Was Kindern bei Schnupfen hilft

Vor allem in der Kita-Zeit jagt eine Erkältung die nächste. Babys fällt bei verstopfter Nase oft das Trinken schwer. Was Eltern tun können
von Apotheker Ralf Schlenger, Barbara Weichs, 02.03.2017

Schnäuzen oder hochziehen? Das beurteilen Mediziner unterschiedlich

Image Source/ RYF

Mal ist sie verstopft, mal läuft sie: die Nase! In der kalten Jahreszeit lassen sich banale Infekte leider nicht vermeiden. Je kleiner die Kinder sind, desto mehr leiden sie darunter, dass sie schlecht Luft kriegen und das Trinken schwerfällt. Besonders Babys sind arg gebeutelt, da sie hauptsächlich durch die Nase atmen.

Bei Babys machen Salzlösungen die Nase frei

Für zarte Babynäschen eignen sich dann isotonische Salzlösungen. Sie befeuchten die Schleimhaut, wirken regenerierend, lösen zudem Schleim und Verkrustungen. Ältere Kinder können eine Nasendusche mit Salz- oder Meersalzlösung aus­probieren. Das Durchspülen reinigt die Nase und schwemmt Erreger aus.


Die richtige Hygiene schützt vor Ansteckung

Verantwortlich für eine Erkältung sind vor allem die Gruppen der Rhino- und Adenoviren. Übertragen werden sie per Tröpfcheninfektion, entweder durch die Luft, über die ­Hände oder Spielsachen, die von einem zum anderen wandern.

Deshalb sollten Eltern ­­ihrem Nachwuchs einige Hygieneregeln beibringen: nach jedem Gang zur Toi­lette und vor dem Essen die Hände waschen, am bes­ten in die Ellbeuge husten und niesen, Taschentücher nur ein Mal verwenden und sofort in den Müll werfen. Ob sich ein Kind tatsächlich ansteckt, hängt davon ab, ob es schon einmal Kontakt mit dem Virus ­hatte. Und: Je besser seine Abwehr ist, umso eher bleibt es verschont.


Abschwellende Nasentropfen helfen Kindern

Bei hartnäckigeren Fällen, etwa wenn das Atmen sehr schwerfällt, helfen abschwellende Nasentropfen. Wirkstoffe wie Oxymetazolin oder Xylometazolin ziehen die feinen Gefäße zusammen, das Sekret fließt ab, die Nebenhöhlen werden besser belüftet. Wichtig: auf die ­altersgemäße Dosierung achten! Abschwellende Nasentropfen- oder sprays sollten höchstens fünf Tage in Folge angewendet werden. Empfehlenswert sind Nasentropfen mit wundheilenden und wasserbinden­den Zusätzen wie Dexpanthenol und Hyaluronsäure.

Luft in Wohnräumen befeuchten

Die Nasenschleimhaut mag es feucht. In Innenräumen ist daher eine Luftfeuchtigkeit von circa 50 Prozent genau richtig. Tipp: Das erreichen Sie zum Beispiel mit einem feuchten Handtuch auf der Heizung. Gleichzeitig sollten die Räume nicht wärmer als 20 Grad Celsius sein.

Bei häufigen oder schweren Erkältungen zum Arzt

Wann zum Arzt? Wenn ein Infekt länger als sieben Tage anhält oder wenn unklare Symptome oder Fieber hinzukommen. Auch wenn das Kind mehr als zwölf leichte Infekte im Jahr hat, sollte der Kinderarzt die Ursache dafür klären.

Starke Abwehr beugt Infekten vor

Draußen spielen stärkt die Abwehr – bei jedem Wetter und jeden Tag. Mit ­­entsprechender Funktions­kleidung, die wasserdicht, aber ­atmungsaktiv ist, kann den ­Kleinen die Kälte kaum etwas anhaben. Ergänzend unterstützen eine vollwertige, ausgewogene Ernährung und ausreichend zucker­freie Getränke das Immun­sys­tem.


Richtig Naseputzen

Die meisten Eltern mögen es nicht, wenn ihr Kind ständig den Schleim durch die Nase hochzieht. Aus medizinischer Sicht ist das jedoch sinnvoll. Denn beim Nase­putzen entsteht ein Überdruck, der die ­Viren auch in die Neben­höhlen und Mittelohren befördert.

Wenn Babys wegen der verstopften Nase Schwierigkeiten haben zu trinken, sollten Eltern mit ihnen zum Arzt. Er empfiehlt dann häufig spezielle Nasensauger für Säuglinge, mit denen Eltern das Sekret absaugen können.



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