Anmelden | Registrieren
Drucken

Erkältung: Dürfen Kinder Nasentropfen verwenden?

Verstopfte Nasen wollen frei gemacht werden – auch wenn sie noch sehr klein sind. Kinderarzt Ulrich Fegeler erklärt, wann bei Kindern Nasentropfen sinnvoll sind


Hatschi, eine verstopfte Nase ist so unangenehm

Es gibt gut erzogene Kinder und es gibt echte Rotzlöffel. Aber auch die braven Exemplare können mitunter als kleine Rotznasen auftreten. Das hat dann aber nichts mit Frechheit zu tun, sondern meistens mit einer Erkältung. Was können Eltern machen, wenn beim Nachwuchs die Nase verstopft ist?

"Ich empfehle in der Regel Nasentropfen", so Dr. Ulrich Fegeler, Kinderarzt und Sprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte in Köln. Hierbei gibt es die Meersalz-Variante und solche, die abschwellend wirken. Ganz wichtig: Erkundigen Sie sich beim Arzt oder Apotheker, welche Präparate auch für Kinder geeignet sind und wie Sie diese altersgemäß dosieren.


Solange man mit der natürlichen Version auskommt, sollte man auch nur diese verwenden. Denn die abschwellenden Tropfen schädigen bei längerem Gebrauch die Nasenschleimhaut. Bevor der kleine Patient aber gar keine Luft mehr bekommt, sollten Eltern den Nachwuchs ruhig mit der abschwellenden Variante behandeln. "Aber so selten und so kurz wie möglich", so Fegeler. Wenn der Arzt es nicht anders angeordnet hat vielleicht einmal zur Nacht oder ansonsten noch einmal tagsüber. Und auf keinen Fall länger als vier oder fünf Tage.

Der Kinderarzt rät außerdem eher zu Tropfen als zu Spray: "Das ist bei den Kleinen einfach praktikabler". Am besten funktioniert die Anwendung, wenn das Kind sich auf den Rücken legt, die Mutter die Tropfen in die Nase gibt und der Nachwuchs dann ein paar Minuten liegen bleibt. Dabei kann das Kind versuchen, das Medikament in der Nase hochzuziehen. "Das klappt gut, wenn man das eine Nasenloch zuhält", rät Fegeler. Bei den Meersalztropfen setzt der Arzt vor allem auf Volumen: Mit ordentlich Flüssigkeit kann man eine Verstopfung oft einfach herausspülen.

Was kann man sonst noch gegen verstopfte Kindernasen tun? Eine besonders effektive Behandlung ist auch das Inhalieren. Das klappt aber erst bei Kindern von mindestens acht oder neun Jahren. Sonst ist das Hantieren mit dem heißen Wasser einfach noch zu gefährlich.

Wie funktioniert Inhalieren? "Am besten verwendet man eine Metallschüssel, die reflektiert die Hitze am besten", so Fegeler. In die Schüssel kommt heißes Wasser, die Dämpfe kann der kleine Patient dann einatmen. Am besten steckt man Kind und Topf dabei unter ein Küchentuch.

Wärme und Feuchtigkeit lösen dann die Verstopfung und stimulieren die Durchblutung der Schleimhäute. Das ist ein praktischer Nebeneffekt, denn so gelangen besonders viele Abwehrzellen in die infizierten Bereiche.

Als weitere Variante bietet sich die Nasendusche an. Allerdings braucht man dafür ein besonders kooperatives Kind. Die Behandlung ist mitunter nicht besonders angenehm und viele Kinder lassen sie daher nur zweimal über sich ergehen – das erste und das letzte Mal. Wenn eine Erkältung gar nicht besser werden mag, das Kind Fieber bekommt, über Schmerzen klagt oder sehr schwach ist, dann sollten Eltern auf jeden Fall einen Arzt zu Rate ziehen.



Sophie Kelm / www.apotheken-umschau.de; 09.09.2010, aktualisiert am 16.09.2011
Bildnachweis: Thinkstock/iStockphoto

Newsletter abonnieren

Hier können Sie unseren kostenlosen Newsletter abonnieren  »

Braucht(e) Ihr Kind einen Schnuller?

Memo-Spiele

Unsere Kartenaufdeck-Spiele, das ähnlich wie das klassische Memory® funktioniert »

Auf www.apotheken-umschau.de

Medikamentencheck

Nebenwirkungen und Wechselwirkungen von Arzneien überprüfen »

© Wort & Bild Verlag GmbH & Co KG

Weitere Online-Angebote des Wort & Bild Verlages

Apotheken Umschau mit den Themen Krankheiten von A-Z, Symptome, Medikamentencheck, Laborwerte, Heilpflanzen, Hausapotheke, Abnehmen, Gesundheitsvideos, Arzt- Apothekensuche, Gehirn-Jogging und Sport
Senioren Ratgeber mit Informationen rund um Krankheiten, Medikamente, gesund alt werden, altersgerechtes Wohnen, Pflege und Finanzen
Diabetes Ratgeber mit den Schwerpunkten Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2: Symptome, Behandlung und Ernährung bei Zuckerkrankheit