Die Nase läuft, der Hals kratzt, die Stimme bleibt weg. Ist etwa eine Erkältung im Anmarsch? Jetzt können manchmal Medikamente helfen und entweder dafür sorgen, dass die Krankheit nicht ausbricht, oder Krankheitszeichen mindern, so Hiltrud von der Gathen, Fachapothekerin für Allgemeinpharmazie aus Castrop-Rauxel.
Immunsystem: Extrakte aus Wasserdost und Sonnenhut aktivieren etwa Abwehrzellen, die Krankheitserreger vernichten. „Menschen, die gegen Korbblütler allergisch sind, dürfen die Präparate aber nicht einnehmen“, so von der Gathen. Arzneimittel mit Inhaltsstoffen der Kapland-Pelargonie sorgen dafür, dass sich die Härchen auf den Schleimhäuten in der Nase und den Bronchien intensiver bewegen.
„Krankheitserreger werden nach außen befördert und haben es schwerer, sich einzunisten“, so die Expertin. Generell gilt: Fragen Sie Ihren Apotheker. Denn für Kinder sind nicht alle Mittel erlaubt. Und wer eine Autoimmunerkrankung hat oder an Krebs erkrankt ist, darf keine Immunstimulanzien nehmen. Bei Fieber rät die Expertin sowieso davon ab. „ Arbeitet das Immunsystem schon bis zum Anschlag, haben die Präparate keinen Effekt mehr“, sagt sie.
Schnupfen: Die Nase ist zu. „Jetzt helfen Nasensprays mit einem abschwellenden Wirkstoff“, so von der Gathen. Wichtig: Sie dürfen je nach Wirkdauer nicht öfter als drei Mal täglich und nicht länger als eine Woche benutzt werden. Sonst leidet die Nasenschleimhaut.
Husten: Erst ist er noch trocken, später wird Schleim abgehustet. Ist der Rachenraum stark gereizt und muss man ständig trocken husten, können hustenstillende Präparate mit Pentoxyverin, Dextromethorphan oder Dropropizin helfen, die es ohne Rezept gibt. Aber Vorsicht: Einige Wirkstoffe sind für Kinder nicht geeignet oder vertragen sich nicht mit anderen Medikamenten. Eibisch, Isländisch Moos und Spitzwegerich beruhigen die Schleimhäute.
Hustenlöser wie Acetylcystein oder Ambroxol machen den Schleim flüssiger und sorgen dafür, dass er nicht so stark an den Bronchien klebt. Auch Extrakte aus Thymian, Efeu, Primel und Bronchialtees mit Anis, Fenchel und Pfefferminz erleichtern das Abhusten. Für Kinder ab zwei Jahren gibt es auch spezielle Balsame mit Eukalyptus- und Kiefernnadelöl.
Halsschmerzen: „Lutschpastillen mit Lidocain, Benzocain und Ambroxol betäuben den schmerzhaften Bereich“, sagt die Apothekerin. Gut wirksam sind auch Gurgellösungen oder Inhalationen mit gerbstoffhaltigen Salbeiextrakten. Sie machen die gereizte Schleimhaut unempfindlicher.
Der Expertentipp:
„Ich empfehle Nasensprays mit Meer- oder Kochsalzlösung. Sie befeuchten die Schleimhäute und sorgen dafür, dass Fremdstoffe besser in Schleim verpackt und abtransportiert werden. Wenn die Erkältung da ist, helfen nach Rücksprache mit dem Kinderarzt Inhalationen mit ätherischen Ölen. Kinder unter vier Jahren und Asthmatiker sollten die Dämpfe allerdings meiden.“
Julia Schulters und Anne Bärbel Köhle / Baby und Familie;
08.11.2010, aktualisiert am 19.09.2011
Bildnachweis: W&B/Roland Sümpelmann, Strandperle/Fancy
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