Was bei Schnupfen hilft

Vor allem in der Kita-Zeit jagt eine Erkältung die nächste. Babys fällt bei verstopfter Nase oft das Trinken schwer. Was Eltern tun können

von Barbara Weichs, 30.10.2015

Schnäuzen oder hochziehen? Das beurteilen Mediziner unterschiedlich

Image Source/ RYF

Es beginnt oft mit einem Kratzen im Hals oder einer verstopften Nase, dazu gesellen sich Husten, Kopf- und Gliederschmerzen, manchmal auch Fieber. Jeder kennt sie nur allzu gut, die klassischen Symptome einer Erkältung. Nie mehr machen wir so intensive Erfahrungen damit wie in unseren ersten Lebensjahren. "Vier bis sechs fieberhafte Infekte im Jahr sind an der Tagesordnung, bei manchen Kindern auch zehn bis zwölf", sagt Dr. Burkard Lawrenz, Kinderarzt aus Arnsberg.

Die Erklärung dafür ist ganz einfach: Jeder Mensch muss seine Immunität erst aufbauen – und das funktioniert, indem sich der Körper mit allen Viren auseinandersetzt, die er noch nicht kennt. "Das Immunsys­tem trainiert", erklärt der Mediziner. Mit dem Eintritt in die Schule ist der ganze Spuk dann meist vorbei. Die Infektzeit beginnt in der Regel mit dem Eintritt in die Kita, wenn die Kleinen also viel Kontakt zu anderen Kindern haben. Mit älteren Geschwistern setzt sie noch früher ein, da diese die Keime mit nach Hause bringen.


Dr. med. Burkhard Lawrenz aus Arnsberg leitet den Landesverband Westfalen-Lippe im Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V.

W&B/Privat

Wie groß ist die Ansteckungsgefahr in der Kita?

Sehr hoch. Wenn Kinder miteinander spielen und eine Erkältung im Umlauf ist, liegt die Wahrscheinlichkeit der Ansteckung bei 30 bis 50 Prozent. Verantwortlich für eine Erkältung sind vor allem die Gruppen der Rhino- und Adenoviren. Übertragen werden sie per Tröpfcheninfektion, entweder durch die Luft, über die ­Hände oder Spielsachen, die von einem zum anderen wandern. "Kinder spielen nicht hygienisch miteinander, die Infektionsübertragung ist ge­sichert", sagt Burkhard Lawrenz.

Trotzdem sollten Eltern ­­ihrem Nachwuchs einige Hygieneregeln beibringen: nach jedem Gang zur Toi­lette und vor dem Essen die Hände waschen, am bes­ten in die Ellbeuge husten und niesen, Taschentücher nur ein Mal verwenden und sofort in den Müll werfen. Ob sich ein Kind tatsächlich ansteckt, hängt davon ab, ob es schon einmal Kontakt mit dem Virus ­hatte. Und: Je besser seine Abwehr ist, umso eher bleibt es verschont.


Stefanie Nettersheim ist Apothekerin in Nürnberg

W&B/Angie Wolf

Kann man einer Erkältung vorbeugen?

Nein, und das muss auch nicht sein. "Sehen Sie jede Erkältung positiv: Wieder ein Virus, dem das Kind ab jetzt gewachsen ist", sagt Burk­hard Lawrenz. Einige Maßnahmen bewirken jedoch, dass die Infekte leichter verlaufen: eine ausgewogene, vitaminreiche Ernährung etwa und – das Wichtigste überhaupt – viel Bewegung an der frischen Luft, auch wenn das Wetter einmal nicht einladend ist.

Schnäuzen oder hochziehen?

Die meisten Eltern mögen es nicht, wenn ihr Kind ständig den Schleim durch die Nase hochzieht. Aus medizinischer Sicht ist das jedoch sehr sinnvoll. Denn: "Beim Nase­putzen entsteht ein Überdruck, die ­Viren kommen auch in die Neben­höhlen und in die Mittelohren. Dort können sie Entzündungen verursachen", erklärt Burkhard Lawrenz.

Was hilft bei Schnupfen?

Schnupfennasen sollten zunächst mit Kochsalzlösung befeuchtet werden. "Ist eine Nase total verstopft, hilft ein abschwellend wirkendes Spray", erklärt Apothekerin Stefanie Nettersheim. Die Kleinen können dann wieder frei atmen, außer­dem beugt es einer Mittelohrentzündung vor. Doch Vorsicht: Maximal dreimal am Tag und nicht länger als fünf bis sieben Tage anwenden!

Einreibungen für Brust und Rücken können auch helfen, die Nase zu befreien. "Für Kinder unter drei Jahren dürfen sie aber weder Menthol noch ­Kampfer enthalten", sagt Nettersheim. Das Abhusten von Schleim erleichtern Medikamente auf pflanzlicher oder chemischer Basis.

Stört der Husten den Nachtschlaf, verschreibt Burkhard Lawrenz auch mal einen Hus­­tendämpfer. Fieber, so der ­Kinder- und Jugendarzt, müssen ­Eltern nicht generell senken. "Entscheidend ist immer: Wie geht es dem Kind allgemein?", erklärt Lawrenz. ­Möchte ein Kind allerdings nichts mehr trinken, sind Paracetamol oder Ibuprofen in altersgerechter Dosierung als Zäpfchen oder Saft angesagt.

Was gilt bei Babys?

Wenn Babys wegen der verstopften Nase Schwierigkeiten haben zu trinken, sollten Eltern mit ihnen zum Arzt. Er empfiehlt dann häufig spezielle Nasensauger für Säuglinge, mit denen Eltern das Sekret absaugen können. Oft helfen außerdem Nasentropfen mit abschwellenden Wirkstof­fen­ – es gibt sie für alle Altersgruppen. Zur Anwendungsdauer und Dosierung fragen Sie am besten Ihren Apotheker um Rat.



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