßen die Gehirnentwicklung bei Säuglingen", erklärt die Ernährungswissenschaftlerin Maria Flothkötter vom aid infodienst Verbraucherschutz, Ernährung, Landwirtschaft e.V. in Bonn.  

 

 

Zur Säuglingsanfangsnahrung zählt auch die 1-Milch. Sie enthält neben Milchzucker Stärke und andere Kohlenhydrate und sättigt etwas mehr. "Sie sollte nach Plan gefüttert werden und keine Zuckerzusätze wie Saccharose oder Maltodextrin enthalten", rät Doris Gräfe. Beim Zubereiten an die Packungsbeilage halten.

 

Erst ab dem fünften Lebensmonat kann ein Baby Folgemilch 2 erhalten, ab dem achten Folgemilch 3. In ihnen stecken mehr Eiweiß, Kalorien, Vitamine und Mineralstoffe als in Anfangsnahrung. Unbedingt notwendig ist der Umstieg nicht. Anfangsnahrung eignet sich für das ganze Fläschchenalter. Ab dem fünften Monat kann die Beikost beginnen.

 

Für allergiegefährdete Säuglinge gibt es sogenannte HA-Nahrung. Das allergieauslösende Kuhmilch- Eiweiß ist hier in kleinste Teile gespalten, was das Risiko einer allergischen Reaktion senkt. Aber: Leidet Ihr Baby bereits an einer Kuhmilch-Allergie, eignet sich HA-Nahrung nicht. "Diese Kinder brauchen hochhydrolysierte Spezialmilch", so Gräfe. Sprechen Sie dies mit dem Kinderarzt ab. Babys, die unter Koliken leiden, können eine spezielle Bauchwehnahrung erhalten. Auch hier sollten Sie Ihren Kinderarzt fragen.

 

Keine Experimente mit Sojamilch! Das Bundesinstitut für Risikobewertung warnt, dass Säuglingsnahrung auf Sojabasis kein Ersatz für Kuhmilchprodukte ist. Babys sollten sie nur nach ärztlichem Rat bekommen. Sojabohnen enthalten hohe Konzentrationen eines hormonähnlichen Stoffes. Er steht im Verdacht, sich langfristig auf die Entwicklung der Geschlechtsorgane, des Immunsystems und der Schilddrüse auszuwirken. Auch Mandelmilch ist nichts für Babys.  

 

 

Doris Gräfe

Unsere Experten

 

Doris Gräfe arbeitet als Ernährungsreferentin bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf.

 

 

 

Antje Gahl
Antje Gahl  ist Ernährungswissenschaftlerin und Pressesprecherin bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung in Bonn.

 

 

 

Maria Flothkoetter
Maria Flothkötter ist Ernährungswissenschaftlerin und für den aid infodienst in Bonn tätig.