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Der große Immun-Check – Teil 3: Lebensstil

Rauchfreie Umgebung, viel frische Luft und Streicheleinheiten – optimale Lebensbedingungen halten ihr Kind fit


Wichtig zum Gesundbleiben: Wohlfühl-Atmosphäre zu Hause

Kaum etwas setzt dem Immunsystem Ihres Nachwuchses so zu wie Passivrauchen. „Wenn Kinder den Qualm inhalieren, werden ihre Bronchien gereizt, ihre Lunge wird geschädigt“, warnt Privatdozent Laws. „Doch die Atemwege sind eine wichtige Schutzbarriere der Abwehr.“ Kinder, die in Raucher-Haushalten leben, sind deshalb viel anfälliger für Infekte aller Art.

Nicht nur qualmfrei sollte die Luft in Wohnung oder Haus sein, sondern auch möglichst frisch. Im Herbst und Winter gilt: keine Scheu, immer mal wieder die Fenster aufzureißen! Vor allem im Schlafzimmer darf es nachts nicht zu warm sein. Kinderarzt Laws empfiehlt eine Raumtemperatur von maximal 18 Grad. Die Luftfeuchtigkeit sollte bei 40 bis 60 Prozent liegen. Um das zu erreichen, können Sie zum Beispiel nasse Handtücher auf die Heizkörper legen. So trocknen die Schleimhäute der Kinder trotz Heizungsluft nicht zu sehr aus und können sich besser gegen Erreger zur Wehr setzen. Das schafft auch prima Bedingungen für erholsamen Schlaf – und der ist wichtig. Denn: Je ausgeruhter der Organismus Ihres Kindes ist, desto besser wird er mit Husten, Schnupfen und anderen Erkältungssymptomen fertig.



Dr. med. Hans-Jürgen Laws ist Oberarzt der immunologischen Ambulanz für Kinder am Uniklinikum Düsseldorf

Lang andauernder Stress dagegen wirkt sich negativ auf die Abwehrkräfte aus, wie Studien zeigen. So setzten Wissenschaftler 400 Personen in Quarantäne einem Schnupfenvirus aus. Die Teilnehmer, die zuvor in einem Fragebogen ihren Stresspegel als hoch angegeben hatten, erkrankten doppelt so häufig wie die entspanntere Vergleichsgruppe. Bei Kindern lösen unter anderem einschneidende Veränderungen wie der Wechsel vom Kindergarten in die Schule seelischen Stress aus. Familienrituale eignen sich gut, um den Kleinen in solchen Situationen Halt zu geben.

Bei vielen Erwachsenen sehr beliebt, um zu entspannen: Schwitzen in der Sauna. Auch das Immunsystem profitiert davon, denn der Wechsel von Wärme und Kälte regt die Durchblutung an – unter anderem in den Schleimhäuten. Bei kleinen Kindern gilt es aber Folgendes zu beachten: „Sie sollten nur in die Sauna gehen, wenn sie das selbst wollen“, sagt Laws. „Und dann nicht in die heißesten Saunen, auch sollten die Saunagänge viel kürzer sein als bei Erwachsenen.“


Wohlfühl-Tipp: Kneippen für Kids

Steigert die Durchblutung durch den Wechsel zwischen warm und kalt – und lässt sich leicht zu Hause umsetzen: Kneippen. Zuerst müssen die Kinderfüße warm werden, zum Beispiel mithilfe eines Fußbads oder einer Wärmflasche. Dann wird die Badewanne handbreit mit kaltem Wasser gefüllt, und die Kleinen dürfen darin auf und ab gehen wie Störche. Achten Sie dabei auf eine rutschfeste Badematte! Nach dem Wassertreten die Füße abfrottieren, bis sie gut durchblutet sind. Dann ab unter die warme Bettdecke!



Julia Wölkart / Baby und Familie; 27.08.2010, aktualisiert am 16.09.2011
Bildnachweis: W&B/Privat, W&B/Ulrike Möhle, SSU/Stefanie Sudek

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