Mal warm, mal kalt, mal sportlich, mal entspannt: Der Körper freut sich über Herausforderungen und Abwechslung. „Ein Organismus braucht Reize, um die Selbstregulation zu fördern“, sagt Dr. Miriam Ortiz, Fachärztin für Allgemeinmedizin und Ärztin für Naturheilkunde an der Charité-Ambulanz für Prävention und Integrative Medizin in Berlin.
Beispiel: frische Luft. Dadurch werden die Schleimhäute im Nasen-Rachen-Raum besser durchblutet. Sie passen sich den kalten oder warmen Außenreizen optimal an. Das ist wichtig für die Abwehr von Bakterien. Außerdem wird der Kreislauf angeregt.
Studien zeigen: In der Sauna kann man die Abwehr besonders effektiv trainieren. Expertin Ortiz erklärt: „Die extremen Temperaturunterschiede von kalt und warm lassen bestimmte Immunparameter ansteigen.“ Die Faustregel: Wöchentlich sollten zwei bis drei Saunagänge zusammenkommen. „Die kann man auf einmal machen oder auf zwei Tage verteilen“, so Ortiz.
Bei Erkältung oder Fieber ist Pause angesagt. Mit Kindern in die Sauna? Warum nicht! Die Expertin empfiehlt die Biosauna mit einer Temperatur von höchstens 60 Grad Celsius. Dass sich dabei auch die Abwehr der Kinder verbessert, zeigen Untersuchungen: „Immunglobulin A steigt bei Fünfjährigen nach einem Saunagang an“, erklärt Ortiz. Wichtig ist, die Kinder nicht zu überfordern – sie müssen sich in der Hitze wohlfühlen. Sauna eignet sich für gesunde Kleine ab drei Jahren.
Wenn trotz aller Abhärtung eine Erkältung im Anmarsch ist, kann man den Körper mit einem Pfarrer-Kneipp-Trick, dem ansteigenden Fußbad, dazu bringen, auf Abwehr zu schalten. Kinder mögen das in der Regel gern, weil es, so Ortiz, „den ganzen Körper durchwärmt“. Dabei einen Eimer mit lauwarmem Wasser befüllen, bis etwa eine Handbreit unter dem Knie.
Langsam heißes Wasser nachschütten, bis die Temperatur etwa 38 Grad (für Erwachsene maximal 45 Grad) beträgt. Mit einem Badethermometer nachmessen. Als Zusatz eignen sich ein Esslöffel Salz oder ein paar Tropfen Lavendelöl. Das Fußbad soll höchstens zehn Minuten dauern und mit einem kalten Guss über die Unterschenkel beendet werden. Vom Hausmittel Vollbad rät Ortiz für Kinder ab. Es belastet den Kreislauf zu sehr.
Der Expertentipp:
„Für mich ist der Gesichtsguss nach Kneipp die beste Vorsorge. So geht’s: Duschkopf abschrauben, den kalten Wasserstrahl ohne Druck von der rechten bis zur linken Schläfe und wieder zurückziehen. In drei Streifen erst die rechte, dann die linke Gesichtshälfte begießen. Anschließend noch einmal von der rechten Schläfe beginnend den Strahl zwei- bis dreimal ums Gesicht ziehen. Dabei trifft das Wasser auf Bereiche, die für die Infektabwehr wichtig sind. Zweimal am Tag wiederholen.“
Julia Schulters und Anne Bärbel Köhle / Baby und Familie;
03.11.2010, aktualisiert am 19.09.2011
Bildnachweis: W&B/Privat, Thinkstock/Hemera
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