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Inhalieren für Kinder: Wichtige Tipps

Was Eltern beachten sollten, wenn die Kleinen inhalieren. Ein Interview mit Pneumologe Professor Thomas Wagner


Spezielle Mundstücke erleichtern Kindern das Inhalieren

„Hatschi.“ Müssen die Kleinen ständig niesen und husten, dann leiden sie sehr. Mamas und Papas versuchen, die lästige Erkältung mit milden Hausmitteln zu lindern. Viele Eltern setzen dabei auch auf Inhalieren.

Für kleine Schnupfennasen heißt das oft: Den Kopf über einen Topf mit heißem Kamille-Aufguss halten, Augen schließen, Handtuch überstülpen und tief einatmen. Doch diese Prozedur ist nicht sonderlich angenehm. Zudem birgt sie Gefahren.



Experte Professor Thomas Wagner

Professor Thomas Wagner, Pneumologe an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main, weiß, worauf Eltern Acht geben sollten.

Herr Wagner, warum ist das traditionelle Dampfbad nicht die beste Methode zum Inhalieren?

Erstens müssen Kinder den ganzen Kopf über den Behälter halten. Das heißt, die heißen Dämpfe gelangen nicht nur in die Nase, sondern auch in die Augen. Das kann die Augenschleimhaut reizen. Zweitens besteht immer die Gefahr, dass die Kleinen den Topf aus Versehen umkippen und sich schwer verbrühen. Prinzipiell gilt: Kinder sollten immer nur unter Aufsicht inhalieren – egal mit welchem Gerät.

Welche Inhaliergeräte eignen sich für Kinder?

Es gibt Dampfinhalatoren aus der Apotheke, die mit einem Mund- und/oder Nasenstück versehen sind. Dadurch gelangen die warmen Dämpfe gezielt in Mund oder Nase, befeuchten dort die Schleimhaut und lindern Schnupfen und Heiserkeit.

Die Wirkung dieser Geräte beschränkt sich jedoch auf die oberen Atemwege. Sollen die Dämpfe die Bronchien erreichen, werden Düsen- oder Ultraschallvernebler nötig. Die Vernebler erzeugen feine Flüssigkeitströpfchen, die in die Lunge gelangen und zähen, festsitzenden Schleim lösen. So lässt sich ein lästiger Husten bekämpfen.

Es gibt spezielle Masken, Mundstücke und Verneblerköpfe für Kinder. Die sehen oft netter und fröhlicher aus, zudem können kleine Patienten die Aufsätze auch leichter in den Mund nehmen.

Ab welchem Alter dürfen Kinder inhalieren?

Es gibt praktisch keine Altersbeschränkung. Für manche Kleinkinder stellt das Inhalieren mit einem Vernebler oft die einzige Möglichkeit dar, Medikamente sicher an den Ort des Geschehens zu bringen.

Eltern sollten jedoch immer vorab mit dem Arzt Rücksprache halten, ob etwas gegen das Inhalieren spricht.

Welche Zusätze kommen für die Inhalatoren infrage?

Für Vernebler eignen sich Kochsalzlösungen. Das Salz befeuchtet die Schleimhäute in den Atemwegen und unterstützt damit deren natürliche Reinigungsfunktion. Über diesen fein abgestimmten Mechanismus befördert die Schleimhaut Dreck und Krankheitserreger aus dem Atemtrakt.

Kamille wirkt – über einen Dampfinhalator eingeatmet – entzündungswidrig und beruhigt Mund und Rachen. Allerdings reagieren manche Kinder allergisch auf Kamille.

Bei ätherischen Ölen ist Vorsicht angebracht. Speziell Pfefferminz-, Eukalyptus und Fichtennadelöl können bei Babys und Kleinkindern zu Atemnot führen. Sie dürfen bei den Kleinen weder im Gesicht noch auf der Brust angebracht werden. Inhalieren ist daher auch tabu.



Dr. Martina Melzer / www.apotheken-umschau.de; 26.02.2010, aktualisiert am 16.09.2011
Bildnachweis: W&B/Privat, iStock/Juanmonino

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